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Forum - Thema: Label KSM / Pegasus / Caroland

Thema: Label KSM / Pegasus / Caroland
Autor Beitrag


Beitrag #1 - erstellt: 24. Juli 2007
12B (2001)


Buslinie 12B: Was wäre wenn ...?
Tamilischer Liebesfilm mit einem Gastauftritt von Sunil Shetty.
in Hindi-Synchronfassung ohne Untertitel sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / Caroland

Story
Der junge Shakti (Shaam) ist auf dem Weg zu einem Job-Interview, als er die süsse Jo (Jyothika) erblickt. Sie lenkt ihn so sehr ab, dass er seinen Bus 12B verpasst und damit auch sein Gespräch - und den Job. Aus Mitleid heuert ihn ein Freund als Automechaniker an. Aber was, wenn Shakti den Bus erwischt hätte? Er hätte beim Bewerbungsgespräch überzeugt, hätte einen lukrativen Job in der Bank gekriegt und sich mit seiner Kollegin Priya (Simran) angefreundet. Der Shakti in der Autowerkstatt hat derweil Probleme, Jo zu erobern, denn ihr "Onkel" Arwind (Sunil Shetty) macht sich ebenfalls Hoffnungen.
Review
"12B" ist ein liebevoller Tamil-Film und markiert das Regiedebüt von Kameramann Jeeva (Jeans). Wie zu erwarten ist der Film visuell auch sehr anmächelig, insbesondere in den Song-Szenen. Doch auch die Akteure überzeugen, vor allem der Charmeur Shaam, der hier ebenfalls sein Debüt gibt. Hindi-Star Sunil Shetty kennt Jeeva vom Dreh von Hera Pheri und konnte ihn zu einem kurzen Auftritt überreden - seinem ersten in einem Tamil-Film.
Der Plