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Forum - Thema: SRK Filme auf Deutsch

Thema: SRK Filme auf Deutsch
Autor Beitrag


Beitrag #1 - erstellt: 21. Oktober 2006
Nur für bisher erschiene DVDs von SRK........zum besseren Überblick
Alle weiteren bisher auf deutsch erschienen BW Filme findet ihr im Filme Forum unter *DVD`s auf deutsch*
******************************

Devdas (2002)


Mit Shahrukh Khan, Aishwarya Rai, Madhuri Dixit und Jackie Shroff
in Hindi (Songs untertitelt) sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Universumfilm

Story
10 Jahre lang studierte Devdas Mukherjee (Shahrukh Khan) in London. Nun kehrt er als ausgebildeter Jurist zurück in sein reiches indisches Heimathaus. Seine Familie begrüsst ihn überschwänglich - doch Devdas hat nur Augen für Nachbarstochter Paro (Aishwarya Rai). Die Schöne war seine Kindheitsfreundin und wird nun seine Geliebte. Doch da Paros Mutter Sumitra (Kiron Kher) einst eine Tänzerin war, wollen Devdas' Eltern eine Heirat verhindern und demütigen Paros Familie. Daraufhin verlässt Devdas den Palast und verfällt dem Alkohol, während Paro sich mit einem reichen Herrn verheiratet. Devdas träumt aber weiter von seiner Liebsten, selbst die Kurtisane Chandramukhi (Madhuri Dixit), die sich in ihn verliebt, kann ihn nicht auf andere Gedanken bringen.

Review
Die "Romeo und Julia"-esque Story von "Devdas" wurde zuvor bereits mehrfach verfilmt, unter anderem von Bimal Roy 1955 - doch die neuste Adaption des bengalischen Romans von Saratchandra Chatterjee durch Sanjay Leela Bhansali (Hum Dil De Chuke Sanam) ist ganz klar die aufwändigste: Der bislang teuerste indische Film aller Zeiten und der erste Bollywood-Film, der beim Filmfestival in Cannes antreten durfte. Zudem avancierte er zum erfolgreichsten Bollywood-Streifen des Jahres 2002 und zu Indiens offiziellem Kandidaten für die Auslands-"Oscar"-Auswahl.
Und dies trotz gehörigen Defiziten. Da ist etwa die äusserst melodramatische Story mit der unglaubwürdigen Thematisierung der Alkoholsucht, da ist ein durchhängender Mittelteil und da ist Shahrukh Khan, der mit der anspruchsvollen Rolle leicht überfordert ist - das schien die meisten Kritiker nicht zu stören, denn Khan gewann einen der 9 Filmfare Awards von "Devdas". Die Wucht des Films bremsen diese Mankos aber eben nur bedingt. Bhansali ist ein Meister im Umgang mit Schauwerten und er arrangiert sie hier grandios: Die poetische Musik, das spektakuläre Dekor, das opernhafte Finale, die tollen Kostüme und die fulminanten Tanzeinlagen - das macht einfach Laune. Nicht zuletzt spielen die weiblichen Stars den King Khan glatt an die Wand und werten den Film um ein Vielfaches auf.
Die eine ist Madhuri Dixit in ihrer letzten Rolle vor der grossen Babypause. Sie liefert eine fantastische, reife Performance ab und tanzt wie eine Göttin, wofür sie ihre fünfte "Filmfare"-Auszeichnung holte. Die andere ist Aishwarya Rai, die "Miss World 1994" und ohne zu übertreiben eine der schönsten Frauen der Welt. In dieser ebenfalls Filmfare-gekrönten Darbietung beweist sie eindrucksvoll, dass sie eben auch schauspielern kann. Und blendend tanzen. Allein schon wegen Rai sind diese 181 Minuten das Durchhalten wert. Die Augen werden in "Devdas" also vollumfänglich bedient - und obwohl zu einem als Magnus Opus gefeierten Werk doch noch etwas mehr gehören würde, belohnt "Devdas" die Zuschauer mit einem einzigartigen Erlebnis. Bhansalis letzter, Hum Dil De Chuke Sanam, ist nach meinem Empfinden aber noch besser - und wegen weniger Theatralik auch rührender.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #2 - erstellt: 21. Oktober 2006
Kabhi Haan Kabhi Naa (1994)
Sie liebt mich, sie liebt mich nicht


Mit Shahrukh Khan, Suchitra Krishnamoorthi und Deepak Tijori
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Laserparadise
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Sunil (Shahrukh Khan) lebt mit seiner Schwester Nikki (Saddiya Siddiqui), seinem strengen Vater Vinayak (Anjaan Srivastav) und seiner liebenden Mutter Prabha in Goa. Während sein Papa hofft, Sunil würde sich endlich in der Schule mehr anstrengen und ihm dereinst als Arbeiter in der Garage zur Verfügung stehen, hat Sunil einen anderen Traum: Er will Musiker werden. In der Band seines Kumpels Imran (Ashutosh Gowariker) spielt er leidenschaftlich Trompete und singt. Mit in der Band ist auch Chris (Deepak Tijori), der auf die hübsche Anna (Suchitra Krishnamoorthi) steht. Dummerweise hat auch Sunil längst ein Auge auf sie geworfen. Bei seinen Versuchen, Chris das Mädchen auszuspannen, geht er zu weit und wird aus der Band geschmissen. Erst als der Gangsterboss Anthony Gomez (Goga Kapoor) im Restaurant von Mr. Patel (Tiku Talsania) die Band auspfeift und Sunil rettend eingreift, wird er wieder im Kreis der Freunde aufgenommen. Doch kann er Anna ziehen lassen?

Review
Der mit Jaane Bhi Do Yaaro in den Comedy-Himmel gehievte Regisseur Kundan Shah legte erst zehn Jahre später seine zweite Kinoarbeit vor: "Kabhi Haan Kabhi Naa". Der in keiner Beziehung mit JBDY ebenbürtige Streifen vermag über 152 Minuten köstlich zu amüsieren, trotz einer Fehlerliste, die schier endlos scheint. Der Grund für den gefälligen Gesamteindruck sind der ungewöhnlich erzählte Inhalt, der Charme von Shahrukh Khan und das durchgehende Amüsement.
Für Shahrukh war es ein früher Film in seiner Karriere und man merkt es an etlichen Stellen. Trotz der Choreografie von Farah Khan hat er zum Beispiel Mühe mit dem Tanzen. Oder Hopsen, was hier der angebrachtere Begriff wäre. Zudem spielt er am Anfang wie ein Zappelphilipp und droht, schnell auf die Nerven zu gehen. Erst etwa zur Filmmitte reisst er das Ruder herum und bringt die Gefühle mit nach Liebe sehnendem Blick gut herüber - bis zum Finale, wenn der Schauspieler längst auch die Herzen des Publikums erobert haben dürfte.
Seine Co-Stars sind auch nicht übel: Suchitra Krishnamoorthi ist niedlich, der mittlerweile auch als Regisseur arbeitende Deepak Tijori (Khamoshh) trotz schrecklicher Frisur effizient. Jaane Bhi Do Yaaro-Star Naseeruddin Shah hat eine witzige Nebenrolle als Pater Breganza und der Komiker Tiku Talsania sorgt für ein paar Lacher. Zwei Personen stechen zusätzlich heraus: Juhi Chawla gibt am Schluss einen Gastauftritt zum Besten und der zweite spätere Regisseur im Team, Ashutok Gowariker (Lagaan, Swades), spielt den Band-Leader Imran nicht übel.
Die Crew geht wirklich mit, weshalb "Kabhi Haan Kabhi Naa" auch nicht dieselben Fehler macht wie viele Teenie-Filme aus Bollywood, die derart im Zeitgeist drinstecken, dass man sie ein paar Monate später kaum mehr anschauen kann. Dafür macht Shah ein paar andere. Zum ersten eben Shahrukhs zu Beginn nervöses Getue. Dann aber auch das in seiner Struktur ziemlich gewöhnliche Liebesdreieck. Die Musik von Jatin-Lalit ist auch höchstens okay, Shahrukhs Stimme passt mir auch nicht richtig. Und letztendlich ist KHKN auch zu lang, obwohl er mit 152 Minuten nicht gerade einen Längen-Rekord in Bollywood aufstellt. Gegen Schluss hätte man trimmen müssen.
Das sind zwar viele, aber für den Gesamteindruck eben nicht allzu sehr ins Gewicht fallende Defizite des Werks. Für Fans von Shahrukh lohnt es sich auf jeden Fall, da ihr Liebling die Transformation vom ärgerlichen Herumhopser zum verliebten Träumer recht gut schafft. Langweilen dürften sich die wenigsten, amüsieren indes die meisten ... Kein Knüller, aber gut.
PS: Über diesen Film zirkulieren einige Fakten mit zweifelhaftem Wahrheitsgehalt. Schon der Jahrgang ist umstritten. Imdb listet ihn unter 1993, ibosnetwork gibt als Startdatum 25.2.1994 an. Imdb listet ausserdem Shahrukh als Filmfare-nominiert 1995 auf, in dem Jahr war er aber für DDLJ vorgeschlagen.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #3 - erstellt: 21. Oktober 2006
Pardes (1997)


Mit Shahrukh Khan, Mahima Chaudhary und Amrish Puri
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Story
Vor 35 Jahren zog Kishorilal (Amrish Puri) mit 10 Dollar in der Tasche nach Amerika, nun ist der Inder einer der reichsten Männer der Westküste. Doch er liebt sein Heimatland noch immer über alles. Bei einem Besuch bei seinem Freund Suraj Dev (Alok Nath) bittet er ihn, dass seine schöne Tochter Ganga (Mahima Chaudhary) seinen Sohn Rajiv (Apoorva Agnihotri) heiratet. Der Deal wird abgeschlossen, doch erst soll der verwestlichte Rajiv nach Indien kommen, um mit ein paar Gepflogenheiten des Landes vertraut gemacht werden. Sein Adoptivbruder Arjun (Shahrukh Khan) begleitet ihn. Er soll Rajiv an indische Bräuche annähern und Ganda an amerikanische. Dabei kommen sich Arjun und Ganda nahe. Auch als sie nach der Verlobung nach Amerika fliegen, bleibt Arjun Ganda eine Stütze. Sie entdeckt nun erst, was Rajiv für ein Kerl ist: Er ist ein Partyhengst, trinkt übermässig, hatte mit seiner Ex früher Sex und behandelt Arjun wie einen Diener.

Review
"Pardes" ist ein wundervoller Bollywood-Film, der mal wieder aus dem Vollen schöpft - leider eben auch bei den Klischees. Ich kann mit allen in dem Film leben, aber nicht mit den Vorurteilen über die westliche Kultur. Klar sind indische Gepflogenheiten gesitteter als die westlichen, aber nicht jeder Nicht-Inder ist deshalb ein sexgeiler Wüstling. Viele NRI (im Ausland wohnhafte Inder) haben den Film deshalb auch zu Recht kritisiert. Das Bild, das vom dekadenten Westen vermittelt wird, ist absolut übel - und die Tugendhaftigkeit, die den Indern angehängt wird, beinahe schon verlogen. Da hat Fiesling Rajiv im Film einmal nicht so unrecht. Kurz danach will er Ganga vergewaltigen - und damit ist auch seine Aussage gleich in den Dreck gezogen. Diese Szenen sind extrem manipulativ.
Dennoch mochte ich den Film. Zum einen ist ja fast jeder Film mit kulturellen Klischees beladen, vor allem solche aus Bollywood. Und zum anderen ist "Pardes" unter all diesen Vorurteilen ein äusserst bewegender, gut gespielter und über drei Stunden absolut unterhaltender Film. Shahrukh Khan ist wunderbar, Newcomerin Mahima Chaudhary voller Elan. Amrish Puri ist nicht so böse wie sonst, übernimmt aber dennoch in jeder Szene die Dominanz. Die Musik ist sehr gefällig, bei den Songs gefallen mir besonders "Meri Mehbooba" sowie "I Love My India". Nicht zuletzt rührt das etwas aufgesetzte Ende zu Tränen. Wie gesagt: Es wird aus dem Vollen geschöpft. Und dann nehme ich ein paar Klischees in Kauf - ich weiss ja, dass sie nicht wahr sind. PS: Über die üblichen Regie-Fehler von Subhash Ghai (Yaadein, Taal) kann ich auch hinwegsehen. Beispiele? Flugzeuge starten als 747 und landen als 737. Vancouver muss für L.A. hinhalten.

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Beitrag #4 - erstellt: 11. Mai 2007
Baazigar (1993)


Mit Shahrukh Khan, Kajol, Shilpa Shetty und Dalip Tahil
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Story
Der reiche Unternehmer und Hobby-Rennfahrer Madan Chopra (Dalip Tahil) hat zwei attraktive Töchter - und beide haben sich verliebt: Seema (Shilpa Shetty) hat sich heimlich in ihren College-Schatz Ajay (Shahrukh Khan) verknallt, während Priya (Kajol) etwas öffentlicher mit Vicky Malhotra (Shahrukh Khan) turtelt. Als Madha Seema mit einem Fremden verheiraten will, bittet sie Ajay um eine Lösung. Ihm kommt nur Selbstmord in den Sinn. Sie schreiben einen Abschiedsbrief, danach offenbart Ajay, dass er dies nur getan hat, um Seemas Treue zu testen. Sie gehen zum Zivilstandsamt, doch auf dem Dach zeigt Ajay sein wahres Gesicht [es folgen ein paar Spoiler] Er wirft Seema über den Dachrand in den Tod. Kurz darauf wird ihr Abschiedsbrief gefunden, womit Selbstmord als Todesursache klar ist. Nur Priya hat Zweifel - und das zu Recht, denn ihr Vicky ist Ajay! Sein einziges Ziel: Rache an Madan Chopra.

Review
Die Regie-führenden Brüder Abbas Alibhai Burmawalla und Mastan Alibhai Burmawalla - besser bekannt als Abbas-Mastan - sind immer für einen spannenden Thriller (Humraaz, Ajnabee) gut. Drehbuchautor Robin Bhatt ist immer für ein Remake zu haben ("Analyze This" und "A Perfect Murder" waren schon Opfer). Beide Kräfte vereint: Ein Remake eines US-Thrillers ("A Kiss Before Dying", 1986). "Baazigar" ist aber mehr als nur ein weiteres Remake. Der im Jahr 1993 erschienene Streifen markiert auch den Durchbruch von Superstar Shahrukh Khan. Für ihn begann mit dem Film eine Hitserie, die zwei Jahre später bereits den grossen Höhepunkt (DDLJ) erreichte und seither kaum mehr abflachte. "Baazigar" war auch die erste Zusammenarbeit von Shahrukh und Kajol, einem der beliebtesten Bollywood-Leinwandpaare, u.a. zu sehen in den Megahits DDLJ, KKHH und KKKG.
Bevor ich die ganze Seite mit Trivia fülle, noch ein paar Worte zum Film ... Ich habe vor dem Anschauen nicht gewusst, dass er ein Remake von "A Kiss Before Dying" ist, aber sobald Shahrukh Shilpa Shetty so unsanft aus dem Film katapultiert, hat es klick gemacht. Von dem Moment an war der Film nicht mehr so spannend, aber für einen routinierten Thriller reicht es allemal. "A Kiss Before Dying" wurde damals im Kino extrem verrissen, aber mir gefiel er eigentlich nie so schlecht. "Baazigar" ist dennoch besser, denn das Thema ist ideal für Bollywood. Rache und Liebe, zwei beliebte Themen im Hindi-Kino vereint. Shahrukh ist eigentlich ein ziemlich derber Bösewicht, aber dennoch hat er die Sympathien auf seiner Seite. Das mag moralisch mehr als fragwürdig sein, aber Bollywood erkannte danach, dass es nicht schadet, den Helden zum Bösewicht zu machen. Oder umgekehrt. Etwas, was u.a. Shahrukh bis heute erlaubt, anders als vielen seinen Kollegen, immer wieder mal einen bösen Kerl zu spielen.
Inszeniert ist der Film wie von Abbas-Mastan gewohnt sehr solide, die Songs machen Laune und die Schauspieler sind gut - einzig die Frisuren sind doch noch in den 80ern hängen geblieben (Shilpa Shettys Haarpracht ist besonders spektakulär). Dalip Tahil gibt mal wieder einen cleveren Bösewicht, Kajol hat alle Sympathien auf ihrer Seite und Shahrukh bleibt wie bereits erwähnt dank seinem dubiosen Charakter interessant. Sogar Johnny Lever ist in dem Film nicht so schlecht. Ich bin bekanntermassen kein Fan des Komikers, aber ihn als Butler mit Gedächtnisproblemen zu besetzen, sorgt für ein paar echt lustige Momente. Diese stören zwar den düsteren Ton des Films, machen aber Spass. Und noch ein Letztes: Das Finale ist verdammt brutal. Da wird wie in Shahrukhs härtesten Filmen geblutet, gekämpft und gestorben. Es ist v.a. diese Passage, die den Film als Familienfilm untauglich macht. Zusammengefasst: Eine spannende Story kompetent umgesetzt. Nicht mehr, nicht weniger.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #5 - erstellt: 11. Mai 2007
Deewana (1992)
Im Zeichen der Liebe


Mit Shahrukh Khan, Rishi Kapoor und Divya Bharati
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation
Vertrieb: Caroland
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Die junge Kajal (Divya Bharati) stammt aus armem Hause und schwärmt für den Sänger Ravi (Rishi Kapoor). Als sie von ihm ein Autogramm holt, verliebt er sich in sie und heiratet sie. Doch damit zieht er den Zorn seines Halb-Onkels Dhirendra Pratap (Amrish Puri) auf sich, der es auf das Familienerbe abgesehen hat. Sein Sohn attackiert Kajal, wofür Ravi ihn tötet. Doch auch er kommt dabei um. Um dem Zorn Dhirendras zu entkommen, zieht die trauernde Kajal mit Ravis Mutter in die Stadt. Dort fällt sie dem jungen Raja Sahay (Shahrukh Khan) auf. Der Sohn eines reichen Industriellen (Dalip Tahil) verlässt seine Familie, um die Witwe Kajal zu heiraten. Und da Ravis Mutter die Bindung befürwortet, werden sie ein Paar. Doch auch ihr Glück währt nicht lange.
Frisch von seinen TV-Erfolgen wollte Shahrukh Khan Anfang der 90er ins Kinofach wechseln und fiel mit Dil Aashna Hai gleich mal auf seine markante Nase: Der Film kam erst 1992 ins Kino. Deshalb feierte er seine Leinwandpremiere im besseren "Deewana". Er bekam von Filmfare die Auszeichnung für "sensationelles Debüt" und der Film wurde zum moderaten Hit und zweiterfolgreichsten des schwachen Jahrgangs 1992. Shahrukh war etabliert - und fortan ging es nur noch aufwärts.

Review
Im Regiedebüt von Raj Kanwar (Jeet, Andaaz, Dhaai Akshar Prem Ke) tritt Shahrukh zwar erst nach der Intermission in der 83. Minute zum ersten Mal auf, aber er reisst "Deewana" sofort an sich. Das liegt daran, dass Rishi Kapoor, der eigentliche Star, kein solcher ist. Er ist pummelig, brav und durchschnittlich. Wer jemals auf die Idee kam, ihn zu einem Leading Man zu machen, sollte sich untersuchen lassen. Rishi ist ein netter Kerl, aber kein Kämpfer- oder Liebhaber-Typ. Zudem war er damals auch schon 40 während seine Partnerin Divya Bharati gerade mal 18 war. Die junge Schauspielerin, die mit Shahrukh bereits "Dil Aashna Hai" bestritt, starb übrigens ein Jahr später, als sie betrunken vom sechsten Stock eines Gebäudes fiel. Unfall heisst die offizielle Erklärung, die Medien spekulierten auf Mord.
Aber zurück zum Film. Rishi hat etwas Gutes: Den besten Song. Der erste, "Sochenge Tumhe Pyar" hat eine gefällige Melodie und bleibt im Kopf. "Tumse Pyar Karte" ist eine schwache um-die-Bäume-renn-Ballade, "Payaliya" ist okay, hat wunderbaren klassischen Tanz - und Rishi im Pullover. Schlechte Entscheidung. Bei "Tumse Pyar Kare (II)" und "Teri Isi Ada", den vierten und fünften Songs in den ersten 70 Minuten, hatte ich langsam genug Tanznummern gesehen und wollte mehr Plot. Mit Shahrukhs erstem Song "Koi Na Koi" kam auch die Handlung wieder voran, der rasante Titelsong "Aisi Deewana" und der öde "Tere Dard Se Dil" runden den Soundtrack ab. Alles in allem gelungene Töne, aber auch viel Mittelmass. Gilt ja für den ganzen Film. Die vorher angesprochene Handlung ist erst in den letzten 20 Minuten wirklich spannend, zuvor handelt es sich meistens um Flirtereien und Liebesgesäusel. Bis auf die Auftritte von Amrish Puri, natürlich, der mal wieder richtig böse sein darf. "Deewana" ist kein Klassiker, aber solide inszenierter, gut gespielter und sehr unterhaltsamer Bollywood-Nonsens. Und das Vehikel eben, dass uns den grössten indischen Star der 90er bescherte.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #6 - erstellt: 11. Mai 2007
Oh Darling, Yeh Hai India (1995)


Mit Shahrukh Khan, Deepa Sahi, Anupam Kher und Amrish Puri
3-Disk-Megabox mit Film, Musikvideos und Live-Concert-Clips
in Hindi mit englischen (!) Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: MIG
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Die Prostituierte "Miss India" (Deepa Sahi) hat genug von ihrem Job und entzieht sich dem Einfluss ihres Zuhälters und Vaters (Gulshan Grover). Sie wandert durch Bombay und trifft auf einen Obdachlosen (Shahrukh Khan), dem sie einen Deal anbietet: Sie bezahlt ihn, wenn er sie unterhält. Während sie sich auf den Strassen der Stadt amüsieren, droht Gefahr im Land: Der grössenwahnsinnige Don Quichote (Amrish Puri) will die Macht an sich reissen, indem er den Präsidenten (Anupam Kher) durch seinen Handlanger Nathuram (Anupam Kher) austauscht. Quichotes Sohn (Javed Jaffrey) hat es ausserdem auf "Miss India" abgesehen, was sie und ihren neuen Freund bald in Quichotes finstere Pläne hineinzieht.

Review
Den Mut muss man fast bewundern: Ketan Mehta, der lange ein Garant für anspruchsvolles Kino war und heute am ehesten als Macher des Shahrukh-Streifens Maya Memsaab und des Aamir-Epos' Mangal Pandey bekannt ist, griff für sein Big-Budget-Werk "Oh Darling Yeh Hai India!" auf das Masala-Kino der vorherigen Jahrzehnte zurück, schmiss Logik und Zurückhaltung über Bord und fackelt ein Feuerwerk des Irr- und Wahnsinns ab, das schier keine Grenzen zu kennen scheint. Das Resultat ist unkontrollierbarer Exzess mit himmelschreiender Dramaturgie.
Im Zentrum steht der komplett überforderte Shahrukh Khan, der zwar beherzt in dem Getümmel mitmischt, aber nie eine Chance bekommt, gross Charisma zu entwickeln. Seine Co-Stars sind blass - ausser die Bösewichter. Die geben richtig Gas. Sensationell am chargieren ist einmal mehr Amrish Puri, dessen "Das unglaubliche Gehirn von Don Quichote!"-Ausrufe (Bild) Reaktionen zwischen Kopfschütteln und blinder Faszination auslösen. Der Clou bei der Sache ist, dass Puri nach zwei Dritteln des Films ausgetauscht wird. Welcher Regisseur, der bei Sinnen ist, ersetzt seinen so diabolisch aufgebauten Schurken mitten im Film durch einen neuen? Ketan Mehta tuts und ermöglicht dem nicht minder durchgeknallten Javed Jaffrey eine ausufernde Amrish-Puri-Imitation.
Das ist noch lange nicht alles. Anupam Kher ist in einer delikaten Doppelrolle zu sehen und etliche Damen zieren die Aufnahmen mit vielsagenden, sprich knapp bekleideten, Auftritten. In Kürzest-Rollen als Finsterlinge, die Indien kaufen wollen, tauchen u.a. Kader Khan, Ranjeet und Paresh Rawal auf. Diese Versteigerung ist eine bizarre Aneinanderreihung von Geboten, die in den Untertiteln nicht mehr richtig wiedergegeben werden können ("one thousand trillion!") und gehörig an "Austin Powers" erinnert. Mehta schwebt dabei eine alles andere als subtile Attacke auf den "Ausverkauf der Heimat" vor, vermischt mit rabenschwarzem Humor. Doch richtig funktionieren will die Sequenz nicht, da man sie schlicht nicht ernst nimmt - wie den Rest auch nicht.
Und so bleibt nur eins: Sich dem Chaos hingeben. Schon in den ersten 25 Minuten wird man mit satten vier Songs eingelullt, von denen alle bis auf den karnevalesken Titelsong nichts taugen. Danach reihen sich Sex, heftige Gewalt (Bild), Song und Tanz, wilde Action, Gesellschaftskritik und apokalyptische Bilder aneinander. Sinn ergibt das ganze nur szenenweise, wenn man sich manchmal in einem Bond-Film, dann in einer Liebesromanze oder in einem Zirkus vorkommt. Aber wenigstens kann man nach dem Film glücklich sagen, man habe einen der abgedrehtesten Bollywood-Filme der90er gesehen hat und wisse nun, dass selbst der Untergang Indiens von Gesang und Tanz begleitet wird. Yeh hai India!

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #7 - erstellt: 30. Mai 2007
Chamatkar (1992)
Der Himmel führt uns zusammen


Mit Shahrukh Khan, Urmila Matondkar, Naseeruddin Shah und Shammi Kapoor
deutsche Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Der trottelige aber grundehrliche Sunder Srivastava (Shahrukh Khan) ist Lehrer im ländlichen Jawaharpur. Er will in dem Ort dringend eine Schule errichten, doch dazu fehlt ihm das Geld. Da taucht sein ehemaliger Kumpel Prem auf, der ihm erzählt, dass Lehrer in Dubai ein Vermögen verdienen. Sunder lässt sich überreden, nach Dubai zu ziehen. Doch schon in Mumbai wird ihm alles Gepäck und Geld gestohlen. Zudem erfährt er, dass Prem ihn nur reingelegt hat und ihm das Geld für die Überfahrt abgeluchst hat. Der betrogene Sunder muss auf dem Friedhof übernachten. Dort hört er eine Stimme aus einem Grab: Es ist die des Geistes von Amar Kumar (Naseeruddin Shah). Er war einst unter dem Namen Marco ein gefürchteter Gangster. Seine Frau Savitri Kaul (Malvika Tiwari) hat ihn jedoch auf den Pfad der Tugend zurückgeführt, weshalb er von seinem Untergebenen Kunta (Tinnu Anand) ermordet wurde. Gott hat Marco erklärt, wenn einst ein Mann seine Stimme hören könne, sei dieser sein Weg zur Sühne. Sunder hat ihn gehört und fortan sind die beiden ein Team. Marco verhilft Sunder zum Job des Cricket-Trainers am RK College von Savitris Vater Mr. Kaul (Shammi Kapoor). Und er hilft ihm, das Herz seiner Tochter Mala (Urmila Matondkar) zu erobern. Die glaubt, ihr Vater lebe noch und habe mit seinen Taten ihre Mutter ins Grab getrieben! Dabei führt Kunta Marcos Geschäfte in dessen Namen weiter.

REVIEW
Regisseur Rajiv Mehra (Ram Jaane) zeichnet verantwortlich für die Fantasykomödie "Chamatkar", einen der frühsten Filme des späteren Superstars Shahrukh Khan. Wirklich überzeugen kann der Filmemacher mit seinem Werk nicht, aber immerhin setzt er seinen Star bereits souverän ein: Shahrukh überzeugt mit dem ihm eigenen Charme, auch wenn er schauspielerisch noch nicht viel zu bieten hat. Sein "Tölpel vom Lande"-Part fordert von ihm zum Glück auch keine Höchstleistung. Er wirkt jung, frisch und eben liebenswürdig. Mehr braucht er gar nicht zu bringen. Urmila Matondkar im Übrigen auch nicht. In der bisher einzigen Zusammenarbeit der beiden hat die schöne Urmila nicht viel zu tun und macht neben King Khan eine durchaus sympathische Figur.
"Chamatkar" kann auch nicht als Romanze punkten. Eher schon als drolliger Fantasyulk, weshalb das Zusammenspiel von Shahrukh und seinem Main Hoon Na-Papa Naseeruddin Shah viel wichtiger ist als jenes mit Urmila. Die zwei sind ein amüsantes Gespann. Naseeruddin hat sichtlich Spass an seinem übersinnlichen Part. Leider macht Rajiv Mehra viel zu wenig daraus. Bei einem so fantastischen Plot hätte man auch deutlich mehr Fantasie erwarten dürfen. Klar, Mehra war tricktechnisch eingeschränkt und die wenigen Bluescreen-Effekte sind teilweise enorm mies, aber mit etwas Einfallsreichtum hätte hier eine bedeutend inspiriertere Geschichte entstehen können als bloss ein weiterer Abklatsch des populären "Aladin und die Wunderlampe"-Themas.
Ins Mittelmass reiht sich denn auch der Rest des Films ein: Anu Maliks Musik haucht den Song-and-Dance-Nummern (u.a. eine Beinahe-Coverversion von Peggy Marchs "I Will Follow Him") nur wenig Leben ein, die Nebendarsteller agieren akzeptabel, das Erzähltempo ist tolerierbar - auch wenn 164 Minuten für dieses dünne Geschichtchen deutlich zu lang sind. "Chamatkar" kann man trotzdem kaum böse sein, sei es wegen Shahrukhs Charme oder dem in Bollywood zu selten gesehenen Fantasy-Thema. Es ist ein belangloser, harmloser und einfallsloser Familienspass, den man schnell wieder vergessen hat. Es sei denn, man ist Shahrukh-Fan. Dann kann man seinen Liebling nämlich nicht nur in einem frühen, charmanten Part bestaunen, sondern auch mit einer zeitlosen (das will was heissen in Bollywood) Halskette und in ein paar Szenen halbnackt im Bad.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #8 - erstellt: 30. Mai 2007
Dil Aashna Hai (1992)
Dein Herz kennt die Wahrheit


Mit Shahrukh Khan, Dimple Kapadia, Mithun Chakraborty und Kabir Bedi
in Hindi ohne Untertitel sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Caroland
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Laila (Divya Bharati) ist im Bordell aufgewachsen und verdient ihr Geld als Tänzerin im Fünfsterne-Hotel von Digvijay Singh (Kabir Bedi). Während einer Performance ruft sie ihre Mutter an: Sie liegt im Sterben und erklärt, Laila sei nicht ihre leibliche Tochter! Die junge Frau fällt aus allen Wolken und sucht mit Hilfe von Singhs Sohn Karan (Shahrukh Khan), der sich in sie verliebt hat, nach ihrer Mama. Laila erfährt, dass sie aus einem Waisenhaus entführt wurde. Und Razia (Farida Jalal) erklärt, dass sie sie dorthin gebracht habe. Entgegen genommen habe sie das Baby damals von drei Frauen: Barkha (Dimple Kapadia), Raaj (Amrita Singh) und Salma (Sonu Walia). Die drei College-Mädchen genossen das Leben und angelten sich Liebhaber. Barkha den Abenteurer Sunil (Mithun Chakraborty), Raaj den Reiter Prinz Arjun Singh (Jeetendra) und Salma den Sohn der College-Leiterin, Akram (Nassar Abdulla). Doch eine von ihnen wurde schwanger! Die drei Freundinnen beschlossen, sich zurückzuziehen, damit niemand merkt, wer von ihnen schwanger sei. Danach gaben sie das Kind ins Waisenhaus und starteten grosse Karrieren. So ist Barkha heute Ministerin, Raaj leitet ein Gestüt und Salma das College. Karan und Laila beschliessen, die drei Frauen wieder zusammen zu bringen, um die Wahrheit herauszufinden.

REVIEW
Um Shahrukh Khans Kinodebüt gibts immer Missverständnisse. Nach seinen TV-Erfolgen, u.a. in der Serie "Fauji", wagte Khan 1990 den Sprung auf die grosse Leinwand. Der Film hiess "Dil Aashna Hai" und entstand als bisher einzige Kino-Regiearbeit der Schauspielerin Hema Malini. Doch aus dem Kinotraum wurde vorerst nichts - der Film startete nämlich erst im Dezember 1992. Und so kam Shahrukh in einem anderen Werk zu Debüt-Ehren: Deewana, der im Juni 92 anlief.
Darüber dürfte Shahrukh mittlerweile sicher nicht unglücklich sein, denn Deewana brachte ihm viele Lorbeeren ein. "Dil Aashna Hai" nicht. Das ist nicht primär die Schuld von King Khan. Er schleicht zwar noch etwas unbeholfen durch die Sets und macht neben dem hünenhaften Kabir Bedi eine etwas liederliche Figur - aber er ist in seiner Naivität ja ganz drollig. Ganz anders die anderen Akteure! Bedi ist noch der Beste und kommt gut weg, Jeetendra dagegen ist ebenso verschwendet wie der talentlose Mithun Chakraborty, die steife Dimple Kapadia und die Miss India 1985, Sonu Walia, die ich gar nicht gerne sehe. Amrita Singh ist blass und Farida Jalal kommt kaum vor. Grösste Fehlbesetzung ist indes die 1993 tödlich verunfallte Divya Bharati, mit der man nicht genug mitleidet.
Hema Malinis Regie kann auch nicht gerade entzücken. Es fehlt zuerst klar an Struktur und die Rückblende zu den Damen ist ziemlich öde. Im Mittelteil, bevor es an die Lösung des Rätsels geht, kommt am ehesten Spannung auf. Gegen Schluss wiederum fällt das Ganze auseinander, wenn Malini in 80er-Jahre-Schemata zurückfällt und absurdeste Wendungen und schreckliche Actionszenen (u.a. mit Shahrukh) verkaufen will. Dadurch bekommt der Film zu allem Übel noch einen Trash-Faktor. Ungemütlich auch eine Sequenz, bei der Shahrukh eine Ohrfeige austeilt. Der Grund ist nachvollziehbar, aber die Szene hinterlässt trotzdem einen schalen Nachgeschmack.
"Dil Aashna Hai" ist letztendlich einfach kein guter Film. Die Schauspieler sind unmotiviert, die Regie uninspiriert, die Songs schlaff und die Geschichte nur ansatzweise mal was Neues - vor allem die Idee der drei Frauen, das Kind zu verheimlichen. Das ganze "ich arme Frau bin im Bordell aufgewachsen"-Thema war dagegen bereits 1992 reichlich ausgelutscht, die "Sohn will gegen den Willen seines Vaters eine Tänzerin heiraten"-Story ebenso. Und letztendlich ist der Streifen mit 155 Minuten auch wahnsinnig lang. Wie gesagt: Shahrukh Khan kann froh sein, wurde er der indischen Kinogemeinde nicht mit diesem Werk schmackhaft gemacht. So hat dieser Flop seiner Karriere letztendlich nicht gross geschadet.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #9 - erstellt: 30. Mai 2007
Anjaam (1994)
Heute Liebe, morgen Rache


Mit Shahrukh Khan und Madhuri Dixit
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

einzel Disk
Special Edition

STORY
Der steinreiche Geschäftsmann Vijay Agnihotri (Shahrukh Khan) verliebt sich in die Stewardess Shivani (Madhuri Dixit). Er verfolgt sie auf ihren Flügen und flirtet mit ihr, wo er nur kann. Sie zeigt ihm genervt die kalte Schulter. Als er endlich den Mut aufbringt, sie um ihre Hand zu bitten, kommt er gerade rechtzeitig zu ihrer Hochzeit - mit dem Piloten Ashok Chopra (Deepak Tijori). Vijay wird liebeskrank und immer gewalttätiger. Er heuert Ashok als Boss einer neuen Fluglinie an, um Shivani nahe zu sein. Als das auch nicht klappt, prügelt er den Gatten ins Spital und zerstört Shivanis Leben. Sie kann nichts gegen Vijay tun, weil er die korrupte Polizei auf seiner Seite hat. Dann dreht er komplett durch.

REVIEW
Wenn man Shahrukh Khan heute in den wunderschönen Bollywood-Schnulzen seinen Charme ausspielen sieht, kann man schwer glauben, dass seine Kinokarriere mit etlichen negativen Rollen in Schwung kam. Besonders frappant ist sein Hang zum Bösewicht in den Jahren 1993 und 1994, als er mit Baazigar und Darr zwei Hits landete und mit "Anjaam" noch eines draufsetzen wollte. "Anjaam" enttäuschte an den Kinokassen trotz Hit-Soundtrack und Stars, doch der Film ist nichtsdestotrotz beeindruckend, weil er Shahrukh in seiner vielleicht bösesten Rolle zeigt. In Darr war er zwar der Fiesling, aber angetrieben von Liebe. In "Anjaam" schlägt die Liebe in Hass um und Shahrukhs Übeltaten sind wirklich absolut böse. Nicht minder deftig ist jedoch Madhuris Rachefeldzug.
Damit ist auch angeschnitten, dass "Anjaam" kein Familienfilm ist. Die Gewalt ist exzessiv und nimmt sadistische Ausmasse an. In so einen toughen Film wollte Regisseur Rahul Rawail Bollywood-konforme Auflockerung bringen. Ein Versuch, der nur halbwegs gelingt. Er misslingt komplett in den Szenen mit Johnny Lever. Wenn Lever in seiner peinlichen Rolle als Transvestit auftaucht, möchte man den Fernseher zertrümmern. Er war selten schlechter und unpassender als in diesem Film. Die Songs passen auch nicht ganz,sind aber wenigstens gut. Der Soundtrack ist gespickt mit Hits. Mir gefiel der amüsante Song "Badi Muskhil Hai", in der Shahrukh auf einem fahrenden Taxi tanzt (etwas, was er heute wohl nicht mehr tun würde). Die Shaadi-Nummer "Atara Baras Ki" ist nett und von Madhuri souverän getanzt. "Tu Samna Jab" ist okay, "Main Kohlapur Se" mässig und "Barson Ke Baad" melodiös mit bewegenden Songtexten von Sameer.
Es sind die Songs und die Stars, die "Anjaam" seine soliden 2½ Sterne ermöglichen. Shahrukh, der einen Filmfare-Award als bester Bösewicht gewann, ist diabolisch gut und Madhuri wird vom geschundenen Fräulein zur mörderischen Rächerfrau im Namen der Göttin. Dass sie dabei mitmacht, finde ich erstaunlich. Immerhin muss sie groteske Gewaltakte vollziehen, wie etwa einem Opfer ein Stück des Arms herausbeissen. Autsch. Ihr Feldzug ist geschwängert mit religiöser Symbolik. Der Regen, der alle Sünden wegwäscht, das Feuer, das sie verbrennt. Der göttliche Dreizack, mit dem Madhuri im Tempel zusticht (etwas, was Rawail aus seinem 87er-Film Dacait übernommen hat). Und ihre letzten Worte, "mein Leben ist weniger wichtig als dein Tod". Wow. Das hat etwa die Power von Shahrukhs Rache in Koyla. Wieso bewerte ich diesen besser? Weil er viel kräftiger inszeniert ist. Weil Deepak Tijori in der wichtigen Rolle von "Anjaam" blass wie ein Brett ist. Weil Johnny Lever hier unausstehlich ist. Und weil "Anjaam" auf ziemlich fragwürdige Art sadistisch daherkommt. Es muss jeder sterben, der Madhuri nahe steht, bevor sie zurückschlagen kann. Ihr ungeborenes Baby wird herausgeprügelt, ihre Schwester und ihre Tochter überfahren, ihr Mann erstickt - das löst keine Emotionen mehr beim Zuschauer aus, sondern nur noch Hass. Nicht auf Shahrukh, sondern auf den Regisseur! Seine inszenatorischen Mittel sind derart plump, dass man nicht mehr von einer Handlung reden kann, sondern von einem Konstrukt. "Anjaam" hat zweifellos Mut und Wucht, doch man fühlt sich unwohl bei dem Film. Das kann ja eigentlich nicht das Ziel sein.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #10 - erstellt: 30. Mai 2007
Zamaana Deewana (1995)
Die Liebenden


Mit Shahrukh Khan, Raveena Tandon und Anupam Kher
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Einst waren Madanlal "Lala" Malhotra (Jeetendra) und Suraj Singh (Shatrughan) die besten Freunde. Doch der durchtriebe Sundar (Tinnu Anand) sähte Hass zwischen ihnen un heute sind die beiden die grössten Feinde. Ihre Fehde sorgt für soviel Blutvergiessen, dass der Unter-Kommissar (Prem Chopra) der Polizei eingreift. Kriminalpsychologe K. D. (Anupam Kher) hat den geeigneten Plan: Er will Lalas Tochter Priya (Raveena Tandon) mit Surajs Sohn Rahul (Shahrukh Khan) verkuppeln und so ihre Väter zum Frieden zwingen.

REVIEW
Siebzigerjahre-Hit-Regisseur Ramesh Sippy (Sholay, Shaan) bedient sich in seinem bisher letzten Film beim "Romeo & Julia"-Motiv, ohne der Thematik wirklich neuen Drive zu geben. Zum Schluss hin wirkt der schwerfällig inszenierte Genre-Mix extrem forciert. Hier geschieht nichts Spontanes, sondern alles ist so orchestriert, dass die Geschichte der beiden Liebenden auf das unausweichliche Ende zuläuft. Das ist zwar in den meisten Bollywood-Filmen so, doch bei "Zamana Deewana" ist nicht die Spur von Leichtigkeit auszumachen.
Der Film als Ganzes ist nicht wirklich schlecht, dazu sind die Darsteller zu gut und der Spannungsbogen durchaus akzeptable, doch als Zuschauer fühlt man sich nicht involviert, da Sippy einem alles vorkaut. Weitere Mankos: Es hat viel zu viele Songs (alleine drei Stück in den ersten 25 Minuten), Anupam Kher ist am Anfang ein so grosser Tölpel, dass man ihn auch später nicht ernst nehmen will, und von den Story-Lücken wollen wir gar nicht reden. "Zamaana Deewana" ist ein drei-Stunden-Entertainer, der seine Momente hat, aber letztendlich plump daherkommt und nichts Neues ins Bollywood-Filmschaffen einbringen kann

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Beitrag #11 - erstellt: 30. Mai 2007
Guddu (1995)
Eine Liebe mit Hindernissen


Mit Shahrukh Khan und Manisha Koirala
in Hindi mit deutschen Untertitlen sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Der Anwalt Vikram (Mukesh Khanna) glaubt nicht an Gott und nervt sich über das spirituelle Verhalten seiner Frau Kavita (Deepti Naval). Sie passt seit der Geburt ihres Sohnes Guddu ganz besonders auf ihn auf, weil ein Prieser erklärte, er werde vorzeitig sterben. Vorläufig sieht aber nichts danach aus und Guddu (Shahrukh Khan) ist als Teenager ein Energiebolzen und der Star seines Technik-Colleges. Als er sich in die attraktive Salina (Manisha Koirala) verliebt, blüht er noch mehr auf. Doch das Glück ist von kurzer Dauer: Bei einer Autofahrt suchen Guddu derart starke Schmerzen im Kopf heim, dass er verunfallt. Salina, die neben ihm sass, verliert ihr Augenlicht, und Guddu erfährt bald, warum sein Kopf so schmerzte: Er hat einen Hirntumor und wird bald sterben. Der von Schuldgefühlen geplagte Guddu will testamentarisch festlegen, dass Salina nach seinem Tod seine Augen bekommt - doch sein Vater bockt.

REVIEW
"Guddu" ist die einzige Regiearbeit von Prem Lalwani, neben Dil Se die einzige Zusammenarbeit von Manisha Koirala und Shahrukh Khan - und einer von Shahrukhs am wenigsten erfolgreichen Filmen. Soweit die ernüchternden Fakten. Shahrukh agiert einmal mehr sehr souverän. Mit seinem Charme macht er die erste Hälfte sehr unterhaltsam. Und Manisha fällt zwar mit fürchterlicher 80's-Mode auf, leistet aber soliden und bisweilen erstaunlich verführerischen Support.
Auch die Songs sind recht schmissig und gut gestreut. Doch ab der Mitte des Films türmt sich Melodrama auf Melodrama, bis der Film darunter regelrecht erstickt. Alle Frische weicht göttlicher Fügung, "Guddu" verkommt zu einem gottesfürchtigen, ewig lang ausgewalzten Rührstück, das durch und durch voraussehbar ist. Dies ruiniert den Schwung aus der ersten Hälfte und macht "Guddu" zu einem der schwächsten Filme in Shahrukhs Schaffen. Er selbst überzeugt, der Film aber nicht.

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Beitrag #12 - erstellt: 30. Mai 2007
Ram Jaane (1996)
Ram Jaane - Ein Leben für die Liebe


Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Ein Baby wird im Müll gefunden und von einem weisen alten Mann gross gezogen. Er nennt den Buben Ram Jaane: "weiss Gott". Als Kind (Bhavin Patwa) handelt der Kleine sich reichlich Ärger ein und landet im Heim. Von dort bricht er aus und arbeitet Jahre später als Erwachsener (Shahrukh Khan) für einen mächtigen Gangster. Ram Jaane gerät alsbald in die Hände des brutalen Inspektors Chunte (Puneet Issar) und kommt erst vier Jahre später wieder aus dem Gefängnis frei. Nun findet er bei seinem Jugendfreund Murli (Vivek Mushran) Unterschlupf, der ein Heim für Strassenkinder betreibt. Murli ist inzwischen mit der schönen Bela (Juhi Chawla) zusammen - der Frau, in die auch Ram Jaane verliebt ist. Also sucht er sich eine andere Beschäftigung und taucht wieder in die Welt der Kriminalität ein.

REVIEW
"Ram Jaane" ist einer der mittelmässig erfolgreichen Filme von Shahrukh Khan und spielte rund 80 Millionen Rupien ein. Er entstand noch vor seinen Paukenschlägen als Star von romantischen Komödien wie DDLJ (500 Millionen) und Kuch Kuch Hota Hai (425 Millionen) - das heisst, wir sehen eher den harten Shahrukh aus Karan Arjun, Koyla und der Frühphase seine Karriere. Der Film, inspiriert von Michael Curtiz' Klassiker "Angels with Dirty Faces" (1938) mit James Cagney und Humphrey Bogart, erinnert deshalb eher an die "Angry Young Man"-Filme von Amitabh Bachchan aus den 70ern, als an jene Filme, mit denen wir Shahrukh heute assoziieren. Aber eben: Angry Young Man mit einem Touch Shahrukh. Will heissen, der Film hat Humor und einen gewissen spitzbübischen Charme.
Doch ist er auch gut? Ziemlich. Die überraschend harten Szenen (ein Cop tötet einen 14-Jährigen mit einem Kopfschuss, Shahrukh killt etliche Feinde mit Kopfschüssen), Shahrukhs überzeugendes Spiel sowie die attraktiven Songs sind gelungen. Immerhin noch akzeptabel die Co-Stars und spannend das Thema. Doch "Ram Jaane" hat auch einige Mängel. So wirkt Juhi Chawla massiv unterverwendet und bekommt zu wenig Szenen mit Shahrukh geboten, um die Beziehung wirklich glaubwürdig zu machen. Dann wirkt die Sozialkritik gegen Schluss (vor allem Shahrukhs Anklage an die Macht des Geldes vor Gericht) reichlich aufgesetzt. Von den Filmen, welche Shahrukh Mitte der 90er gemacht hat, ist "Ram Jaane" einer der schwächeren - doch, und das spricht für die Qualität von Shahrukhs Filmen, im Bollywood-Kontext immer noch ein überdurchschnittliches Werk.

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Beitrag #13 - erstellt: 30. Mai 2007
Dilwale Dulhania Le Jayenge
Wer zuerst kommt, kriegt die Braut


Mit Shahrukh Khan, Kajol, Amrish Puri und Anupam Kher
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies [Bollywood Classics]

STORY
London: Simran (Kajol) wird mit einem Mann verlobt, den sie noch nie gesehen hat. Bevor sie sich binden will, überredet sie ihren Vater, den Tankstellenverkäufer Chaudhry (Amrish Puri), dass sie mit drei Freundinnen einen Europa-Trip machen darf. Im Zug nach Paris trifft sie auf Raj (Shahrukh Khan), den Sohn des steinreichen Mr. Malhotra (Anupam Kher). Raj beginnt sofort, mit Simi zu flirten. Sie blockt ab, doch in der Schweiz verfällt sie seinem Charme. Wieder zurück in London trennen sie sich als Freunde - aber beide wissen, dass sie sich verliebt haben. Als Chaudhry das erfährt, packt er Familie und Vermögen zusammen und reist in den Punjab: Simi soll so schnell wie möglich mit ihrem Versprochenen verheiratetet werden.

REVIEW
Das Drei-Stunden-Liebesepos "Dilwale Dulhania Le Jayenge" ist einer der grössten Hits der Bollywoodgeschichte (Platz 3 ohne und Platz 7 mit Inflation, Stand 2005) und lief nach seinem Start im Jahr 1995 über 500 Wochen ununterbrochen in indischen Kinos. Zudem ist es mit zehn Filmfare-Awards noch immer der Rekordhalter in Sachen indischen Auszeichnungen. Es ist leicht zu sehen, warum: Der Film von Aditya Chopra (Mohabbatein) vereint all das, was das indische Publikum so mag: wahre Liebe, Heirat, Europa, Lokalpatriotismus, Anstand. Und natürlich Songs. Es fällt mir schwer, einen Favoriten auszumachen, weil alle so wunderbar sind, aber "Mehndi Laga Ke Rakhna", "Tujhe Dekha To" und "Ho Gaya Hai Tujhko" sind besonders gut.
Inszenatorisch ist das Werk nicht das innovativste, aber der Spannungsbogen wird gut aufgebaut. Ein besonderes Vergnügen für mich waren die Szenen in der Schweiz (gedreht wurde unter anderem, in Saanen). Da springen die Leute in London auf den Zug, sitzen in einem SBB-Gepäcksabteil und steigen in Paris wieder aus. Und die beiden Berner Polizisten, die bei Shahrukhs Auftritt verschmitzt lachen müssen, sind besonders herzig.
Apropos Shahrukh. Dies ist definitiv eine seiner besten Rollen. Es spielt den Typ Mann, den er immer wieder in seiner Karriere gibt (im Interview meint er, er spiele sich quasi selbst), doch hier spielt er "sich besonders gut". Wenn das so Sinn macht. Seine Partnerin Kajol war damals noch neu im Business - und dank ihrer Natürlichkeit bereits völlig überzeugend. Es war ihr dritter von bisher 6 Auftritten mit Shahrukh. Neben DDLJ avancierten später KKHH und KKKG zu den grössten Hits des Duos. Auch die Nebendarsteller überzeugen. Erwähnenswert sind Amrish Puri als Kajols Vater, Bend It Like Beckham-Papa Anupam Kher als Shahrukhs Dad und die bezaubernde Farida Jalal als Kajols Mutter. Alles in allem ein absolutes Muss für jeden Bollywood-Fan - schliesslich ist der Film ein Eckpfeiler der indischen Filmindustrie. Und erst noch sehr sehr unterhaltsam. Die drei Stunden lohnen sich trotz ein paar Problemchen in der zweiten Hälfte auf jeden Fall.
PS: Der Titel "Dilwale Dulhania Le Jayenge" stammt aus dem gleichnamigen Kishore-Kumar-Song aus dem Klassiker "Chor Machaye Shor" (1974), wo Shashi Kapoor seiner Mumtaz "Le jayenge...dilwale dulhania le jayenge" vorsingt.

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Beitrag #14 - erstellt: 30. Mai 2007
Trimurti (1995)
Der ewige Kreis der Liebe


Mit Shahrukh Khan, Anil Kapoor und Jackie Shroff
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Die Polizistin Satyadevi (Priya Tendulkar) lehnt sich gegen den reichen Kooka Singh (Mohan Agashe) auf. Als der Gangster deshalb ihren Mann tötet, killt sie aus Rache seinen Sohn. Nun herrscht Krieg. Kooka lockt Satyadevi in eine Falle und schiebt ihr erfolgreich den Mord an drei Polizisten in die Schuhe. Dafür landet sie für zwanzig Jahre im Knast. Von ihren zwei Söhnen erbittet sie, sie sollen sich um den Jüngsten, den sie gerade erst geboren hat, kümmern. Sie selbst sei tot, lässt sie ausrichten. Doch es dauert nicht lange, da hat der Mittlere, Anand, genug und geht seinen eigenen Weg. Viele Jahre später sorgt sich der Älteste, Shakti (Jackie Shroff), noch immer liebevoll um Romi (Shahrukh Khan). Er will sogar erst eine eigene Familie gründen, wenn Romi mit Radha (Anjali Jathar) verheiratet ist. Doch dazu braucht Romi Geld. Um an dieses zu kommen, wird er zum Gauner und kommt unter die Fittiche von Anand (Anil Kapoor), der als Gangsterboss reicht geworden ist. So wird aber auch Kooka auf Romi aufmerksam ...

REVIEW
"Trimurti" kostete Produzent Subhash Ghai ein Vermögen - und spielte magere 50 Millionen Rupien ein, womit er in der Jahreshitparade 1995 bloss auf Platz 12 kam und zum "Heaven's Gate" Bollywoods erklärt wurde. Der Vergleich hinkt etwas ("Heaven's Gate" spielte nicht einmal 10% seiner Kosten ein) - doch Bollywood mag keine Verlierer und deshalb mag niemand "Trumtri". Selbst Ghai selbst verkündete später, er habe nicht viel mit dem Film zu tun gehabt, alle Schuld gehe an Regisseur Mukul Anand (Hum), der 1997 während dem Dreh des nicht verfolständigten "Dus" starb. Wen auch immer die Schuld trifft - "Triumutri" ist in der Tat kein befriedigender Film.
Die Probleme beginnen schon mit der Exposition. Die Ausgangslage ist derart unglaubwürdig, Satyadevis Schuld-in-die-Schuhe-schieben so albern und das Söhne-Rachemotiv nicht zuletzt in Ghais eigenem Hit Ram Lakhan bereits derart breitgewalzt, dass man sich nicht richtig auf die kommenden drei Stunden freuen mag. Es steckt keine Innovation in der Erzählweise, im Spiel oder der Inszenierung. Stattdessen häuft sich religiöse Symbolik sowie ein übertriebenes Mass an Pathos an, das zum Ende den Film regelrecht erdrückt. Doch mein allergrösster Negativpunkt mit "Trimurti" ist der Bösewicht: Kooka Singh ist derart übertrieben dargestellt, dass er eher in einen Comicfilm, als in ein seriöses Drama gehört. Ich konnte den Kerl niemals ernst nehmen, seine brutalen Taten wurden dadurch negiert und die Rache der Söhne verliert an Power.
Wenn ich gerade beim Enttäuschenden bin: Shahrukh enttäuschte mich. Er war noch relativ frisch damals, aber sein Spiel bleibt farblos. Auch jenes von Anil Kapoor, der erst nach 90 Minuten auftritt, lässt zu wünschen übrig. Bloss Jackie Shroff hat den Stoff wirklich im Griff, hatte ich das Gefühl. Die Songs ... ach, echt kaum der Worte wert. Die meisten sind langweilig und bleiben kaum im Gedächtnis. Am gefälligsten ist vielleicht "Bikta Hai Sona" mit einem sexy Item Girl - bloss Kookas tiefe Gesangsstimme nervt.
Und so bleibt einfach zu wenig übrig, was "Trimurti" wirklich sehenswert macht. Die Starpower, die Kraft, die sich durch die letztendlich vereinte Brüder-Rache ergibt und Priya Tendulkars Spiel. Das reicht bei weitem nicht und "Trimurti" hat damit sein negatives Stigma durchaus verdient. Muss man nicht gesehen haben ...

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Beitrag #15 - erstellt: 30. Mai 2007
Army (1996)
Im Auftrag der Liebe


Mit Shahrukh Khan, Sridevi
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / KSM

STORY
Die Anwältin Geeta (Sridevi) hat ihren Beruf aufgegeben. Im Gefängnis entdeckt sie fünf Kerle, die einen tyrannischen Magistraten ermordet haben und dafür bald hängen sollen. Sie beschliesst, das Quintett aus dem Knast zu befreien, in dem ihr Bruder Raghbir Singh (Kiran Kumar) als Wärter arbeitet. Die Aktion gelingt, Kishan (Harish), Kevin (Ronit Roy), Karta (Ravi Kissen), Khan (Sudesh Berry) und Kabir (Mohnish Behl) sind frei. Sie verschanzen sich mit Geeta in einem abgelegenen Haus. Erst viel später erklärt sie, warum sie die fünf befreit hat: Sie sollen ihre Armee der Rache sein. Geeta erzählt, dass sie den propperen Major Arjun Singh (Shahrukh Khan) geheiratet hat und von ihm schwanger war. Doch der tyrannische Dorfchef und religiöse Führer Naagraj (Danny Denzongpa), der heimlich der grösste Waffenhändler des Landes ist, misshandelte Arjuns Schwester Gayatri, worauf der Major angriff. Naagraj tötete ihn und kam vor Gericht frei, da Gayatri inzwischen den Verstand verloren hatte. Das schreit nach Rache.

REVIEW
"Army" sieht einfach schlecht aus. Über Inhalt und Darstellerleistungen kann man ja noch geteilter Meinung sein, aber der Look des Bollywood-Thrillers ist einfach unsäglich. Die Kamera steht selten am richtigen Ort, die Zooms sind schwach, die Beleuchtung mies, der Einsatz von Nebel und Milchfilter albern. Dass der Stuntman Raam Shetty in seiner einzigen Regiearbeit zwei der grössten Stars Indiens auf diese schmuddelige Art ablichtet, ist fast schon beleidigend.
Aber "Army" ist nicht nur visuell öde. Die Schauspieler können sich kaum entfalten. Shahrukh hat einen ausgedehnten Gastauftritt und darf in der ersten Rückblende ein paar Witze machen sowie einen Song absolvieren, in der zweiten darf er mit lautem Geschrei sterben. Sridevi geht es besser, weil sie länger spielen darf, doch die Rolle beansprucht sie höchstens physisch. Am besten weg kommt Danny Denzongpa, der seinen Charakter derart übertrieben darstellt, dass er als Bösewicht in einem Comic durchgehen würde. Vergessen habe ich die fünf No-Names, die Sridevis "Armee" ausmachen. Aber man kann sie auch leicht vergessen, denn sie spielen kreidenblass und haben keinerlei Wiedererkennungswert.
Damit bleibt noch die letzte Sünde und das wäre das Drehbuch. Der Handlungsteil des Skripts ist schematisch aufgezogen und der Rachefeldzug eigentlich voraussehbar. Die Nebenhandlungen, die Shetty einflicht, sind daneben. Ein Subplot dreht sich um die Mitglieder der "Army", die sich in Mädels vergucken, wobei ein kleines Äffchen nicht nur ein paar Kleider stiehlt, es stiehlt in dieser "Romanze" auch ganz allein die Show. Ein noch unsäglicher Teil des Films beschäftigt sich mit einem Kerl, der seine Tochter verheiraten will. Das hat nichts mit der Geschichte zu tun und langweilt nur.
Der Charakteren-Teil des Skrips ist noch schwächer. Ich sags mal ganz böse: Jede der Figuren ist einfach dumm. Der Bösewicht, die Heldin, die Helden - alle haben sie verminderte Denkfähigkeiten. Sie arrangieren stupide Taktiken, ohne sich auszurechnen, was schief gehen könnte. Sie treten vor ihre Feinde, manchmal unbewaffnet, manchmal um ihre Dialoge zu schreien - und merken danach, dass sie gar keinen Angriffsplan hatten. Geeta hockt monatelang in ihrem Unterschlupf anstatt anzugreifen. Sie klärt die Jungs nicht auf, was ihre Aufgabe ist, sondern lässt sie einen Fluchtversuch durchführen. Alle Aktionen in dem Film machen keinen Sinn und sind nicht zu Ende gedacht. Das Rache-Motiv hält den Stuss zusammen, doch bis es zur Vergeltung kommt, muss man sich durch viele Dummheiten quälen.
Höchstens okay sind auch die Songs. "De Taali" hat zwar doofe Lyrics wie "im Gefängnis sind wir glücklich", ist aber ganz passabel. "Main to Hoon Paagal Munda" mit Shahrukh ist eine schön rassige Punjabi-Nummer. "Achikoo Bachikoo" ist deplaziert und nur eine billige Kopie von Harry Belafontes "Banana Boat Song" (Come mister tally man, tally me banana ...). Der Aufputsch-Song "Ho Gayee Tayyar Hamari Army" ist schlecht choreografiert und "Ex Biti Hui Kahani Hai" ist etwas peinlich, weil Sridevi Sholay-mässig vor dem Fiesling tanzen muss - aber dabei keine gute Figur macht.
All das reicht kaum, um den schwachen Plot, die lächerlichen Figuren, die grässliche Optik und das fehlende Tempo wieder gut zu machen. "Army" ist sowohl in der Filmografie von Shahrukh und von Sridevi ein Tiefpunkt - und man darf froh sein, blieb es Raam Shettys einzige Regiearbeit

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Beitrag #16 - erstellt: 30. Mai 2007
Dushman Duniya Ka (1996)
Liebe schmerzt


Mit Shahrukh Khan und Salman Khan in Gastrollen
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Mahesh (Jeetendra) verliebt sich in Reshma (Sumalatha) und heiratet sie. Die beiden bekommen einen Sohn namens Lucky, der seinem Namen gerecht wird: Ein Laster überrollt ihn beinahe, doch der wackere Rikscha-Fahrer Badru (Shahrukh Khan) rettet ihn - unter Einsatz seines Lebens. Als junger Mann ist Lucky (Manzoor Ali) ein beliebter Student, der von seinen Eltern behütet wird. Doch mit seinen Freunden kauft er sich Drogen beim Dealer Baba (Mehmood). Immer mehr verfällt er dem Rausch und wird süchtig. Die Familie verstösst ihn, nur Freundin Lata (Laila) hält zu ihm.

REVIEW
Mehmood (1932-2004) ist der Vater des Sängers und Schauspielers Lucky Ali sowie Schwager von Meena Kumari. Er war einer der beliebtesten Komiker der Goldenen Ära Bollywood. Seinen Ruhm konnte er in die 70er hinüber tragen, was sich etwa in seiner zweiten Regiearbeit "Kunwara Baap" (1974) zeigt, bei dem sich Stars wie Amitabh Bachchan, Dharmendra und Hema Malini für Gastauftritte hergaben. In "Dushman Duniya Ka", Mehmoods letztem Film als Regisseur und Schauspieler, wiederholte sich dies. So sind unter anderem Shahrukh Khan, Salman Khan und Ashok Kumar zu entdecken. Ausserhalb dieses Starspottings hat der Film aber wenig zu bieten.
Es handelt sich um einen inszenatorisch holprigen und moralisch plumpen Anti-Drogenfilm, der so offensichtlich erzählt ist, dass es weh tut. Selbst nach einem einzigen Zug an einem Joint scheinen die Figuren den Verstand zu verlieren. Von da aus gehts spielend zu Pillen und Spritzen, die Jungs zerfallen im Nu zu Wracks. Der grosse moralische Vorschlaghammer ist jedoch das demagogische Ende, das aufgesetzt wirkt. Gut gemeint mag der Propagandafilm ja zweifellos sein, aber mit der Umsetzung hat Mehmood Mühe - und das färbt selbst auf die Schauspieler ab: Hauptdarsteller Manzoor Ali, der auch als Regieassistent waltete und als Erwachsener nur diese eine Schauspielarbeit ablieferte, ist langweilig, Co-Star Laila entwickelt keinen Drive und Altstar Jeetendra stapft uninspiriert durch den Film, ohne gross eine Miene zu verziehen.
Damit die Botschaft nicht ganz trocken daher kommt, setzt Mehmood vor allem zu Beginn auf Humor - eine krude Mischung. Für die Lacher sorgen Johnny Lever als Rektor, Salman Khan als er selbst und Shahrukh in einer ausgedehnten Gastrolle. In den ersten 18 Minuten des Films spielt Shahrukh den Rikscha-Fahrer Badru, der einen Hitler-Schnurrbart und einen Dachschaden hat. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie der Superstar "irr" spielt und sich immer wieder neckisch auf die Zunge beisst. Echte Pointen generiert dies nie, vielmehr bemühten Kalauer. Von dieser Art sind die Scherze im ganzen Film. Deshalb braucht man sich diesen hingesudelten Trash auch kaum anzuschauen. Aus heutiger Sicht ist "Dushman Duniya Ka" wegen seines Staraufgebots und der (passablen) Musik von Anu Malik interessant, doch Enttäuschungen sind allerorts programmiert - denn der Film ist einfach nicht gut.

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Beitrag #17 - erstellt: 30. Mai 2007
Pehla Nasha (1993)
Eine Liebe kommt


Mit Deepak Tijori, Raveena Tandon, Pooja Bhatt sowie Gastauftritten von Shahrukh Khan, Aamir Khan und Saif Ali Khan
in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Starmedia bzw. Flashpoint
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Der erfolglose Jungschauspieler Deepak Bakshi (Deepak Tijori) träumt von der grossen Karriere, steckt momentan aber in einer finanziellen Krise. Umso glücklicher ist er, als er die Hauptrolle in einem Kinofilm zugesprochen bekommt. Doch schon in der ersten Szene wird verlangt, dass er in einen Ziehbrunnen abtaucht. Da Deepak an Klaustrophobie leidet, vermasselt er die Szene. Am Set bietet ihm sein alter Kumpel Vijay (Jayant Kripalani) Beistand und bietet ihm an, ein paar Tage in dem Luxusapartment zu wohnen, das er für einen verreisten Onkel beaufsichtigt. Deepak akzeptiert und beobachtet vom Balkon aus mit dem Feldstecher fortan allabentlich eine schöne Frau beim Tanzen. Deepak stellt ihr nach und verliebt sich in sie. Sie heisst Avantika Bajaj (Raveena Tandon) und scheint verheiratet zu sein. Doch sie zeigt Interesse an Deepak. Da taucht in ihrer Wohnung ein bärtiger Fremder auf, der sie erwürgt. Deepak, der die Szene beobachtet, kommt zu spät zur Rettung. Für Inspektor Mazumdar (Paresh Rawal) ist Deepak deshalb einer der Verdächtigen. Um seinen Frust herunterzuspülen besucht Deepak eine Bar, in der die schöne Monica (Pooja Bhatt) tanzt. Sie hat genau den gleichen Stil wie die ermordete Avantika!

REVIEW
So richtig böse kann man Ashutosh Gowariker nicht sein, wenn er sich bei Brian De Palma bedient. Jener US-Regisseur ist nämlich einer der grossen Zitierer, Kopierer und Hommagen-Lieferanten Hollywoods, lange bevor Quentin Tarantino daraus eine Kunst gemacht hat. Im Falle seines 1984er-Thriller "Body Double" mit Melanie Griffith holte sich De Palma Inspirationen bei seinem grossen Idol Alfred Hitchcock, massgeblich bei den Filmen "Rear Window", "Vertigo" und "Dial M for Murder". Diese Filme fliessen dementsprechend auch bei Gowarikers "Pehla Nasha" mit ein, doch es bleibt deutlich eine Kopie von "Body Double". Und keine besonders gute. De Palma ist schliesslich ein Meister des Meta-Thrillers, ein Ästhet mit ganz speziellem Stil. "Pehla Nasha" dagegen wirkt beliebig, etwas billig und unbeholfen. Doch ein wenig von De Palmas Geist steckt drin und das macht ihn ganz ansprechend.
So sind die Voyeurs-Szenen ziemlich gut gelungen, die Spannung, die sich aus der Hilflosigkeit des Beobachtenden ergibt, ist auch spürbar. Und die Musik des Komponisten-Duos Neeraj-Uttank verdient Lob. Neben den flotteren Stücken gefiel mir das zweite Lied, das bei den Voyeurs-Tänzen eingespielt wird, ungeheuer gut. Es ist eindringlich gesungen und hat eine betörende Melodie, die unterlegt ist mit Synthesizer-Klängen, welche ihm einen 80er-Jahre-Touch verleihen. Leider finde ich nirgends den Titel des Stücks, doch es gehört definitiv zu den Highlights des Films. Ebenso dazu gehören die Gastauftritte von Showbiz-Grössen wie Shahrukh Khan, Saif Ali Khan, Aamir Khan und Juhi Chawla.
Neben den gelungenen Suspense-Momenten und der Musik gibt es leider wenig Brauchbares an dem Thriller. Die Inszenierung ist profan, die Schauspieler alle etwas blass, die Story zu langfädig. Man hätte hier einen knackigen Thriller im 80er-Stil draus fertigen können, analog zu De Palmas Vorlage, doch Gowariker macht zu viele Konzessionen für das indische Publikum und verwässert den Film. Damit fällt er nicht total auf die Nase, aber statt Suspense dominiert oft Langeweile, die Dialoge sind zu zäh und um die eigentliche Voyeurs-Story gibt es am Anfang viel zu viel Füllmaterial. "Pehla Nasha" empfiehlt sich daher gar nicht erst für den 08/15-Bollywoodfan, sondern eher für jene Kinofreunde, die gerne Originale und "Fälschungen" vergleichen und die gerne Frühwerke bekannter Personen angucken. In diesem Fall von Gowariker, Neeraj Vora und den Gast-Stars. Die, das möchte ich nochmals betonen, sind nur kurz zu sehen. Also Shahrukh-Fans: Nicht vom deutschen Cover blenden lassen. Euer Liebling grinst in einer Traumsequenz ein bisschen, macht einmal den Mund auf und geht dann wieder.
(Review gekürzt - alles hier nachzulesen )

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #18 - erstellt: 30. Mai 2007
English Babu Desi Mem (1996)
Der Junge aus England und das indische Mädchen


Mit Shahrukh Khan und Sonali Bendre
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Sein reicher Vater will Hari Mayur (Shahrukh Khan) mit einer hässlichen Frau verheiraten, weshalb der junge Mann aus London nach Indien flieht. Sein Flugzeug stürzt vor der Küste ab und er wird für tot erklärt. Die junge Atariya findet den Gestrandeten jedoch und päppelt ihn gesund. Hari bedankt sich, indem er Atariya heiratet. Doch bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes kommt es zur Tragödie - und beide sterben. Atariyas kleine Schwester Bijuriya schnappt sich das Baby und zieht es alleine gross. Acht Jahre später ist aus Bijuriya (Sonali Bendre) eine attraktive Tänzerin und aus Baby Nandu (Sunny Singh) ein aufgeweckter Bub geworden. Bijuriyas väterlicher Freund Madagar (Saeed Jaffrey) entdeckt, dass Hari in London einen jüngeren Bruder hatte - den nunmehr steinreichen Indien-Hasser Vikram (Shahrukh Khan). Madagar lockt Vikram nach Indien, da er fette Beute wittert. Stattdessen erhebt Vikram aber Anspruch auf Nandu!

REVIEW
Shahrukh Khan war 1996 schon ein ziemlicher Star. Wieso er sich also in die Niederungen einer voraussehbaren Komödie verirrte, mag erstaunen. So schlecht ist "English Babu Desi Mem" allerdings auch nicht - und vor allem Shahrukh glänzt einmal mehr mit spitzbübischem Charme. Und einigen rotzfrechen Sprüchen. Sonali Bendre sieht in den Song-Sequenzen sexy aus, doch ihre Rolle ist etwas blass und klischeereich. Ihr Filmsohn Sunny Singh ist dagegen für einen Kinderdarsteller recht gut. Darstellermässig gibts also nichts auszusetzen und auch die Handlung ist in der ersten Stunde recht nett. Die zweite ist passabel aber bereits durchzogen mit einigen Logiklöchern und sehr forcierten Ereignissen. Die letzte halbe Stunde ist dann schlicht doof, wenn Regiedebütant Praveen Nischol noch verkrampft versucht, Action und Gewalt in den Film reinzudrücken. Das passt irgendwie nicht.
Technisch ist "English Babu Desi Mem" auch nicht besonders ausgereift: die Kamera bewegt sich träge, die Songs klingen groovig, aber uninspiriert. Und die Backgroundmusik ist unspektakulär. Genau dieses Wort passt gut zu "English Babu Desi Mem": Nach einem guten Start ist er schlicht unspektakulär - trotz einem einmal mehr überzeugenden Shahrukh.
PS: In den End Credits ist Sunil Shetty erwähnt, da ich ihn aber nirgens erkannt habe und auch im Internet auf keine Bestätigung dafür gestossen bin, bin ich ziemlich sicher, dass nicht der bekannte Sunil Shetty gemeint ist.

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Beitrag #19 - erstellt: 30. Mai 2007
Yes Boss (1997)
Liebe und Hinterlist


Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Rahul Joshi (Shahrukh Khan) träumt von seiner eigenen Werbeagentur. Um an die nötigen Finanzen zu kommen, arbeitet er mit vollem Einsatz für den reichen Sidharth Chaudhary (Aditya Pancholi). Für seinen Boss tut er alles - auch dessen Frau Sheila belügen und ablenken, wenn der Boss mal wieder fremdgeht. Rahul muss gut sein, denn wenn Sheila hinter die Affären ihres Gatten kommt, würde sie sich scheiden lassen und er alles verlieren, da ihr Geld in der Firma steckt. Doch diesmal ist Rahuls Job noch komplizierter: Sein Boss hat nämlich ein Auge auf das Model Seema Bakshi (Juhi Chawla) geworfen, in das sich auch Rahul verliebt hat.

REVIEW
"Yes Boss" ist ein typischer Shahrukh-Film, in dem der Superstar mal wieder mit Charme glänzen kann. Die Story, die recht frei bei Barry Sonnenfelds "For Love or Money" (1993) mit Michael J. Fox abgeguckt ist, gibt nicht allzu viel her und ist vollgestopft mit Bollywood'schen Klischees, aber das hindert den Film nicht daran, ausgesprochen unterhaltsam zu sein. Für Shahrukh und Juhi war es die fünfte Zusammenarbeit und man merkt, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Illustre Nebendarsteller (Kulbhushan Kharbanda, Johnny Lever, Gulshan Grover) sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu einer ein-Mann- und ein-Frau-Sache verkommt. Shahrukh und Juhi sind dennoch das Herz des Films und tragen ihn spielend. Auch in den nett arrangierten Songs, von denen gleich zwei in der Schweiz (Alpen, Fribourg, Luzern) spielen

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Beitrag #20 - erstellt: 30. Mai 2007
Duplicate (1998)
Doppelgänger


Mit Shahrukh Khan, Juhi Chawla, Sonali Bendre
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutschen Synchronisation.
Vertrieb: Laserparadise
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Der schüchterne Bablu (Shahrukh Khan) ist ein ziemlicher Versager, der sogar noch im Bett seiner Mutter (Farida Jalal) schläft. Nun scheint ihm das Glück jedoch hold, als er von der schönen Sonia Kapoor (Juhi Chawla) als Hotelkoch eingestellt wird. Gerade als sich die beiden auch privat näher kommen, wird Bablu verhaftet. Die Polizei hält ihn für Manu (Shahrukh Khan), einen gefährlichen Raubmörder, der aus dem Knast ausgebrochen ist. Die Verwechslung wird zwar aufgelöst, doch fortan schwebt Bablu in Lebensgefahr.

REVIEW
Für SRK-Fans ist "Duplicate" natürlich eine Offenbarung, immerhin darf der Superstar gleich in zwei Rollen auftreten. So sieht man King Khan als etwas idiotischen Komiker und als brutalen Killer. Beides in einem Film - das gibts nicht alle Tage. Die Co-Stars werden zu Nebendarstellern degradiert. Juhi Chawla kommt in ihrer sechsten Zusammenarbeit mit Khan noch am besten weg. Sonali Bendre darf als Manus Loverin vorwiegend ihre erotischen Reize zur Geltung bringen und Farida Jalal gibt mal wieder die typische Filmmutter (sie spielt auch in KKHH Shahrukhs Mutter). Kajol hat einen Kurzauftritt etwa zur Filmmitte am Bahnhof zur Musik von DDLJ.
Inszenatorisch liess sich Regisseur Mahesh Bhatt nicht besonders viel Spektakuläres einfallen. Die Szenen, in denen Shahrukh zweimal zu sehen ist, sind tricktechnisch gut gelungen, auch die Songs sind peppig inszeniert (und wurden zum Grossteil in der Schweiz gedreht) und die Action ist kompetent. Manchmal sogar richtig brutal und rasant - ein Beispiel: Der erste Barfight von Manu mit seinen Ex-Partnern. All diese Elemente sowie das vergnügliche, wenngleich auch hie und da etwas anstrengende, Spiel von Shahrukh Khan machen "Duplicate" zu einer gefälligen Verwechslungskomödie der Marke Bollywood. Grosses Kino? Sicher nicht ... aber nette Unterhaltung allemal.

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Beitrag #21 - erstellt: 30. Mai 2007
Dil Se (1998)
Von ganzem Herzen


Mit Shahrukh Khan, Manisha Koirala, Preity Zinza
in Hindi mit deutschen Untertiteln.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
Der Radiojournalist Amar (Shahrukh Khan) befragt in Nord-Indien Menschen über 50 Jahre Unabhängigkeit. Dabei trifft er eine geheimnisvolle Frau (Manisha Koirala), in die er sich verliebt. Obwohl sie ihn stets zurückweist, kreuzen sich ihre Wege andauernd. Was Amar nicht weiss: Megha ist eine Revolutionärin, in deren Vokabular das Wort Liebe nicht vorkommen darf. Doch Amar gibt nicht auf.

REVIEW
Die Mannschaft hinter "Dil Se" ist beeindruckend: Produzent Ram Gopal Varma zeichnet für hochstehende Bollywood-Hits wie Company verantwortlich, Executive Producer Shekhar Kapur machte sich vor allem im Westen einen Namen als Regisseur ("Elizabeth") und Regisseur Mani Rathnam gilt nicht erst seit Bombay als einer von Indiens interessantesten und politisch engagiertesten Filmemacher. Vielleicht ist Rathnams erster traditioneller Bollywood-Blockbuster genau aus diesem Grund leicht zerfahren. Mit seinen 160 Minuten ist "Dil Se" für Bollywood-Verhältnisse zwar nicht ausgesprochen lang, doch das Hin- und Her der Charaktere in der letzten Stunde wirkt etwas anstrengend. Zudem ist Shahrukh Khan für die anspruchsvolle Rolle beinahe eine Fehlbesetzung. Aber nur beinahe, denn man leidet durchaus mit ihm. Und Preity Zinta, die hier ihr Debüt absolviert, passt manchmal nicht recht in den Film.
Doch genug gemotzt - denn trotz all dem ist "Dil Se" extrem faszinierend. Zum einen ist die Kameraarbeit von Santosh Sivan, dem Regisseur von Asoka, einfach überwältigend. Besonders während dem dritten Song. Und die erste Nummer auf dem Zug, bei dem Lars von Trier wohl für "Dancer in the Dark" abgeschaut hat, reisst ganz gehörig mit: "Chaiya Chaiya" heisst sie - was für ein Bombentrack, was für eine heisse Tänzerin (Malaika Arora). Ebenfalls zu rühmen ist das Ende von "Dil Se", das kein Happy End darstellt. Zudem sind interessante Themen-Ansätze vorhanden. Dies erklärt, wieso "Dil Se" im Bollywood-Kontext als aussergewöhnlich angesehen wird. Für viele Kritiker ein Meilenstein im indischen Film. Ich bleib mal bei dreieinhalb Sternen, vor allem, weil Mani Rathnam einfach ein brillanter Regisseur ist und selbst die heterogene Struktur des Films irgendwie positiv erscheinen lässt. Ihm vergebe ich jedenfalls gerne ein paar Fehler. Und bei einem Star wie Shahrukh Khan schaut man eh gerne zu.

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Beitrag #22 - erstellt: 30. Mai 2007
Kuch Kuch Hota Hai (1998)
Und ganz plötzlich ist es Liebe!


Mit Shahrukh Khan, Kajol, Rani Mukherjee und Salman Khan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Special Edition: 2 Disk-Set
Single Disc: 1 Disk


STORY
Bombay: Tina (Rani Mukherjee) gebärt ein Kind, kurz darauf verstirbt sie. Ihr Mann Rahul Khanna (Shahrukh Khan) erfüllt ihren letzten Wunsch und nennt das gemeinsame Kind Anjali. Jedes Jahr zum Geburtstag kriegt Anjali einen Brief, den ihre Mutter vor dem Tod geschrieben hat. Als Anjali (Sana Saeed) acht wird, erfährt sie im Brief, wieso sie so heisst: Im College war Anjali Sharma (Kajol) Rahuls beste Freundin. Sie liebte ihn, doch getraute sich nicht, ihm die Liebe zu gestehen. Da tauchte Tina auf dem Campus auf und Rahul verknallte sich auf den ersten Blick. Als er Tina seine Liebe beichtete, verliess Anjali die Schule und sah Rahul nie wieder. Nun wünscht sich Tina im Brief, dass ihr Töchterchen Rahul mit der Frau verkuppelt, die ihn wirklich liebte

REVIEW
Mit "Kuch Kuch Hota Hai" gab Karan Johar, der Sohn von Produzent Yash Johar, sein Regiedebüt. Und was für eines! KKHH ist einer der schönsten und beliebtesten Bollywood-Filme, der an den Kinokassen zum Blockbuster avancierte und dessen Songs die Hitparaden stürmten. Über die ganze Distanz von 183 Minuten langweilt man sich nie. Dafür wird man durch ein Wechselbad der Emotionen geleitet: Liebe, Kitsch, viel Humor und zum Schluss grosse Emotionen. Berauschendes Bollywood-Kino kann eigentlich fast nicht besser sein.
Ein Grossteil davon ist das Verdienst der Akteure. Kajol und Shahrukh waren 1998 längst ein Traumpaar, nicht zuletzt wegen ihrem gemeinsamen Blockbuster DDLJ. Neu dazu stiess Kajols schöne Cousine in ihrem erst dritten Film: Rani Mukherjee. Shahrukh, Kajol und Rani waren fortan ein Dreamteam und die Glücksbringer von Karan Johar, ohne die er keinen Film drehen würde. Es folgten denn auch K3G und Kal Ho Naa Ho - wobei Rani und Kajol bei Letzterem nur für ein paar Sekunden zu sehen sind. Aber zurück zu den Stars: Shahrukh ist wunderbar. Ob als kleiner Macho mit knalligem Modegeschmack im College, ob als liebender Vater oder hoffnungslos Verliebter - er hat immer unglaublich viel Charme. Kajol ist ein Energiebündel. An der Schule ist sie schnippisch, überdreht und trägt absurde Kleider. Später ist sie würdevoll und steckt im schönen Sari. Sie beweist Wandelbarkeit und steht Shahrukh in Sachen Charme in nichts nach. Rani zuletzt ist betörend und doch natürlich. Ihre Rolle ist bescheidener, aber ihr Geist hängt über dem ganzen Werk.
Mit dabei sind noch viel mehr bekannte Gesichter. Das berühmteste gehört Superstar Salman Khan, der einen verlängerten Gastauftritt absolviert. Seine noble Geste zum Schluss gehört zu den bewegendsten Momenten des Hindi-Kinos. Anupam Kher ist witzig als Rektor, Johnny Lever ist nicht sooo übel als Lagerleiter, Farida Jalal gibt Rahuls Mutter, Reema Lagoo jene von Kajol. Ein letzter Star ist die Musik: Die Songs sind wirklich wunderbar, wie meistens in einem Karan-Johar-Film. Der Reigen beginnt mit dem eher schwachen, aber knallbunten "Yeh Ladka Hal Deewana", gefolgt vom kurzen Rani-Solo "Om Jai Jagdish Hare". "Koi Mil Gaya" ist eine rockige Gutelaune-Nummer und das Titellied "Kuch Kuch Hota Hai" (Lyrics hier) ist schön melancholisch inszeniert in Schottland (Locations). Der Rest des Films hat noch weitere Nummern zu bieten, manche wiederholt, manche gekürzt. Heraus ragen der mit jedem Anhören besser werdende Track "Saajanji Ghar Aaye" mit dem ersten Auftritt von Salman sowie "Ladki Badi Anjani Hai", der vielleicht gelungenste Song des Soundtracks.
"Kuch Kuch Hota Hai" ist ein wunderschöner, sehr witziger und unglaublich romantischer Film, den ein Bollywood-Fan einfach gesehen haben muss. Er braucht eine gewisse Zeit, um in Fahrt zu kommen, beginnt etwas holprig und beinahe zu überdreht. Aber die Dramaturgie ist perfekt - denn mit jeder Minute wird er besser. Er steigert sich durch Ranis Eintritt am College, wird super mit Kajols Abreise, wandelt sich zum Meisterwerk mit Salmans Einführung und hievt sich in Klassiker-Sphären in der letztem emotionalen Stunde. An dem Werk entscheidet sich, ob man mit dieser Form des exzessiven Kinos überhaupt etwas anfangen kann. Insofern ist KKHH ein guter EInstiegspunkt für den geneigten Bollywood-Interessierten.

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Beitrag #23 - erstellt: 30. Mai 2007
Baadshah (1999)
Der König der Liebe



Mit Shahrukh Khan, Twinkle Khanna und Amrish Puri
mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Raj (Shahrukh Khan) nennt sich Baadshah: Der König. In Wahrheit ist er jedoch bloss ein etwas überdrehter Privatdetektiv, der mit seiner Crew die seltsamsten Fälle annimmt. Nun wendet sich der reiche Jhunjhunwala (Avtar Gill) an ihn und bittet ihn, die schöne Seema (Twinkle Khanna) zu verführen und sie dann fallen zu lassen, damit sie in eine Heirat mit seinem Sohn einwilligt. Kein Problem für Raj, doch am Ende, als er Seema weh tun muss, tut sie ihm leid. Er hat sich verliebt. Keine Zeit zum Trauern, denn nun wird die Tochter des Industriellen Mahendra entführt. Raj ermittelt und wird dabei mit dem CGI-Agenten Deepak (Deepak Tijori) verwechselt, dessen Codename "Baadshah" ist. Deepak wird von dem Killerduo Rani (Deepshika) und Moti (Sharat Saxena) umgelegt, die vom reichen Suraj Singh Thapar (Amrish Puri) den Auftrag erhalten haben, ihn zu töten. Thapar plant nämlich, die Chief Ministerin von Goa, die soziale Gayatri Bachchan (Raakhee) zu ermorden. Dabei soll ihm niemand in den Weg kommen. Doch da taucht der falsche Baadshah auf: Raj - im Schlepptau Seema, die ihn verfolgt sowie Rani und Moti, die ihn töten wollen.

REVIEW
"Baadshah" ist die zweite Zusammenarbeit von Abbas-Mastan und Shahrukh Khan nach dem Hit Baazigar. An diesen reicht der turbulente Film zwar nicht heran, aber "Baadshah" ist schamlos unterhaltsam. Die Actionkomödie ist auch einer der wirrsten Filme, die ich jemals gesehen habe. Die Regie-Brüder packen etwa drei Stories in den Film mit Anleihen von Bond bis "Nick of Time". Das Resultat würde jedem westlichen Drehbuchautor die Schamröte ins Gesicht treiben, denn man kommt hie und da schlicht nicht mehr draus. Ja, ein solches Chaos ist "Baadshah". Aber Abbas-Mustans Talent ist es, dies zu kaschieren. Mit Non-Stop-Gags, Action, Spannung, Songs und Shahrukh.
"Baadshah" ist einmal mehr eine King-Khan-Show. Der Entertainer blüht in allen Situationen auf und ist klar die Identifikationsfigur. Twinkle Khanna hat einen Traumkörper und ist okay als weibliche Heldin. Sie kommt aber nicht an die besten Shahrukh-Partnerinnen heran. Amrish Puri ist mal wieder der Fiesling, Johnny Lever hat ein paar gute Jokes. Der Plausibilitätsfaktor des Films ist gleich null, doch in der letzten halben Stunde der 175 Minuten Lauflänge wird das besonders offensichtlich. Da kopieren Abbas-Mustan eindeutig den Johnny-Depp-Echtzeit-Thriller "Nick of Time" im Schnelldurchlauf. Sie erreichen nie die Spannung des Vorbilds, aber es gibt ein paar gute Szenen. So darf Shahrukh in magnetischen Schuhen die Wand hoch laufen ("Why am I doing this? I'm no Akshay Kumar!"), es kommt Spannung auf und der Moment, in dem Raakhee den Brief liest, ist sehr emotional und gut inszeniert. "Baadshah" ist ein Bollywood-Film in Reinkultur. Überlänge, Songs, Shahrukh und ein Ghetto von einem Drehbuch. Oder in einem Wort: Spass

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Beitrag #24 - erstellt: 30. Mai 2007
Phir Bhi Dil Hai Hindustani (2000)
Mein Herz schlägt Indisch


Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Ajay Bakshi (Shahrukh Khan) ist der angesagteste und beste Reporter der Stadt und beschert seinem TV-Sender K-TV Traumquoten. Die Konkurrenz Galaxee TV von Mr. Chowdhary (Dalip Tihil) will das ändern und stellt die forsche, aber sehr attraktive Ria Banerjee (Juhi Chawla) als Frontfrau ein. Schon bald hat sie Ajay den Rang abgelaufen - und ihm das Herz gestohlen. Als Ajay für den Chief Minister Mushran (Govind Namdeo) und Ria für dessen Gegner Dua (Shakti Kapoor) zu arbeiten beginnen, geraten sie in ein politisches Ränkelspiel, das dem armen Mohan Joshi (Paresh Rawal) das Leben kosten soll. Nun spannen Ria und Ajay zusammen um der Korruption ein Ende zu setzen und Mohan zu retten.

REVIEW
Für die erste Produktion ihrer Firma Dreamz Unlimited haben Regisseur Aziz Mirza und die Stars Shahrukh Khan und Juhi Chawla (die zusammen auch "Raju Ban Gaya Gentleman" und Yes Boss drehten) eigentlich keinen Flop erwartet, da alle Zutaten zu stimmen schienen - doch "PBDHH" tauchte an den Kinokassen schnell ab. Das liegt zum einen am ungemütlichen kritischen Patriotismus des Films, an seiner allzu ernsten zweiten Hälfte und der uneinheitlichen Inszenierung.
Die Einzelteile des Films sind tatsächlich lecker: Shahrukh spielt zu Beginn mit seinem typischen Charme, Juhi ist niedlich, die Kameraarbeit von Santosh Sivan ist wie immer spektakulär und Regisseur Mirza hält das Tempo einigermassen aufrecht. Die zweite Hälfte greift Korruption in der Politik und in den Medien an, propagiert ein soziales, gerechtes Indien und lässt Shahrukh zum Schluss mit einer indischen Flagge vor einer Menschenmenge marschieren. Nicht, um Indiens Grösse zu feiern, sondern um zu zeigen, wofür diese Nation stehen sollte. Kritischen Patriotismus nennt man so was - und das seh ich bedeutend lieber, als irgend einen Sunny Deol-Fascho-Patriotismus. Aaaaaaber, diese nun gerade gerühmten Komponenten wollen und wollen nicht zusammenpassen.
So verspielt Shahrukh in der zweiten Hälfte den Charme, die Chemie zwischen ihm und Juhi scheint nicht zu stimmen - eigentlich kein Wunder, denn in der zweiten Hälfte kommt Juhi kaum mehr vor. Die Attacke auf korrupte Politiker und auf Medien, die sogar die Hängung eines vermeintlichen Terroristen werbetechnisch vermarkten und übertragen, ist zwar sehr böse und manchmal überraschend schwarzhumorig, doch dies dann wieder mit Johnny Lever-Kapriolen, lustlosen Shahrukh- und Juhi-Geplänkel zu paaren, das geht und geht nicht auf. In "PBDHH" stecken zwei gute Filme: Eine romantische Komödie im TV-Reporterbusiness und ein sozialkritisches Drama mit politischer Sprengkraft. Beides eigentlich tolle Ideen, aber zusammegewürfelt ein hoffnungslos heterogenes Gebilde. Echt schade!

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Beitrag #25 - erstellt: 30. Mai 2007
Hey Ram (2000)
Augenblick der Zärtlichkeit


Mit Kamal Haasan, Rani Mukherjee und Shahrukh Khan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Laserparadise
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
1946: Bei Unruhen in Calcutta wird Aparna (Rani Mukherjee), die Frau des aus Madras stammenden Archäologen Saketh Ram (Kamal Haasan), von Muslimen vergewaltigt und ermordet. Inmitten der andauernden Konfrontationen zwischen Hindus und Muslimen sucht Ram die Mörder und tötet einige von ihnen. Fortan plagen ihn Visionen seiner Frau - aber auch der Männer, die er getötet hat. Ram heiratet später wieder, doch Aparna bleibt seine grosse Liebe. Ihr Verlust treibt ihn immer weiter in die Arme der radikalen Hindus. Letztendlich findet er sich in einer Gruppe wieder, welche die vermeintliche Wurzel allen Übels auslöschen will: Mahatma Gandhi, den sie als Moslem-Unterstützer und damit als Feind sehen. Ram soll den Mord ausführen.

REVIEW
186 Minuten Lauflänge sind für das preisgekrönte Drama des südindischen Megastars Kamal Haasan zwar etwas gar lang, aber es behandelt das ebenso interessante wie kontroverse Thema bleibt stets spannend. In Indien sorgte der Film für ziemliche Unruhe. Zum einen wegen zwei Sexszenen, die für westliche Augen völlig harmlos sind, nach Bollywood-Normen jedoch anstössig. Noch mehr Aufsehen erregte natürlich der Inhalt. Für die einen wurde das Mythos Gandhi demontiert (wenngleich ein Film wie Legend of Bhagat Singh dies viel krasser tat), anderen passte die Aufarbeitung des hinduistisch-muslimischen Zusammenlebens nicht. Tatsächlich erscheinen Muslime anfänglich deutlich als die Bösen. Der Schluss relativiert alles, doch ein Nachgeschmack bleibt.
Zum Glück spielt Superstar Shahrukh Khan (mit Bart) die kleine, aber feine Rolle von Rams bestem Muslim-Freund. Er reisst das Steuer herum und gibt den Muslimen vorher verlorenen Boden zurück. Shahrukh ist definitiv eines der Highlights im Film. Rani agiert ebenfalls vorzüglich in der noch kürzeren Rolle - und ihr Abgang rührt zu Tränen: Er ist auch sehr brutal. Rani wirkt ungeschminkt und natürlich und ihre "Sexszene" mit Kamal passt blendend in den Film. Weitere erwähnenswerte Rollen spielen die Altstars Hema Malini und Om Puri. "Hey Ram" ist dank seiner Inszenierung, der Brisanz und dem starken Spiel der Akteure fast schon ein "Must See"-Film des indischen Kinos. Obwohl ich noch etwas mehr Power erwartet habe, nimmt er in der Bollywood-Liga dennoch einen oberen Rang ein.

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Produktempfehlungen


Beitrag #26 - erstellt: 30. Mai 2007
Josh (2000)
Mein Herz gehört dir


Mit Shahrukh Khan und Aishwarya Rai
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

STORY
1961 wechselte das christliche Goa von Portual zu Indien. Auch 20 Jahre später ist in der Stadt Vasco Town deshalb eine Trennung spürbar: Die christliche Jugendbande "Eagles" liegt im Krieg mit der hinduistischen Gang "Bichhu" (Scorpions). In dieses Bandenkriegsklima kommt Rahul (Chandrachur Singh aus Bombay. Der naive Städter ist der Bruder von Bichhu-Chef Prakash (Sharad Kapoor, Lal Salaam). Und er verliebt sich ausgerechnet in die schöne Shirley (Aishwarya Rai), die Zwillingsschwester von "Eagles"-Anführer Max (Shahrukh Khan).

REVIEW
Shahrukh nimmt man den knallharten Bandenführer einfach nicht richtig ab, weshalb "Josh" nie die Power aufbringt, die es bei der klassischen Vorlage entwickeln sollte. "Josh" basiert nämlich auf dem US-Musical "West Side Story", das wiederum stark von Shakespeares "Romeo & Julia" inspiriert ist. Doch Shahrukh ist dennoch keine Fehlbesetzung, da Regisseur Mansoor Khan (Cousin von Aamir Khan und Regisseur von Akele Hum Akele Tum) dem Film eh einen leichtfüssigen Touch gibt. So passt das Ganze eben doch wieder zusammen.
Als Shahrukhs Schwester glänzt Aishwarya Rai. Die Miss World 1994 gibt sich relaxt und ganz unterschiedlich niedlich. Sie ist ein Engel in dem Film und war selten liebenswürdiger. Dagegen gibts an ein paar anderen Punkten etwas zu meckern: Die Songs sind schwach und in der zweiten Hälfte deplaziert. Das gut gemeinte Versöhnungs-Ende ist viel zu kitschig. Die Mode und die Frisuren wollen einfach nicht ins Jahr 1980, in dem der Film spielen soll, passen. Abgesehen davon ist "Josh" aber gute Bollywood-Unterhaltung ohne viel Anspruch, dafür mit Shahrukh und Aishwarya in charmanter Top-Form.

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Beitrag #27 - erstellt: 30. Mai 2007
Mohabbatein (2000)
Denn meine Liebe ist unsterblich


Mit Shahrukh Khan, Amitabh Bachchan und Aishwarya Rai
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Special Edition: 2 Disk-Set
Single Disc: 1 Disk


STORY
Rektor Narayan Shankar (Amitabh Bachchan) hält an der Eliteschule Gurukul knallharte Regeln aufrecht. Vor Jahren hat ein Schüler die Regeln gebrochen und sich verliebt. Shankar hat den jungen Mann dafür von der Schule geworfen, das Mädchen beging Selbstmord. Sie war niemand anderes als Shankars einziges Kind Megha (Aishwarya Rai). Doch selbst dieser Vorfall hat das Herz des prinzipientreuen Mannes nie erweicht. So leiden nun auch drei neue Schüler unter den Regeln, da sie sich verliebt haben: Der stürmische und steinreiche Vicky Oberoi (Uday Chopra) in die arrogante Schülerin Ishika (Shamita Shetty), Sameer Sharma (Jugal Hansraj) in seine Kindheitsfreundin Sanjana (Kim Sharma) und Karan Choudhary (Jimmy Shergill) in die verheiratete Kiran (Preeti Jhangiani). Die Jungs setzen darum alle Hoffnung auf den neuen Lehrer, Raj Aryan (Shahrukh Khan), der sich gegen Sahnkars Anweisungen stellt und mit ihm noch eine alte Rechnung offen hat - er ist der Schüler von damals, der von der Schule geworfen wurde!

REVIEW
"Mohabbatein" ist die zweite Regiearbeit von Aditya Chopra nach Dilwale Dulhania Le Jayenge und erreicht weder dessen Qualität noch seine dramaturgische Dichte. Das Epos ist ausufernde 215 Minuten lang und leidet unter einem uneinheitlichen Ton ebenso wie unter ein paar schwachen Nebenrollen. Zudem ist das Liebesdrama noch manipulativer und durchkalkulierter, als man es von in Bollywood schon gewohnt ist. Doch der mit drei Filmfare-Awards ausgezeichnete Film repräsentiert beinahe besser als jeder andere das Bollywood-Kino um die Jahrtausendwende - bezüglich Inhalt, Aufwand, Besetzung und Musik. Es ist ein nicht immer gut zugänglicher Film mit inszenatorischen Problemen, doch einer, der immer wieder Momente absoluter Schönheit produziert.
Als erstes muss ich einfach die Musik loben. Sie stammt wie die meisten genialen Blockbuster der späten 90er von Jatin-Lalit (KKHH, DDLJ) und weist ein paar echte Perlen auf. Den Anfang macht mit "Chalte Chalte" ein durchschnittlicher, zu langer Track, der vor allem dazu dient, die drei jungen Liebespärchen zu zeigen. Es folgt die wunderbare Holi-Nummer "Soni Soni". In "Aankhein Khuli" tritt das Mädchencollege (das anscheinend nur von Supermodels besucht wird) zum Tanz an - aber das Lied taugt nichts. Zum Schluss legt immerhin 60's-Item-Girl und Supervamp Helen eine kesse Sohle aufs Pakett. Der Instrumental-Track "Rhythms of Mohabbatein" gibt v.a. den Damen die Chance, attraktiv abzutanzen. Gleich darauf folgt ein Herzstück des Films mit dem bezaubernden Schweizer-Alpen-Lied "Humko Humise", dem Leitthema des Films. Als Abschluss gibts den hübschen "Pairon Mein Bandhan" mit guten Tänzen, der in "Zinda Rehti Hain Mohabbatein" übergeht.
Weniger geglückt ist indes die Hintergrundmusik. Wenn sie Auszüge der Lieder aufnimmt, funktioniert sie - doch die ununterbrochenen Aaah-Aaaah-Aaaaaah-Chöre, die man aus allerlei Hindi-Filmen kennt, kombiniert mit Geigenklängen schlagen mit der Zeit aufs Trommelfell. Dort schmerzt bisweilen auch der laute Humor, für den primär Anupam Kher verantwortlich zeichnet. Der Papa aus Bend It Like Beckham ist mit diesem Johnny Lever-Part leicht unterfordert. Zwar macht er ein paar witzige Anspielungen an Kuch Kuch Hota Hai, aber meistens muss der arme Kher den Hampelmann spielen. Dafür ist er einfach zu gut. Und damit bin ich unweigerlich bei den Akteuren angelangt.
Die Besetzung ist schliesslich eine der Stärken des Films. Es ist unter anderem die erste Zusammenarbeit der Megastars Shahrukh Khan und Amitabh Bachchan. Sie haben eine ähnliche Dynamik wie in Kabhi Kushi Kabhie Gham und führen den Kampf "Liebe gegen Tradition". Shahrukh, der nach fast dreissig Filmminuten auftaucht, verkörpert den "Dead Poets Society"-Geist als gutmütiger Lehrer überzeugend. Amitabh spielt seine autoritäre Karte ebenfalls voll aus. Dritte im Starbund ist Aishwarya Rai, die nach einer Stunde erstmals auftaucht.........
(gekürzte review - alles hier nachzulesen )

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Beitrag #28 - erstellt: 30. Mai 2007
One 2 Ka 4 (2001)
Der Babysitter-Cop


Mit Shahrukh Khan, Juhi Chawla und Jackie Shroff
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
Javed Abbas (Jackie Shroff) und Arun Verma (Shahrukh Khan) arbeiten für ein Spezialkommando der Polizei. Privat sind die beiden eng befreundet. Javed, ein Vater von vier Kindern, ist für den jüngeren Arun, ein Dauer-Single, wie eine Vaterfigur. Die Kids können den Schnösel dennoch nicht leiden. Eines Tages sind die beiden Cops wieder einmal dem Drogenbaron Krishan Kant Virmani alias KKV (Nirmal Pandey) auf den Fersen. Dabei wird Javed von einem Mann erschossen, der anscheinend selbst ein Cop ist. Wer war es? Und was wird aus Javeds Kindern? Arun wird zu ihrem Ersatzvater, hat es aber schwer, ihr Vertrauen zu gewinnen. Deshalb holt er sich Hilfe in der Person von Geeta Choudhary (Juhi Chawla). Die junge Frau war eine Freundin von Javed und schmeisst den Haushalt. Derweil macht Arun Jagd auf KKV und den Spitzel im eigenen Revier ...

REVIEW
An den Kinokassen ging "One 2 Ka 4" gnadenlos unter und zementierte das Tief, in dem sich Shahrukh Anfang des Jahrtausends befand. Seine Eigenproduktion Phir Bhi Dil Hai Hindustani (auch mit Juhi Chawla) floppte genauso wie der ambitionierte Asoka. Erst mit K3G ging es für den Superstar wieder steil bergauf. "One 2 Ka 4" war einer dieser finanziellen Fehlschläge. Verdient? Halbwegs, denn der Film versucht allzu verbissen, ein ganzheitlicher Entertainer zu sein. Dazu mischt er wild allerlei Genres, ohne wirklich ein gutes Gesamtbild zu hinterlassen. Die Zutaten wären toll. Musik A. R. Rahman, Hauptrolle Shahrukh, grosses Budget. Aber Regisseur Shashilal K. Nair (Ek Chhotisi Love Story) hätte sich entscheiden müssen, was er will. Eine junger-Kerl-übernimmt-Kinder-und-Familie-Musicalkomödie im Stile von Hum Hain Rahi Pyaar Ke (auch mit Juhi Chawla) oder einen harten Rache-Actionthriller. Die beiden Genres beissen sich nicht per se, aber in "One 2 Ka 4" wollen sie nicht harmonieren: der Familienfilm verlangsamt den Thriller, der Thriller brutalisiert den Familienfilm. Keine gute Kombination.
Shahrukh selbst ist eigentlich ganz gut. Man mag ihn halt oder man mag ihn nicht. Ich mag ihn - so auch hier. Juhi dagegen, die von vielen Kritikern gelobt wurde, fand ich sehr aufdringlich. Witzig und zum Schluss tough. Doch meistens irritierend. In den Songs glänzt sie. Die Musik, wie angetönt, ist von Meisterkomponist A. R. Rahman. Seine Backrground-Kompositionen sind erste Güte. Doch mit den Tanznummern hatte ich Mühe: "Allay Allay" ist eine mittelprächtige Kindernummer mit schlechtem Sänger - die Stimme passt einfach nicht zu Shahrukh. "Haye Dil Ki Bazi Laga" hat wie bei Rahman üblich eine sehr gute Instrumentalisierung, aber der Song kommt nie in Schuss. "Khamoshiyan Gungunane Lagi" hat ebenso beseelte Rahman-Klänge, eine attraktive Inszenierung- gefällt mir aber dennoch nicht. Der Intermission-Song "Osaka Muraiya" ist klasse choreografiert und hat einen innovativen Beat, ist aber schlecht gesungen. Und die Lyrics sind fad. "I Am Sorry" ist ein okay-Song, witzig inszeniert. Und "One Two Ka Four" ist sehr geschmackvoll abgelichtet, mässig gesungen und nett getanzt - kommt aber auch nie in Schwung.
Rahmans Arbeit bei "One 2 Ka 4" wird ansonsten von allen Seiten gelobt. Keine Ahnung, wieso sie bei mir nicht "klick" gemacht hat. Und so bleibt eben wenig in "One 2 Ka 4", was wirklich gut ist. Das Finale für sich böte geile Action, die fast 1:1 von John Woos "Face/Off" gkelaut ist. Aber es kommt uninspiriert, nachdem man sich davor fast drei Stunden durch Familiengeplänkel geplagt hat. Zudem sind die Bösewichter so fad, dass der Showdown nicht richtig Spass machen will. Schaut euch "One 2 Ka 4" wegen Shahrukh an, wegen der gelackten Inszenierung, ein paar hübschen Songs und wegen Juhi (bis auf ihre hysterischen Momente). Dann ergibt sich ein ganz akzeptabler Film - aber keiner, der mit SRKs Grossen Mithalten kann ...

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Beitrag #29 - erstellt: 30. Mai 2007
Asoka (2001)
Der Weg des Kriegers


Mit Shahrukh Khan, Kareena Kapoor, Hrishitaa Bhatt und Danny Denzongpa
erhältlich in deutscher Synchronisation

Asoka - Der Weg des Kriegers (Director's Cut, 2 DVDs)
Asoka Special Triple Edition
Asoka (2 DVDs)
Asoka - The Great (Special Edition, 2 DVDs)


STORY
Indien im 3. Jahrhundert vor Christus: Königssohn Asoka (Shahrukh Khan) und sein Stiefbruder Susima (Ajit Kumar) kämpfen um den Thron. Um familiäres Blutvergiessen zu verhindern, schickt Asokas Mutter Dharma (Subhashini Ali) ihn ausser Landes. In Khalima, dem heutigen Orissa, trifft Asoka auf Prinzessin Kaurwaki (Kareena Kapoor) und ihren kleinen Bruder Arya, den Thronfolger. Sie sind vor tödlichen Intrigen am Palast geflohen. Asoka heiratet Kaurwaki und kehrt erst einmal ohne sie in die Heimat zurück. Weil er von dort gleich wieder an die Front beordert wird, kann er seine Frau nicht aufsuchen. Als er nach Khalima zurückkehrt, heisst es, sie sei tot. In Wahrheit hat Arya jedoch den Thron übernommen! Asoka kehrt heim nach Magodha, tötet alle Brüder, übernimmt den Thron und wird ein Tyrann. Er ahnt nicht, wer in Khalima auf dem Thron sitzt und erklärt dem Land den Krieg!

REVIEW
Ein wuchtiges Epos à la Bollywood von Kameravirtuose und Regisseur Santosh Shivan (Terrorist). Der Aufwand ist beeindruckend, die Auflistung der Inhalte ebenso: wunderbare Bilder, theatralische Schauspieler, glühender Regionalpatriotismus, schöne Frauen und etwas zu viele Songs. An den Kinokassen war das 170-Minuten-Mamutwerks trotzdem ein Flop. Wohl auch, weil die Fans Shahrukh als historischen Helden nicht unbedingt akzeptieren wollten. Über die künstlerische Qualität des Films sagt dies wenig aus, denn nicht nur Shahrukh meistert den Part souverän, auch der Rest des Films ist für jeden Fan des etwas anderen Bollywood einen Blick wert.

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Beitrag #30 - erstellt: 30. Mai 2007
Kabhi Khushi Khabie Gham (2001)
In guten wie in schweren Tagen - Sometimes Happy, Sometimes Sad


Mit Shahrukh Khan, Kajol, Hrithik Roshan, Kareena Kapoor
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Special Edition: 2 Disk-Set
Single Disc: 1 Disk


STORY
Yashovardhan "Yash" Raichand (Amitabh Bachchan) ist einer der reichsten Männer Indiens. Mit seiner Frau Nandini (Jaya Bachchan-Bhaduri) zieht er den Adoptivsohn Rahul (Shahrukh Khan) und den Sohn Rohan gross. Yash hofft, Rahul würde einst die Firma übernehmen und die süsse Naina (Rani Mukherjee), die aus gutem Hause stammt, heiraten. Doch Rahul verliebt sich in die überdrehte Anjali (Kajol). Yash akzeptiert doe Beziehung nicht, da Anjali aus einer armen Familie stammt. Rahul will sich deshab von Anjali trennen. Doch er stösst dabei auf eine Beerdigung: Anjalis Vater (Alok Nath) ist tot. Rahul bringt die Trennung nicht übers Herz und heiratet Anjali an Ort und Stelle. Sein Vater ist derart erzürnt, dass er Rahul und Anjali den Segen verweigert und sie aus dem Haus schmeisst. Zehn Jahre vergehen. Rahul wohnt mit Anjali, ihrem gemeinsamen Sohn, Rahuls Tante DJ (Farida Jalal) und Anjalis sexy Schwester Pooja (Kareena Kapoor) in London. Aus dem dicklichen Rohan (Hrithik Roshan) ist ein attraktiver Cricket-Champ geworden. Als er endlich die ganze Wahrheit über das Schicksal seines Bruders erfährt, fährt er nach London. Er will die Familie wieder vereinen.

REVIEW
Kuch Kuch Hota Hai-Regisseur Karan Johar gelang mit K3G der vielleicht grösste Casting-Coup des jüngeren indischen Kinos. Eine ganze Reihe grosser Bollywood-Stars spielt hier mit- und nicht wie man erwarten könnte gegeneinander. Ein ganz grosses Epos, das sich deshalb auch majestätische 209 Minuten Laufzeit in Anspruch nimmt. In Indien war der Film ein programmierter Hit, in Übersee unter den ausgewanderten Indern (NRI) sogar ein All-Time-Kassenschlager. Ein solcher Erfolg hat natürlich auch Kritiker auf den Plan gerufen hat. In der Tat ist die Lauflänge massiv und die einfache Botschaft ("liebe deine Eltern") nicht nur konservativ, sondern auch recht dünn für ein solches Mega-Projekt.
Doch man sollte K3G nicht zynisch betrachten, sondern muss sich hingeben, denn das Familiendrama ist Bollywood-Kitsch der eindrücklichen, bewegenden und gigantischsten Sorte. Bollywood-Liebling Shahrukh Khan beweist einmal mehr, dass er vielleicht nicht der beste Schauspieler Indiens ist, aber die Gefühle der Zuschauer dank enormen Charisma auf seiner Seite hat. So wie er schafft das kein zweiter. In den Szenen mit Kajol ist er gut, doch bei emotionalen Szenen ist er etwas überfordert. Von seinem Co-Star Hrithik Roshan kann man das nicht behaupten. Der Star mit den bestechenden Augen und dem nicht minder eindrücklichen Bizeps ist der heimliche Held in K3G und brilliert in den bewegenden Momenten. Nur seine Fön-Frisur sollte er endlich überdenken. Der erste in den Credits und dritter männlicher Star ist Amitabh Bachchan. Er spielt einmal mehr mit Schwere und Würde auf und ist für diese patriarchalische Rolle eine Idealbesetzung.
Die Mädels: Als Mama und Ersatz-Mama DJ überzeugen Jaya Bhaduri (Amitabhs Frau) und Farida Jalal (KKHH, Lajja). Doch die, die Leute ins Kino holen, sind natürlich die Jungen. Die beste darunter ist Kajol, Shahrukhs Dauer-Co-Star aus KKHH, DDLJ und Karan Arjun - und obwohl ich ihre Comedy-betonte Perfomance zu Beginn nicht besonders mochte, wird die beliebte Schauspielerin mit den betörenden Augen im Film immer besser. In einer etwas kleineren Nebenrolle überzeugt auch die dritte aus dem KKHH-Trio, Rani Mukherjee. Last and least Kareena Kapoor. Ihr Part als schrilles London-Girl ist als Parodie im Stile von "Clueless" gedacht, doch oft wirkt das zu angestrengt lustig. Ich kapiere nicht, wieso so viele Regisseure sie immer als überragende Schönheit im Film einsetzen. Schon in Mujhse Dosti Karoge! (auch mit Roshan) war ihr eitles Getue anstrengend und trotzdem soll sie die lokale Über-Beautysein. In K3G wurde sie zwar nicht deswegen kritisiert, sondern vielmehr wegen ihrem Mangel an Kleidern. Dies fand ich nicht so schlimm, schliesslich spielt sie ein Szene-Girl und ihre Dress-Auswahl soll den "Sitternzerfall" mancher NRIs karikieren.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

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Beitrag #31 - erstellt: 30. Mai 2007
Hum Tumhare Hain Sanam (2002)
Ich gehöre Dir, meine Liebe


Mit Shahrukh Khan, Madhuri Dixit, Salman Khan und Aishwarya Rai
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

STORY
Die schöne Radha (Madhuri Dixit) liebt zwei Männer: ihren jüngeren Bruder Prashant (Atul Agnihotri) und ihren besten Freund Suraj (Salman Khan). Nun tritt ein dritter Mann in ihr Leben, als sie den Businessmann Gopal (Shahrukh Khan) heiratet und in dessen grosses Haus zieht. Auch der arbeitslose Prashant macht es sich hier gemütlich. Gopal ist nicht besonders entzückt. Noch weniger freuen ihn die täglichen Anrufe, die Radha und Suraj haben. Langsam wächst in Gopal die Eifersucht.

REVIEW
Sechs Jahre lang wurde an "Hum Tumhare Hain Sanam" gedreht - das ist sogar für Bollywood-Verhältnisse eine lange Zeit. Die daraus resultierenden Probleme sind offensichtlich: Continuity-Fehler. Am offensichtlichsten ist Salman Khans Haarverlust. Er wechselt von Szene zu Szene seinen Haarstil und seinen Schauspielstil. Das ist schon sehr anstrengend. Weniger Mühe hat Shahrukh Khan, der wohl beste Schauspieler im Film. Er spielt Salman, der manchmal ziemlich peinlich ist, spielend an die Wand. Es ist eine besondere Freude, neben den beiden Khans auch noch Madhuri Dixit zu sehen, die ebenfalls brilliert und mit den beiden spielend harmoniert (es ist ihr erster gemeinsamer Film - aber unter einander haben die drei x Filme zusammen gedreht). Madhuri macht sogar Salmans Szenen erträglich. Ein Kurzauftritt von Aishwarya Rai machte 2002, als der Film herauskam, auch Appetit auf Devdas, in dem Aish, Madhuri und Shahrukh wieder vereint sind.
Von den Schauspielern her also ein durchzogenes Bild. Beim Rest sieht es genauso aus: Die Songs sind eher mittelmässig, das Erzähltempo variiert gewaltig (insbesondere der Schluss ödet an) und die Handlung ist soso lala. Die erste Stunde mag eigentlich noch gefallen (bis auf die Szenen während den Credits, die ich nicht richtig einordnen konnte), die zweite ist v.a. dank Shahrukhs Eifersuchts-Anfällen gut. Die letzte Stunde fällt massiv ab. Der künstlich versöhnliche Schluss ist dabei besonders ärgerlich. Und Aishwarya blind zu machen, ist ein schlechter Drehbuch-Kniff. So kann sie nur in die Leere staren, anstatt mit ihren schönen Augen zu spielen. Die Rolle wird dadurch emotional leerer und nicht, wie sich Regiedebütant K. S. Adiyaman wohl erhofft hat, tiefgründiger.
Genug genörgelt. Trotz diesem inszenatorischem Durcheinander hatte ich überraschend viel Spass mit "Hum Tumhare Hain Sanam". Woran es liegt, ist schwer zu sagen. Die Schauspieler wohl. Und die Tatsache, dass der Regisseur trotz sechs Jahren Drehzeit (das muss man ja wiederholen) in den ersten zwei Stunden einen erstaunlich guten Fluss in den Film gebracht hat. Nein, kein Meisterwerk. Nein, nicht einmal unbedingt ein "must see"-Film. Aber wer wie ich auf die Stars aus Bollywood abfährt, kommt um dieses beim Start heiss diskutierte Werk nicht herum. Sechs Jahre ... Wahnsinn

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Beitrag #32 - erstellt: 30. Mai 2007
Shakti: The Power (2002)


Mit Karishma Kapoor, Nana Patekar und Shahrukh Khan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Laserparadise
*ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

STORY
Nandini (Karishma Kapoor) lebt bei ihren beiden Onkeln in Kanada. Dort verliebt sie sich in Shekhar (Sanjay Kapoor), heiratet ihn und bekommt ein Kind: Raja. Als der ein paar Jahre alt ist, wird das Familienglück erschüttert: Shekhar erfährt von blutigen Unruhen in Bihar - und seine Mutter sei dabei verletzt woren. Ohne seine Frau aufzuklären, reist Shekhar mitsamt der Familie nach Indien. Nun lernt Nandini ihren Schwiegervater kennen: Den sadistischen Narasimha (Nana Patekar, Salaam Bombay!). Er führt einen seit Generationen andauernden Krieg gegen einen verwandten, rivalisierenden Clan. Shekhar will wieder einmal schlichten, doch dabei gerät er ins Kreuzfeuer - und findet den Tod. Nun ist Nandini ihren Schwiegervater ausgeliefert. Er sperrt sie im Anwesen ein und nimmt ihr Raja weg. Er will ihn selbst grossziehen.

REVIEW
Eine höchst dramatische Story auf 3 Stunden ausgedehnt. Mein Hauptproblem mit dem Film ist, dass er so unglaublich hysterisch ist. Karishma Kapoor rennt mit aufgerissenen Augen durch die Szenerie und darf fast nichts anderes tun als schreien. Gleiches gilt für den etwas überforderten Sanjay Kapoor. Und auch Nana Patekar wackelt mit dem ganzen Körper, wenn er etwas sagt. Das alles macht das Werk schrecklich unruhig. Damit noch nicht genug. Der Film hat drei weitere gravierende Probleme: Eines ist die etwas seltsame Verwendung von Gewalt, das andere das schwache Ende. Wenn schon andauernd Gewalt, dann bitte auch konsequent: D.h. lasst jemanden den verfluchten Narasimha töten! Als Nandini ihn einmal verprügelt, gerät das Blut in Wallung. Der Film ist schliesslich so konstruiert, dass man allen Hass auf den Patriarchen projiziert - wenn also der Streifen einen ehrlichen Schluss will, dann müsste der Typ sterben. Ich bin nicht auf Blut aus, aber auf Konsequenz. So kommt er einfach davon, als ob nichts geschehen wäre. Ja man könnte sogar noch denken, er sei ein nobler Mensch - und das verzerrt den gesamten Film, die gesamte Kritik an diesen Frauen-verachtenden Patriarchen. Der dritte Punkt: Shahrukh und Aishwarya. So geil es ist, die beiden bei Regen tanzen zu sehen und so groovy ich den Song finde ("Ishq Kamina"), es passt einfach nicht. Zum einen ist der Song scheusslich platziert, zum anderen ist Shahrukhs Rolle viel zu gross und ablenkend. Aishwarya spielt sich mehr oder weniger in dem Song selbst, das geht als Cameo durch, aber Shahrukh hat eine echte kurze Rolle - und zieht viel zu viel Aufmerksamkeit auf sich. Alles Wurst, also? Nö, der Film (übrigens produziert von Sridevi) hat seine Qualitäten. Karishma ist eigentlich ganz gut, die Story im Kern brisant und das Ganze packend inszeniert. Wirklich überzeugen kann das Mischmasch aber kaum ...

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Beitrag #33 - erstellt: 30. Mai 2007
Saathiya (2002)
Sehnsucht nach dir


Mit Vivek Oberoi, Rani Mukherjee, Shahrukh Khan und Tabu.
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
Der Draufgänger Aditya (Vivek Oberoi) verliebt sich auf einer Hochzeit in die hübsche Medizinstudentin Suhani (Rani Mukherjee). Fortan sieht er sie immer im Zug, flirtet mit ihr und folgt ihr. Erst ohne Erfolg, doch letztendlich erwärmt sich ihr Herz. Wegen einem dummen Missverständnis verkrachen sich jedoch ihre Väter und die Heirat platzt, bevor sie Form angenommen hat. Lange können die beiden Liebenden nicht ohne einander sein und beschliessen, heimlich zu heiraten. Wenig später fliegt dies jedoch auf: Suhanis ältere Schwester Dina (Sandhya Mridul) soll verheiratet werden. Unerwartet schlägt der Vater des Bräutigams auch eine Ehe zwischen seinem jüngeren Sohn und Suhani vor. Da muss sie mit der Wahrheit rausrücken - und wird rausgeschmissen. Auch Aditya wird von seinem Vater aus dem Haus geschmissen. Das junge Paar zieht zusammen. Zuerst läuft alles gut, doch langsam schleichen sich kleine Streitereien ein und die Romantik weicht. "Do people stop loving after marriage?" meint Suhani betrübt.

REVIEW
"Saathiya" ist das Hindi-Remake von Mani Rathnams Tamil-Liebesfilm Alai Payuthey. Regisseur Shaad Ali, der mit Rathnam am Original gearbeitet hat, beliess das Drehbuch nahezu intakt und besetzte es perfekt mit Vivek Oberoi und Rani Mukherjee. Die beiden haben eine sehr gute Chemie und tragen den nur 132 Minuten langen Film mit Leichtigkeit. Die Musik von A. R. Rahman blieb bis auf kleine Ausnahmen auch identisch - und gut. Neu im "Team" ist dagegen Kameramann Anil Mehta (Lagaan), der bezaubernde Aufnahmen fertig bachte. Insbesondere der zweite Song mit Blüten und Schnee ist zum Dahinschmelzen. Damit ist auch gesagt, was in meinen Augen "Saathiya" eine Spur besser macht, als das Original: Die brillanten Techniker vor und hinter der Kamera. Rathnam ist zwar zweifellos der bessere Regisseur als Shaad Ali und erzeugt vor allem im Schlussteil und in der kritischen Sequenz kurz vor dem Schlussteil (ich möchte nichts verraten) mit kleinen Details ein besseres Gesamtbild, aber ihm standen für "Alai Payuthey" nicht ganz die selben Ressourcen zur Verfügung. Dumm gesagt: Wäre Rathnam der Regisseur von "Saathiya", es wäre die ideale Kombination von Regie-Talent und brillanter Crew.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich fand "Saathiya" eine Spur besser als das Original. Es ist ein wunderbar gefilmter, sehr rührender Liebesfilm, der da beginnt, wo andere Bollywood-Filme oft aufhören. Die Ehe wird hier nicht als Himmel auf Erden beschrieben, sondern als fragiles, aber letztendlich lohnendes Konstrukt, das viel Pflege gebraucht - und in dem es so manchen Streit gibt. Insofern ist "Saathiya" realistischer als die Bollywood-Hochglanzprodukte. Und wohl auch deshalb haben die Stars Tabu und Shahrukh Khan für Gastrollen im Finale zugesagt. Bei diesem Schluss liegen aber auch die kleinen Problemchen des Films. Da ist die Szene, die mich im Original vom Sofa gehauen hat. Ich darf nicht sagen, was passiert, aber es passiert etwas unerwartet Tragisches. Shaad Ali lässt sich bei dieser entscheidenden Sequenz etwas zu wenig Zeit. Suhani erfährt die Wahrheit von ihrer Schwester und läuft davon - und da geht alles viel zu schnell. Rathnam hat seiner Protagonistin mehr Zeit gegönnt. Mehr Glück - und deshalb ist der Impact gewaltiger. Das ist jedoch ein kitzekleines Manko ...
Schwerer wiegen die Kürzungen gegen Ende. Weil Shahrukh und Tabu die kleinen Rollen angenommen haben und ihnen übermässige Präsenz verleihen, fällt es nicht so auf, aber in Rathnams Film sind die Parallelen der beiden Paare besser und subtiler herausgearbeitet. Die Interaktion zwischen Khan/Tabu und Oberoi ist zwar zu Tränen rührend, hat aber nicht ganz die Tiefe wie in "Alai Payuthey". Trotzdem nochmals: Das sind Kleinigkeiten. Der Gesamteindruck ist durchwegs positiv und "Saathiya" ist ein wunderbarer Date-Film. Ein allerletztes Wort zu Shahrukh: Toll gemacht. Ein Superstar, der sich auf eine so kleine und eher undankbare Rolle einlässt (schliesslich ist dies ganz Oberois Film), der hat Lob verdient

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Beitrag #34 - erstellt: 30. Mai 2007
Chalte Chalte (2003)
Wohin das Schicksal uns führt


Mit Shahrukh Khan und Rani Mukherjee
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
Raj (Shahrukh Khan) betreibt eine kleine Speditionsfirma und ist ein charmanter Draufgänger. Priya (Rani Mukherjee) ist eine elegante Modedesignerin, die in Griechenland lebt. Die zwei ungleichen Menschen treffen sich bei einem Unfall - und finden sich nach einem Streit eigentlich ganz sympathisch. Raj hat sich sogar doll verliebt. Als sie ihm erklärt, sie werde in Griechenland ihren Kindheitsfreund Sameer (Jas Arora) heiraten, reist Raj ihr nach. Auf dem Weg nach Athen wird auch Priya klar, dass sie Raj liebt. Sie bittet ihre Familie, die Heirat abzusagen und einer Ehe mit Raj zuzustimmen. Das tun sie, es wird geheiratet. Doch in der Bilderbuch-Ehe ziehen bald schwarze Wolken auf.

REVIEW
"Chalte Chalte" ist die dritte Produktion von Dreamz Unlimited, der Produktionsfirma von Shahrukh, Juhi Chawla und Regisseur Aziz Mirza (Yes Boss). Da die beiden vorhergegangenen (Asoka, Phir Bhi Dil Hai Hindustani) nicht wirklich lukrativ waren, geht Shahrukh diesmal auf Nummer sicher - und gibt sich so, wie seine Fans ihn mögen. Das Resultat ist zwar nicht besonders inspiriert, aber gewohnt charmant. Wenn Shahrukh so loslegt, kann man ihm nicht widerstehen.
Gleiches gilt für Shahrukhs Dauerpartnerin Rani Mukherjee, deren rauhe Stimme und wunderschöne Augen einen einmal mehr sofort gefangen nehmen. Shahrukh und Rani sind ein wunderbares Paar und ihre Turteleien in der ersten Hälfte ebenso romantisch wie liebevoll. Untermalt wird die Romanze von hübschen, aber uncharakteristischen Songs, die mit wunderbaren Bildern unter anderem von Griechenland verschönert werden. Technisch ist an "Chalte Chalte" eh nichts auszusetzen: eine absolut saubere Produktion. Und die Nebendarsteller, die kaum benötigt werden, sind okay. Das gilt sogar für Johnny Lever als Penner, der immer wieder "Le jayenge, le jayenge" aus dem 1973er-Film "Chor Machaye Shor" anstimmt. Nur eine von vielen Filmreferenzen. Eine andere ist die Szene, in der Shahrukh Sunny Deol lobt - eine nette Geste, heisst es doch, die beiden seien seit Darr erbitterte Feinde.
Die Intermission (Pause) ist der eigentliche Höhepunkt, danach gehts leicht abwärts. Der Film folgt in etwa der Handlung von Saathiya (auch mit Rani und mit Shahrukh in einer Nebenrolle) und zeigt, dass auch die schönste Ehe-Fassade Risse bekommt. Das ist zwar realistisch, aber hat nicht mehr soviel Schwung wie die erste Hälfte. Das Ende ist konventioneller als jenes von "Saathiya", aber es ist passend - es schliesst weniger mit einem Finale, als mit einer Momentaufnahme. Der Abschluss eines schönen, aber letztendlich unspektakulären Films, der vor allem Shahrukh-Fans in Hochstimmung versetzen wird.

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Beitrag #35 - erstellt: 30. Mai 2007
Kal Ho Naa Ho (2003)
Indian Love Story - Lebe und denke nicht an morgen


Mit Shahrukh Khan, Preity Zinza, Saif Ali Khan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Special Edition: 2 Disk-Set
Single Disc: 1 Disk


STORY
Naina Catherine Kapur (Preity Zinta) lebt in New York. Sie studiert, ist befreundet mit dem reichen Rohit Patel (Saif Ali Khan) und glättet daheim die Wogen. Ihr Vater hat nämlich Selbstmord begangen. Seither hasst ihre Oma Lajjo (Sushma Seth) Schwiegertochter Jennifer (Jaya Bachchan-Bhaduri), der sie die Schuld am Ableben des Sohnes gibt. Und Enkelin Gia (Daniela De Almeida), die von Jenny adoptiert wurde, hasst sie noch mehr. Naina hofft, ein Engel würde erscheinen, und die Familie endlich zusammebringen. Ein Engel kommt tatsächlich - in Person des vorlauten Aman Mathur (Shahrukh Khan), der mit seiner Mutter (Reema Lagoo) aus Indien angereist und bei seinem Onkel eingezogen ist, der gleich neben Nainas Familie wohnt. Aman verguckt sich sofort in Naina und mischt die Familie mit seiner charmanten Art auf. Langsam erwärmt sich auch Naina für Aman. Derweil merkt Rohit, dass er seine beste Freundin Naina eigentlich liebt. Er sucht Rat bei Aman. Wer beichtet wem seine Liebe? Wieso unterdrückt Aman seine Liebe zu Naina? Was hat Aman zu verbergen? Das Karussell der Liebe ist erst gerade in Schwung gekommen.

REVIEW
Karan Johar schrieb das Drehbuch und produzierte. Für die Regie setzte er zwar Nikhil Advani ein, der schon für ihn und Regisseur Aditya Chopra (DDLJ) als Assistent gearbeitet hat, doch "Kal Ho Naa Ho" ist ganz ein Baby des K3G- und KKHH-Hitregisseurs Johar. Wenn man ihn kurz auf einen Nenner bringen soll, so vereint er Starensemble, episch-melodramatischen Charakter und NRI-Lastigkeit von K3G mit einer trendigen Präsentation à la Dil Chahta Hai. Ein Beweis für diesen hippen Touch ist bereits das Setting: New York. Keine Alpen, kein Punjab, gar kein Indien! Der Film spielt komplett in New York. Doch nach einem sehr amerikanisierten Start wird "Kal Ho Naa Ho" immer wie indischer.
Wie man es nämlich von einem Johar-Film nicht anders erwarten darf, ist "Kal Ho Naa Ho" stark inszeniert. Ich habe selten einen Hindi-Film gesehen, der technisch virtuoser gehandhabt ist. Jede Kameraeinstellung sitzt, die Farben sind überwältigend, die Musik stimmt, der Schnitt ist klasse. 180 Minuten Top-Ästhetik. Alleine dafür muss man ihn schon lieben. Und dann kommt Shahrukh ins Spiel. King Khan reisst den Film zwar an sich, aber nicht als Ego-Trip. Er agiert schliesslich als "guter Engel" (weshalb manche Kritiker Parallelen zum 1970er-Hit Anand zogen) und nur das ist seine Funktion: Er soll Gutes tun und die Kapur-Familie retten, ja gar erlösen. Dass SRK die meisten Szenen dominiert, liegt daran, dass Johar ihm vollständig vertraut. Und weil SRK eben ein riesiges Charisma besitzt. Klar kennen wir seine Ticks, Macken und übertrieben Gesten - aber wir lieben sie. Wer nach nunmehr 10 Jahren mit Shahrukh als Indiens Superstar sich nicht an ihn gewöhnt hat, wird es wohl nie tun.
(gekürzte review - alles hier nachlesen )

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Beitrag #36 - erstellt: 30. Mai 2007
Yeh Lamhe Judaai Ke (2004)
Liebe für die Ewigkeit


Mit Shahrukh Khan, Raveena Tandon
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / KSM

STORY
Dushyant stammt aus armem Hause. Der Bub träumt aber davon, Musiker zu werden. Diesen Wunsch will ihm die befreundete Jaya erfüllen. Sie überredet ihren Vater, Dushyants Ausbildung zu finanzieren. Während Jaya ihre Mutter bei einem Flugzeugabsturz verliert, wird aus Dushyant tatsächlich ein Musiker. Zehn Jahre später ist Dushyant (Shahrukh Khan) ein Megastar. Seine Karriere ist ihm wichtiger als die Liebe zu Jaya (Raveena Tandon). Genau diesen Zwist wollen ihre "Freunde" Nisha (Navneet Nishan) und Sujit (Mohnish Behl) ausnutzen: Nishas Vater Kamlesh Dhingra (Avtar Gill) will Dushyant zur Ehe mit seiner Tochter überreden. Doch der Mentor des Musikers, Rajpal (Kiran Kumar), traut der Sache nicht. Und als Dushyant endlich hinter das faule Spiel seiner Freunde kommt und einsieht, wie wichtig ihm Jaya ist, wird sie ermordet. Das ruft den jungen Inspektor Rahul (Amit Kumar) auf den Plan, der sich in Jayas Schwester Sheetal verliebt.

REVIEW
O je, hier ging einfach alles schief. Der Film wurde vor fast 10 Jahren aufgegleist mit den Superstars Shahrukh Khan und Raveena Tandon in den Hauptrollen. Dann blieb er, aus Gründen, die nur die Produzenten kennen, liegen, bevor 2003 neue Szenen gedreht und der Film übereilt zusammengesetzt wurde. Das Resultat ist ein Wirrwarr, ein Langweiler und ein schwarzer Fleck in Shahrukhs sonst ziemlich makelloser Karriere. Dass er selbst nichts mehr mit dem Film zu tun haben wollte, zeigt auch, dass er für Dubbing-Aufnahmen nicht mehr zur Verfügung stand. Nun hat SRK im Film halt eine krächzige Stimme, die sich so gar nicht anhört wie seine eigene.
Dass man Filme auch nach Jahren noch zu einem einigermassen befriedigenden Werk zusammenbasteln kann, zeigte nicht zuletzt Shahrukhs Hum Tumhare Hain Sanam. Doch bei dem wussten die Macher, was sie taten. "Yeh Lamhe Judaai Ke" dagegen erinnert eher an einen der übelsten indischen Filme aller Zeiten - an Khanjar. Bei dem wurde auch abgedrehtes Material nur darum neu zusammengesetzt, weil die Akteure mitlerweile berühmt waren. Ob das Endprodukt überhaupt noch was taugt, ist egal. Ein Shahrukh-Film macht schliesslich Geld.
Und so taucht der Superstar nach 20 Minuten auf, hält ein paar Mal ratlos sein Gesicht in die Kamera, verschwindet in der zweiten Hälfte fast komplett von der Bildfläche und erscheint ganz zum Schluss für eines der enttäuschendsten Finale überhaupt. Es gibt nämlich kein Finale. Täter ohne Motiv oder Widerstand festgenommen, Shahrukh bedankt sich, Film fertig. Huh? hab ich was verpasst? Raveena Tandon gehts nicht besser. Sie sieht aus, wie vor zehn Jahren (logo), weshalb der Film grauenhaft altmodisch wirkt. Raveena kann in den wenigen Szenen kaum glänzen. Und in der zweiten Hälfte übernehmen Randfiguren plötzlich die Hauptrollen - leider werden sie gespielt von komplett untalentierten Akteuren. Manche Szenen sind so peinlich und lahm, dass man vor Scham im Sessel versinken möchte. Der ganze Film ist ohne eine Spur Esprit gedreht, ohne Freude und Talent. Jede Einstellung strahlt Langeweile aus, jeder Darsteller Lustlosigkeit oder Talentmangel, jede Handlungs-Entwicklung Ratlosigkeit. "Yeh Lamhe Judaai Ke" hat Handlungslöcher so gross, man könnte Elefanten hindurchtreiben. Schlussendlich macht der ganze Plot einfach keinen Sinn. Ein frustrierendes Genre-Gemisch am Rande der Debilität.
Damit bleiben noch die Songs. Die sind schnell abgehakt: sie sind ebenso freudlos wie der Film und schwanken qualitativ zwischen schlecht und mässig. Kein Chart-Material hier. Inszeniert sind sie traurig - manche in Form einer Montage, die klar macht, dass die Nummer gar nie fertig choreografiert wurde. "Yeh Lamhe Judaai Ke" sind verschwendete 128 Minuten. Ja, das hört sich sehr kurz an für einen Bollywoodfilm - aber glaubt mir: Zwei Stunden können einem seeeeehr lange vorkommen bei diesem Werk.

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Beitrag #37 - erstellt: 31. Mai 2007
Main Hoon Na (2004)
Ich bin immer für dich da!


Mit Shahrukh Khan, Sushmita Sen, Zayed Khan, Amrita Arora, Kabir Bedi
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Special Edition: 2 Disk-Set
Single Disc: 1 Disk


STORY
Gen. Amar Singh Bakshi (Kabir Bedi) hat das Projekt "Milaap" iniziiert, das den Austausch von je 50 Gefangenen zwischen Pakistan und Indien vorsieht. Der indische Terrorist Raghavan Dutta (Sunil Shetty), ein Ex-Major der Armee, der wegen dem Abschlachten von Pakistanis entlassen wurde, will den Friedensschritt sabotieren und attackiert Bakshi. Brigadier Shekhar Sharma (Naseeruddin Shah) springt in die Schusslinie und rettet den General. Doch die Kugel tötet Sharma. Sein Sohn Major Ram Prasad Sharma (Shahrukh Khan) verfolgt Raghavan, muss aber aufgeben. Seinem Vater verspricht er, den letzten Wunsch zu erfüllen: er soll seinen Halbbruder finden und zusammen sollen sie seien Asche verstreuen. Das ist nicht einfach, immerhin ist Ram das Resultat eines Seitensprungs von Sharma, weshalb seine Frau Madhu (Kiron Kher) ihn verliess und ihren Sohn Laxman mitnahm. General Bakshi gibt Ram einen neuen Befehl: Er schickt ihn ans St.-Pauls-College in Darjeeling. Er fürchtet, dass seine Tochter Sanjana (Amrita Rao), die sich mit ihm zerstritten hat, Raghavans neues Ziel werden würde. Ram soll sich als Schüler, der seinen Abschluss nachholt, einschleichen und das Mädchen schützen. Ram akzeptiert erst, als er erfährt, dass auch Laxman die Schule besucht. Dort angekommen muss sich Ram erst einleben. Ein Angeber namens Lucky (Zayed Khan) macht sich lustig über ihn und Sanjana weist ihn ab. Die coolen Teens wollen nichts mit ihm zu tun haben. Da erkennt Ram, dass Lucky Laxman ist! Er rettet ihn aus einer Gefahrensituation und freundet sich mit ihm und Sanjana an. Doch es gibt noch mehr Probleme: Ram verknallt sich in die neue Chemielehrerin Chandni (Sushmita Sen) - und Raghavan belagert bereits die Schule!

REVIEW
"Main Hoon Na" bietet drei Stunden Action, Humor und Emotionen in einer Dosierung, wie sie nur Bollywood zu Stande bringt. Farah Khan, eine der besten Choreografinnen (K3G, Dil Se, KHNH, KKHH) Indiens, gibt mit dem Hit ihr Regiedebüt und sie macht ihre Arbeit bestens. Spielend bringt sie die Genres unter einen Hut und bietet Nonstop-Unterhaltung im Stile der Masala-Entertainer der 70er. Inhaltlich nicht vergleichbar, aber von der Durchmischung der Stile her ähnlich wie 70er-Klassiker à la Amar Akbar Anthony, in denen Sinn weniger zählt als die Unterhaltung.
Und "Main Hoon Na" ist natürlich ein Shahrukh-Khan-Film. Seine Frau Gauri hat den Film produziert, sein Regie-Freund Karan Johar (KKHH, K3G) hat Shahrukhs Kostüme designt, mit Farah Khan ist er seit langem befreundet und der Superstar selbst steht stets im Zentrum des Films. Mag man SRK nicht, ist man verloren, denn ob Action, Humor oder Gefühl, Shahrukh ist Shahrukh. Und er versprüht soviel Charme wie eh und je. Was mich am meisten erstaunt hat, ist, wie gut er mit der Action umgehen kann. Klar liegt Bollywoods Action-Choreografie weit hinter jener Hollywoods oder Hongkongs zurück, doch vergleicht man die Stunts in "Main Hoon Na" mit jenen eines Sunny Deol-Films, so sind technisch nur wenige Unterschiede auszumachen. Aber: Mit Shahrukh fühlt man mit, mit Sunny meistens nicht. Deshalb wirkt die Action gleich um einiges besser.
Gleich zu Beginn gibts ein Action-Setup, das mit der Musik von "Mission: Impossible" eingeleitet wird. Ein bisschen schlechte Seil-Action und Zeitlupe und fertig ist ein Begrüssungs-Knaller. Der wird durch die Präsenz zweier versierter Akteure wie Naseeruddin Shah und Kabir Bedi noch verüsüsst. Gleich danach kippt der Film auf die andere Seite und wird zum College-Spass à la Kuch Kuch Hota Hai. Westlichen Zuschauern, die noch nicht viel Bollywood aufgesaugt haben, kann man den Film deshalb am besten auf die Kurzformel "'Grease' meets John Woo" reduzieren. Aber für einen Bollywood-Fan gibt der Film so viel mehr her als dieser simple Pitch. Nunmehr am College wird "Main Hoon Na" nämlich saumässig witzig. Highlights sind der Rektor (Boman Irani), der stets salutiert oder der spuckende Lehrer Rasai (Satish Shah), der bei den Schülern Schutzmassnahmen hervorruft, die zum kichern sind.
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Beitrag #38 - erstellt: 31. Mai 2007
Veer-Zaara (2004)
Die Legende einer Liebe


Mit Shahrukh Khan, Preity Zinta, Rani Mukherjee und Amitabh Bachchan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
22 Jahre schon sitzt der indische Geschwaderführer Veer Pratap Singh (Shahrukh Khan) in einem Gefängnis der pakistanischen Stadt Lahore. Die gerade erst Anwältin gewordene Saamiya Siddiqui (Rani Mukherjee) nimmt sich seines Falles an und besucht den Gefangenen #786 in seiner Zelle. Er erklärt ihr, wie er hinter Gitter kam - und er erzählt ihr von Zaara Hayat Khan (Preity Zinta). Sie ist eine junge Frau aus Pakistan, die ihrer sterbenden Ersatzmutter Bebe (Zohra Segal) verspricht, ihre Asche im indischen Kiritpur zu verstreuen.Ohne ihren mächtigen Vater Jahangir (Boman Irani) und ihre Mutter Mariam (Kiron Kher) einzuweihen, reist Zaara nach Indien. Nur ihre Freundin und Zofe Shabbo (Divya Dutta) weiss etwas von ihrer Aktion. Doch kurz vor dem Ziel verunfallt der Bus, in dem sie reist. Als Retter erscheint Helikopterpilot Veer, der ihr noch während der Bergung verfällt.Sie reisen zusammen nach Kiritpur. Danach machen sie Halt bei Veers Zieh-Eltern Chaudhary Sumer Singh (Amitabh Bachchan) und Maati (Hema Malini), die Zaara wie eine Tochter aufnehmen. Doch sie muss zurück nach Pakistan. Und bevor Veer ihr einen Heiratsantrag machen kann, erfährt er, dass sie bereits verlobt ist.

REVIEW
Sieben Jahre nach Dil To Pagal Hai kehrt der legendäre Regisseur Yash Chopra in den Regiestuhl zurück. Kann ers noch? Ja, obwohl in "Veer-Zaara" fast mehr von Yashjis Sohn Aditya drinsteckt. Doch wem das grösste Lob auch immer gebühren mag: Der Film ist grosses, leidenschaftliches Kino von epischer Dimension. Die Liebe zweier getrennter Menschen wird zur Parabel auf die Beziehung zwischen Indien und Pakistan. Chopra flicht an etlichen Stellen Versöhnungsdialoge ein, Lieder, die die Nationen gleichstellen ("Aisa Des Hai Mera"). Man merkt, dass Yashji die Trennung hautnah miterlebt hat und wie viele Inder nicht so leicht darüber hinwegkommt. Klar ist die grenzüberschreitende Beziehung auch ein dramatisches Instrument, aber die zwischenmenschliche Ebene liegt Yash Chopra genauso am Herzen wie die zwischen-nationale.
Visuell ist "Veer-Zaara" eine Pracht. Hinter der Kamera stand mit Anil Mehta (Lagaan, Kal Ho Naa Ho) Indiens zweitbester Kameramann nach Santosh Sivan. Ihm gelingen die weiten Felder genausogut wie die Schweizer Alpen und die pakistanischen Innenräume. Es dominieren in den meisten Songs die Primärfarben, das leuchtende Element, doch Mehta hat auch den Mut, Räume abzudeunkeln, Schatten auf Gesichter zu legen - etwas, was für viele indische Kameraleute noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
Doch fast noch wichtiger als der gelungene Look ist der Ton. Chopra liess für den Soundtrack noch unveröffentlichte Lieder des 1975 verstorbenen Madan Mohan mit den bekanntesten Playbacksängern des Landes einspielen und landete einen Triumph. Ich bin sonst nicht der grösste Freund der 70er-Lieder, doch Chopra und seinem Team gelingt es, diese klassischen Töne klassisch zu behalten und gleichsam modern zu präsentieren. Das Resultat sind zeitlose Lieder wie "Lodi", "Tere Liye" und "Dol Pal". In einem dreistündigen Film sind die Lieder manchmal bloss ein Element, das einen bereits langen Streifen noch länger macht. Nicht bei den Chopras. Die Stücke sind elementare Bestandteile des Films, ja sogar der Handlung. Und anstatt bei jedem Song quasi auf Pausen-Modus zu schalten, gehts in diesen Nummern ab - visuell, emotional und handlungsmässig. Dieses Einbetten gehört jedenfalls zum Besseren, was ich aus Bollywood gewohnt bin.
Doch Bild und Ton machen noch keinen Film. Es braucht Schauspieler, die das Ganze auch umsetzen. Auch da hat Yashji ein Glückshändchen bewiesen - wobei er sich die Sache einfach gemacht hat und einfach die besten Akteure Indiens vorlud. Shahrukh Khan spielt die Titelrolle, die man sich schwer mit jemand anderem vorstellen könnte. Es ist nicht seine beste Darbietung, aber eine sehr reife, die trotz der Schwere immer wieder Platz für seinen Humor und seinen Charme bietet. Er ist eine Idealbesetzung. In Preitys Rolle könnte man sich dagegen gut jemand anderes vorstellen - was nicht heisst, sie mache einen schlechteren Job. Ihre verweinten Augen, ihre fröhlichen Tänze sind genial und ihr Charisma mit Shahrukh nach Kal Ho Naa Ho erneut bestens. Rani Mukherjee vervollständigt das Top-Trio mit einer anmütigen, starken Darbietung.
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Beitrag #39 - erstellt: 31. Mai 2007
Swades (2004)
Heimat


Mit Shahrukh Khan und Gayatri Joshi
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
Der Inder Mohan Bhargav (Shahrukh Khan) arbeitet als Satelliten-Experte bei der NASA in Amerika. Doch in den letzten Monaten wuchs in ihm das Verlangen, nach Indien zu reisen. Er nimmt zwei Wochen frei und fliegt in die Heimat. Er will seine alte Haushälterin Kaveriamma (Kishori Balal) besuchen, die ihn nach dem Tod seiner Eltern wie ihren eigenen Sohn grossgezogen hat. Er erfährt, dass sie ins Dorf Charanpur gebracht wurde und fährt mit einem gemeiteten Wohnmobil in die Provinz. Das Wiedersehen ist ein Grossereignis im Dorf - auch für Gita (Gayatri Joshi). Die junge Lehrerin war Mohans Kindheitsfreundin und liebt Kaveri so wie er es tut. Mohan und Gita kommen sich bald näher. Er hilft ihr, Schüler zu rekrutieren. Im Dorf spricht er sich für Modernisierung und Kasten-Abschaffung aus. Doch schon bald naht die Zeit der Rückkehr nach Amerika.

REVIEW
Für viele Inder war Lagaan so etwas wie die Visitenkarte des Bollywood-Kinos, das im Westen Anklang fand und deshalb in Ehren gehalten wurde. Anders als im Westen, wo Erfolg vielfach mit Neid begegnet wird, herrscht in Indien oft noch wahre Freude und Stolz über Erfolge von Landsleuten. Doch damit waren auch die Erwartungen an Lagaan-Regisseur Ashutosh Gowariker enorm, mit seinem neuen Film den Vorgänger noch zu toppen. Es gelang ihm nicht. Na und? Wieviele Regisseure können ihre Meisterwerke schon beim ersten Versuch überbieten? Manche haben sogar solche Angst vor einer Niederlage, dass sie lieber tauchen statt zu filmen. Ja James Cameron, ich meine dich.
Gowariker hatte den Mut, etwas anzupacken. Und er bewies gleich doppelten Furchtlosigkeit, indem er nicht den sicheren Weg wählte, sondern ein Thema verfilmte, das ihm persönlich am Herzen lag - und, das ist nicht zu bezweifeln, auch einen Preisregen erhoffen liess. Es kam anders. Der Film wurde von manchen Kreisen sogar zum Totalflop erklärt (indiafm), in Wahrheit siehts nicht ganz so düster aus. Doch selbst die positiven Kritiken hielten sich in Grenzen. Es gab ein paar Preise, aber die wirkten eher wie Trostpflaster. Gowariker dürfte auf den Boden der Realität zurückgeholt worden sein. Und einmal mehr hat sich gezeigt, dass indische Medien zwar mit Lob für ihre erfolgreichen Landsleute nicht geizen, doch wenn diese danach doch scheitern, schlachten sie es gleich doppelt aus.
Soweit zum ganzen Hype, doch wie ist er, der Film? Eben, er ist kein Lagaan, wobei die Thematik nicht unähnlich ist. Insbesondere im letzten Filmteil kämpfen die Dörfler vereint, um einen Fortschritt zu erreichen. Der Rest dreht sich jedoch einzig und allein um Mohan, gespielt von Shahrukh Khan. Dieser NRI (non-residental Indian = im Ausland lebender Inder) wird einmal böswillig als Non-Returning Indian bezeichnet, was in etwa das Dilemma der indischen Bildungsschicht darlegt: Die Elite des Landes wandert aus, macht Geld - und kehrt oft nicht mehr zurück. "Swades" hat durchaus Verständnis dafür. Die Szenen zu Beginn des Films, für die Gowariker exklusiv bei der NASA in Washington und Florida drehen durfte, zeigen Mohans Erfolg. Doch das ist eben nicht alles: "Swades" ist ein patriotischer Film, der erklärt, wie wichtig Wurzeln sind. Dass die Liebe zur Heimat niemals abklingen darf.
Das Sympathische daran ist, dass er es nicht auf eine Sunny Deol-Weise tut. Es geht nicht um Patriotismus im Stile von aggressivem Nationalismus, sondern um das Wir-Gefühl. Fortschritt und Tradition sollen einhergehen. Das ist in etwa, was Gowariker ausdrücken will. Er tut dies auf sehr einfache, aber elegante Weise. Der Film ist mit über drei Stunden (meine DVD war 187 Minuten lang) viel zu ausführlich, das kann man kaum abstreiten. Zumal es keine Action gibt, wenig Abwechslung und nur wenig Humor. Doch als Arthaus-Film geht "Swades" trotzdem nicht durch. Aus mehreren Grunden: Ein wenig Witz stiehlt sich ab und zu schon in die dünne Handlung, die Musikstücke sind durchaus massentauglich und der Hauptdarsteller heisst immer noch Shahrukh Khan.
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Beitrag #40 - erstellt: 31. Mai 2007
Kabhi Alvida Naa Kehna (2006)
Bis dass das Glück uns scheidet


Mit Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Preity Zinta, Abhishek Bachchan und Amitabh Bachchan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
New York: Rishi (Abhishek Bachchan), der Sohn des Exzentrikers Samarjit "Sam" Singh Talwar (Amitabh Bachchan), heiratet die hübsche Maya (Rani Mukherjee), die bis zuletzt zögerte. Der Fussballer Dev Saran (Shahrukh Khan) überzeugte sie davon, dass sie die Ehe wagen sollte - danach trennten sich ihre Wege und er verunfallte: Devs Sportkarriere ist beendet. Jahre später ist aus ihm ein verbitterter Mann geworden. Die Brötchen verdient seine Frau Rhea (Preity Zinta), die Leiterin eines Modemagazins. Das gibt Devs Ego einen weiteren Knick. Eines Tages trifft er Maya wieder. Auch ihre Ehe kriselt, massgeblich deshalb, weil sie ihrem etwas kindlichen Gatten kein Baby gebären kann. Zwischen Dev und Maya entsteht nach manchen Streitereien langsam eine Bindung.

REVIEW
Vor nunmehr vier Jahren habe ich Lagaan im Kino gesehen und war angefixt. Doch erst meine erste Bollywood-DVD machte mich süchtig. Es war Kuch Kuch Hota Hai und nicht nur deshalb werde ich auf alle Zeiten einen ganz weichen Punkt für Regisseur Karan Johar haben. Sein Nachfolge-Hit Kabhi Khushi Kabhie Gham, in seiner Heimat häufig wegen seiner Dekadenz gescholten, richtete bei meinen Tränenkanälen vernichtende Schäden an und er brachte den deutschsprachigen Raum auf Bollywood-Kurs. Deshalb hat nun auch halb Zentraleuropa eine besondere Sympathie für Johar. Der Hype um seinen dritte Regiearbeit "Kabhi Alvida Naa Kehna" war dementsprechend in unseren Breitengraden mindestens so gross wie in Indien - wenn unter Fans nicht sogar grösser. Diesem ungeheuren Druck hält der Film nicht stand. Nimmt man einen Schritt zurück, entdeckt man in dem simpel gestrickten 192-Minuten-Koloss aber vieles, was wir an Bollywood lieben gelernt haben.
Das sind primär die Stars. In Indien pflegt man einen Starkult, der weit über jenen in Hollywood hinausgeht. Hiesige Bollywood-Fans lassen sich davon mühelos anstecken, ich bin da keine Ausnahme. Solch vorbehaltlos sehenswerte Schauspieler wie Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Preity Zinta, Abhishek Bachchan und Amitabh Bachchan in einem Film zu bestaunen, ist per se bereits ein Erlebnis. Die Leute könnten aus dem Telefonbuch vorlesen, man würde an ihren Lippen kleben. Aussenstehende haben Mühe, das nachzuvollziehen und rational lässt sich das auch nicht vollständig erklären - doch Fakt bleibt, selbst in den ödesten Minuten dieser Drei-Stunden-plus (der erste Bollywood-Film dieses Jahres, der über 180 Minuten dauert) ist "Kabhi Alvida Naa Kehna" eine Freude, da jeder Witz, jedes Tänzchen, jede Träne dieser Stars eine Kraft entwickeln, die Karan Johar hervorragend zu uns zu tragen weiss.
Darauf ist er auch dringend angewiesen, denn seine Story ist dünn. Vergesst das Gerede um einen "mutigen Film über Seitensprung". Das ist es nicht. KANK ist vielmehr eine klassische Bollywood-Vierecksgeschichte mit dem minimalen Unterschied, dass beide Paare verheiratet sind. Die Essenz bleibt dieselbe und Karan versucht verbissen, den Film als mehr hinzustellen, als er eigentlich ist. Er ist keine Reflexion über Ehe, Liebe und Vertrauen, das sind höchstens kleine Bausteine in einer formelhaften Vierecksstory. Dass die Story nur haarscharf über 0% Tiefgang birgt, schiebe ich Shibani Bathija in die Schuhe. Wer ist diese Dame? Kein Bollywood-Fan hat je was von ihr gehört und dieses Jahr schreibt sie aus dem Stand die Drehbücher für zwei der grössten Produktionen: Fanaa und KANK. Beide lahmen an einem einfachen Drehbuch, gaukeln aber vor, tiefgründig zu sein. Dünne Figuren und Geschichten sind mir in einem Popcorn-Film egal, doch wenn ein Streifen ernste, lebensnahe und kontroverse Themen anpackt, muss er diesen auch gerecht werden. Die beiden Filme schaffen genau das nicht. Fanaa brach sein Reissbrett-Skript sogar fast das Genick, KANK überlebt es besser, weil es keine Story über Politik und Terror ist, sondern nur über vier mehr oder weniger verliebte Leute. Doch um weiteren Schaden abzuwenden: Verpasst dieser Dame so schnell wie möglich einen Fusstritt und lasst sie nie wieder ein Skript schreiben. Nie. Wieder.
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Beitrag #41 - erstellt: 31. Mai 2007
Don (2006)
Don: Das Spiel beginnt


Mit Shahrukh Khan, Priyanka Chopra Arjun Rampal, und Kareena Kapoor
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

STORY
Der Drogenboss Singhania (Rajesh Khattar) führt ein lukratives Kartell. Sein Handlanger in Kuala Lumpur ist der skrupellose Don (Shahrukh Khan), der Gegner ohne mit der Wimper zu zucken auslöscht. Auch Ramesh (Diwakar Pundir), der seine Organisation verlassen wollte, legte er um - und als dessen verführerische Verlobte Kamini (Kareena Kapoor) Rache üben wollte, biss auch sie ins Gras. Rameshs Schwester Roma (Priyanka Chopra) versucht es auf andere Art und schleicht sich Zwecks Vergeltung in Dons Bande ein. Bevor sie zuschlagen kann, verunglückt Don, als er vor Commissioner De Silva (Boman Irani) zu fliehen versucht. Um an Informationen über Dons Hintermänner zu kommen, vertuscht De Silva den Unfall und sucht Vijay (Shahrukh Khan) auf, ein simples Gemüt, das Don aufs Haar gleicht. Der Cop überredet Vijay, sich als Don auszugeben, dafür würde sein Ziehsohn mit einer guten Schulausbildung belohnt. Vijay sagt zu. Doch Roma ebenso wie der mysteriöse Jasjit (Arjun Rampal) könnten seine Aktion gefährden.

REVIEW
Der alte Don ist besser. Nun, da das aus dem Weg ist, kann ich mich dem neuen widmen, einem coolen, modernen, gelackten Remix aus Ideen des alten Don und globalem Actionkino des neuen Jahrtausends. Hinter der Kamera stand mit Farhan Akhtar (Lakshya) der Sohn des Original-Autors Javed Akhtar, insofern war garantiert, dass die Neufassung dem Ursprungs-"Don" den nötigen Tribut zollt. Das tut er auch, sei es in Kareena Kapoors Tanz im Helen-Stil, bei Shahrukhs Amitabh-Tonfall in seiner Vijay-Interpretation und natürlich in Teilen der Story sowie den etwas aufgepeppten Songs. Doch bei vielen kritischen Vergleichen zwischen altem und neuem "Don" schneidet der neue schlechter ab: weniger Kult-Faktor, weniger Charme, weniger bildgestalterische Freude. Ich unterschreibe all dies bedingungslos, hänge aber an, dass der neue "Don" den alten aufwertet, und umgekehrt. Mögen kann man beide.
Weniger Charme und schwächere Bildsprache muss man aber unbedingt anklagen - das sind die bereits angesprochenen deutliche Schwächen von "Don". Letzteres ist schnell abgehakt: Kameramann Mohanan arbeitet hier an seinem ersten derartigen Grossprojekt und obwohl er in Malaysia manche ansehnliche Location einfängt, so fehlt ihm doch das Talent, Bilder von bleibendem Wert zu schaffen. Die Kompositionen sind erschreckend profan, selbst die vermeintlich coolen Shots hätte ein talentierterer Kameramann besser hingekriegt. Mohanan bekam in Indien für "Don" einiges Lob, doch das ist typisch für eine Sensibilität, die moderne und gestylte Kameraführung per se mit Qualität gleichsetzt. Wie sonst ist es zu erklären, dass Männer wie Sanjay Gupta dort oft als Stil-Ikonen gefeiert werden?
Da "Don" aber dennoch fachmännisch aussieht (der Retro-Schnitt rettet manche schwächer gefilmte Szene), ist dies nur ein kleineres Manko. Deutlich schwerer wiegt der Mangel an Charme. Shahrukh kann sehr sympathisch sein, das wissen wir alle - und dass er als "Don" keinen Charmebolzen mimen darf, ist ebenso klar. Doch auch als Vijay bleibt er trocken, seine Feuer mit Priyanka entflammt nur kurz im Kult-Song "Khaike Paan Banaraswala" und so richtig mitbangen kann man mit dem Kerl sowieso nie, da er einfach zu glatt, ja, zu öde ist. Überhaupt geht einem niemand hier wirklich nah, würde einer erschossen, es liesse völlig kalt. Nur Arjun Rampal, der sein Leben für seinen Sohn opfern würde, erzeugt so etwas wie Emotionen. Dass hingegen selbst die Anfangsszenen mit dem familiären Verlust von Kareena und Priyanka nicht berühren ist symptomatisch für einen vor lauter Coolness oft erstarrenden Film.
Und bevor ich nun alle erlöse und doch noch erkläre, warum der Film Laune macht - weitere Defizite. Der Sound ist meist nicht im Studio nachsynchronisiert und wirkt an manchen Stellen unprofessionell. Die Koffer-Szene aus dem Original ist hier im Schnelldurchlauf völlig vergeudet. Die Sets sind langweilig, uncharakteristische Zimmer, anonyme Plätze, da kommt keine Freude auf - der Film wirkt wie durch einen industrialistischen Coolness-Filter gefilmt, der alles Leben entzieht, ausser in den Songs. Isha Koppikars Kleid in"Aaj Ki Raat" sieht aus wie ein schwangerer Weihnachtsbaum, wer hat das nur geschneidert?.
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Beitrag #42 - erstellt: 16. Mai 2008
Paheli (2005)



Die Schöne und der Geist
Mit Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Amitabh Bachchan, Juhi Chawla und Anupam Kher
erhältlich in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Stardust

Story
Die schöne Lachchi (Rani Mukherji) wird mit Kishan (Shahrukh Khan) verheiratet, dem Sohn des steinreichen und obergeizigen Händlers Bhanwarlal (Anupam Kher) aus Rajastan. Doch schon in der Hochzeitsnacht lässt Kishan seine Gattin links liegen. Da er mehr am Geld und am Segen seines Vaters interessiert ist, erklärt er ihr, er werde für fünf Jahre verreisen, um Geld zu machen. Lachchis Herz ist gebrochen, eine Stütze findet sie lediglich in Kishans Schwägerin Gajrobai (Juhi Chawla), deren Gatte (Sunil Shetty) ebenfalls verschwunden ist. Doch da steht Kishan plötzlich wieder im Haus. Lachchi ist überglücklich. Erst im Schlafzimmer erklärt Kishan ihr, dass er ein Geist ist. Der echte Kishan sei tatsächlich verreist, er, der nette Geist, habe sich jedoch derart in Lachchi verliebt, dass er Kishans Gestalt angenommen hat. Lachchi muss sich entscheiden, ob sie nun fünf Jahre ein Leben mit einem sympathischen Abbild ihres kühlen Gatten verbringen will - oder ob sie den Geist zurückweist. Sie entscheidet sich für die Liebe. Und für den Geist. Kann das gut gehen?
Review
"Paheli" ist ein sagenhaft schöner Film. Kein spannender, kein tiefgründiger, kein besonders witziger, kein bewegender und auch kein umwerfend neuartiger Film. Derart schön sogar, dass man ihn vorbehaltlos empfehlen kann, vorzugsweise natürlich auf der grossen Leinwand, wo die Bilder und Farbenpracht am besten zum Zug kommen. Doch "Paheli" ist unter seiner betörenden Schönheit eine leichte Enttäuschung für ein Werk dieser Bollywood-Grösse.
Von der ersten Minute an ist klar, dass dies ein Film trunken von Schönheit ist. Die Farbdramaturgie ist unglaublich, das ländliche Indien einmal mehr märchenhaft eingefangen und manche Bauten (etwa an die Wasserreservoire mit dem Treppenwirrwarr) sind spektakulär gefilmt. Dazwischen die bekanntesten Stars, die man zum Teil nur selten zuvor schöner gesehen hat - vor allem Rani Mukherjee und Juhi Chawla. Kameramann Ravi K. Chandran (Black, Yuva, Koi... Mil Gaya) brilliert also einmal mehr und zeigt die Akteure von der besten Seite. Sieht man mal von Shahrukh Khan ab, dessen Alter er nicht immer kaschieren kann und dessen schneeweisses Hühnerbrüstchen etwas zu oft im Bildmittelpunkt stehen muss.
Und ansonsten ist King Khan sowieso okay. An seiner Seite mal wieder Rani Mukherjee, und während sie sehr viel Lob erntete für ihren Part, fand ich sie etwas fad. Nicht vom Aussehen - die Frau ist eine Pracht. Auch nicht vom Tanz her. Aber die Rolle fordert ihr nicht viel mehr ab, als ein paar Mal zu heulen. Es fehlt das gewisse Etwas, ja, es fehlt bisweilen sogar die Chemie zu Shahrukh.

Juhi Chawla ist reizend in der Nebenrolle, Anupam Kher eine wahre Freude als geiziger Papa. Amitabh Bachchan taucht spät für eine witzige Szene auf. Sunil Shetty ist ebenso verschwendet wie sein kurzer Subplot. Dilip Prabhavalkar ist herrlich als etwas tölpelhafter Raucher-Onkel und Rajpal Yadav kommt deutlich zu wenig vor - er amüsiert aber in seinen wenigen Szenen famos. Naseeruddin Shah hört man nur als Puppenkönig. Er und seine Königin sind Kommentatoren der Geschichte und sozusagen Berater des Geistes.
Der erste Track, "Minnat Kare", ist ein Meer aus Farben, blendend choreografiert von Farah Khan. Bestes Lied (mit riesigem Abstand) ist das hypnotische "Dhere Jalna", das im Film leider aufgeteilt wird und nicht gerade eindrücklich inszeniert ist. Erwähnenswert ist auch der ulkige "Phir Raat Kati", der mir als Song gar nicht gefallen hat - aber zu den witzigen Bildern des Abspanns passt der Track wie die Faust aufs Auge.
Ganz zum Schluss muss ich doch nochmals zum Inhalt zurückkommen. Für einen Liebesfilm sind mir da zu wenig Funken. Und für eine Komödie gibts zu wenig Comedy. Für ein Märchen zu wenig Zauber.
Und so bleibt "Paheli" eben ein Fest für die Augen. Und die Ohren. Und natürlich für die Shahrukh-Fans, die selbst seine bleiche Brust wohl mit Liebesschwüren eindecken werden. Es ist ein kurzweiliger, harmloser Film. Einer für Zwischendurch, einer zum still geniessen. Oder wie am Anfang schon gesagt: Ein schöner Film. Bloss eben nicht viel mehr.
Gekürzte Review, alles hier nachlesen.

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Beitrag #43 - erstellt: 16. Mai 2008
Fauji (1989)



Fauji: Die Militärakademie
Mit Shahrukh Khan
deutsche Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Der junge Abhimanyu Rai geht zusammen mit seinem Bruder Vikram auf eine Militärakademie, wo es neben einer harten Ausbildung auch lauter hübsche Mädchen gibt. Wie es kommen muss, verliebt sich "Abhi", wie er von seinen Kameraden genannt wird, in die Stabsärztin und sein Bruder beginnt, sich für die Tochter des Generals zu interessieren. Doch kaum sind die ersten zarten Bande geknüpft, geschieht das, was sich kein Soldat wünscht: Ein Krieg bricht aus, und die Männer müssen zum Einsatz...
VideoWoche
Im Zuge der kompletten Vermarktung der Marke Shah Rukh Khan war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wirklich der gröbste Bodensatz seiner Filmkarriere auch in Deutschland auf den Markt kommt. Fauji ist so ein Beispiel, denn sowohl schauspielerisch als auch von der Ausstattung her übersteigt das Niveau dieser Serie niemals die einer heimischen Soap und ist somit wohl nur für Komplettisten und absolute Shah-Rukh-Khan-Anhänger geeignet.

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Beitrag #44 - erstellt: 16. Mai 2008
Darr (1993)



Mit Shahrukh Khan, Juhi Chawla und Sunny Deol
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Story
Sunil Malhotra (Sunny Deol) ist der beste Soldat in der Truppe von Cpt. Mehra (Dalip Tahil). Nun scheint für ihn auch privat die Sonne zu scheinen: Er wird die schöne Kiran (Juhi Chawla) heiraten. Er ahnt nicht, dass er einen Widersacher im Kampf um ihr Herz hat: Rahul (Shahrukh Khan), Mehras Sohn. Er war mit Kiran auf dem College, getraute sich aber nie, sie anzusprechen. Er baute eine obsessive Liebe für Kiran auf. Wie durchgeknallt Rahul ist, zeigt auch, dass er ständig mit seiner Mutter telefoniert, die vor 18 Jahren bei einem Autounfall starb. Nun rückt er Kiran auf die Pelle. Er versucht sogar, Sunil umzubringen. Um dem Psychopathen zu entkommen, heiraten Kiran und Sunil und fliegen in die Schweiz.
Review
Über-Produzent und Hit-Regisseur Yash Chopra hatte Anfang 90er einige Flops auf dem Rücken, als er "Darr" inszenierte. Doch als der Film an Weihnachten 1993 in die Kinos kam, avancierte er schnell zum Hit (zweiterfolgreichster Film 1993) und war ein weiterer wichtiger Schritt nach oben für Shahrukh Khan. Und genau da liegt das Problem - auf das ich gerne vor der Besprechung des Films zu reden kommen möchte: Dies ist eigentlich Shahrukhs Film. Und das sorgte hinter den Kulissen für riesigen Zoff. Sunny Deol meinte, Yash Chopra habe ihn angelogen und betrogen, weil Shahrukh der eigentliche tragische Held des Films wurde. Das stimmt zum Teil schon, denn als Juhi gegen Schluss einmal schreit "Kill him! Kill him, Sunil!" und Shahrukh ihr einen traurigen Blick zuwirft, hat man Mitleid mit ihm. Mit ihm, dem eigentlichen Bösewicht. Macho-Held Sunny fühlte sich dadurch betrogen. Doch das ist nicht primär Chopras Schuld, sondern ein Beweis für Shahrukhs Star-Appeal. Er hat einfach mehr Talent und mehr Charme als Sunny und drängt sich gerade deshalb schon ins Zentrum des Films. Die Herzen fliegen ihm eher zu als dem stoischen Sunny. Und genau das hielt der gestandene Mann wohl nicht aus. Seither redet er nicht mehr mit Chopra und schwor, nie mehr einen Film mit ihm zu drehen. Auch mit Shahrukh liegt er seither im Streit. Shahrukh dagegen wurde zum Megastar - auch dank diesem Film. Mit Chopra drehte er 1997 Dil To Pagal Hai, während Sunny ohne Chopra auch Megaerfolge feierte. Und noch ein dritter spielte bei der Sache eine Rolle: Aamir Khan. Der hätte eigentlich Shahrukhs Rolle spielen sollen, wollte aber Änderungen im Skript (mehr Interaktion mit Sunny, anderes Ende) und wurde gefeuert. Später meinte er, Sunny habe mit seiner Kritik völlig recht - und drehte nie mit Chopra. Tja, weder Aamir noch Sunny noch Shahrukh hat der Krieg geschadet - heute sind alle drei Hit-Lieferanten.
Nun also zum Film selbst. Wie bereits angedeutet ist Shahrukh zwar der Bösewicht, aber der Star des Films. Er ist famos. Juhi bleibt etwas farblos und Sunny ist stoisch wie eh und je. Anupam Kher irritiert etwas als Comic Relief. Chopras Inszenierung ist eher unspektakulär, was auch für die Tanzeinlagen gilt. Der beste Song ist Shahrukhs flehender "Jaadu Teri Nazar", gefolgt von "Tu Mere Samne". Ah, und fast eine Stunde des Films spielt in der Schweiz. Das Finale (ein Mix aus "Cape Fear" und "Dead Calm") passiert gar auf dem Genfersee. Ein gut gemachter Film, der sich anzuschauen lohnt. Aber der Trubel hinter der Kamera war eigentlich noch viel spannender ...

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Beitrag #45 - erstellt: 16. Mai 2008
Chak De! India (2007)



Ein unschlagbares Team
Mit Shahrukh Khan
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Rapideyemovies

Story
Kabir Khan (Shahrukh Khan) ist der Top-Stürmer der indischen Hockey-Nationalmannschaft. Beim Match gegen Pakistan verschiesst er den entscheidenden Strafstoss und ist danach gebrandmarkt - denn weil Kabir Moslem ist, scheint für die indischen Medien und hetzerische Agitatoren klar, dass er heimlich dem moslemischen Nachbarstaat geholfen hat. Er wird als Verräter gebrandmarkt und zieht weg. Erst sieben Jahre später kehrt er zurück, um den von niemandem sonst gewollten Posten des Trainers des indischen Mädchen-Hockey-Teams anzunehmen. Vorerst sorgen seine harten Trainingsmethoden bei den Spielerinnen um Preeti (Sagarika Ghatge), Vidya (Vidya Malvade), Komal (Chitrashi Rawat) und Rachna (Kimberly Miranda) für Zoff - doch Kabir schafft es langsam, die Mädels zu einem Team zusammen zu schweissen.
Review
In "Chak De! India" spielt Shahrukh mal wieder ein wenig Abseits seines Stereotyps - kein Arme in die Höhe reissen, kein Flennen, kein Kopf wackeln. Er spielt fast nüchtern - und richtig gut."Chak De! India" wurde daher völlig verdient zum Überraschungserfolg 2007 und torpedierte King Khan mal wieder an die Spitze. Auch die restlichen Stars sind eine Wucht - und dabei sind sie eigentlich gar keine Stars. Gemeint sind die 16 Mädels in Shahrukhs Mannschaft. Eine quer durch Indien rekrutierte Truppe aus charakterstarken Girls, die dem Film viel Power verleihen.
Und darum geht es doch bei einem Sportfilm: Man soll mit der Mannschaft, die idealerweise wie hier eine Underdog-Truppe ist, mitfiebern. Dann kann das Ziel noch so vorhersehbar sein - es gibt eh nur zwei Optionen. Üblicherweise die, dass die Sportler trotz aller Widerstände gewinnen. Welchen Weg "Chak De! India" einschlägt, sei nicht verraten, doch klar ist, dass Regisseru Shimit Amin (Ab Tak Chhappan) das Genre gar nicht revolutionieren will, sondern in Bild und Story einen mitreissenden Sportfilm auftischen möchte. Ist das Shahrukh-Vehikel in dem Bereich ein herausragendes Werk? Sicher nicht.
Shahrukh ist dagegen, trotz Dreitagebart und einigen charakterlichen Schwächen, etwas glatter. Das ist gewollt, immerhin ist die Botschaft ja auch die, dass er sich nach den Kollaborationsvorwürfen aufrappelt und seine Ehre wieder erlangt. Deshalb darf der Film auch patriotisch sein, der Held beweist seinen Patriotismus durch seine Taten - da kann man wenig dagegen haben, zumal es ja auch dem Sportfeld passiert, wo immer Patriotismus ins Spiel kommt, wenn er auf Länderebene spielt. Und nicht nur Shahrukhs Figur hat nicht so viele Ecken und Kanten, wie man sich wünschen könnte, auch die Spielerinnen sind schnell skizziert und folgen dann ihren vorgegebenen Pfaden, bis hin zu den entscheidenden Szenen im "grossen Finale"™.
Nur eben: Das machen die jungen Frauen fantastisch. Diese Mädels sind allesamt toll, Shahrukh ist toll, das Erzähltempo ist toll - Langeweile kommt gar nie auf. Geärgert habe ich mich teilweise über visuelle Spielereien von Kameramann Sudeep Chatterjee (Dor), der etwas gar oft die Kamera verwackelt und Bilder mit Filtern übertüncht. Auch nicht vom Hocker reisst der in den Film integrierte, weitgehend Song-lose Soundtrack, sieht man vom Titellied ab.
Damit ist er nicht der beste Sportfilm der letzten Zeit, ja er ist wohl nicht einmal der beste Sportfilm Indiens (Lagaan und Iqbal sind besser oder ebenso gut) - doch im Jahr 2007 habe ich bisher noch keinen überzeugenderen Bollywood-Film gesehen. Und überzeugend heisst in diesem Fall: technisch und inhaltlich vorbildlich, schauspielerisch überdurchschnittlich und vom Unterhaltungswert 1A. Nicht zu vergessen bewegend - so habe ich etwa beim Match der Mädels gegen die Jungs wässrige Augen gekriegt, und das, obwohl der Aufbau des Applauses pures Klischee ist. Wenn Klischees nicht nerven, dann ist das immer ein gutes Zeichen, oder? Chak De ... Film anschauen!

Gekürzte Review, alles hier nachlesen.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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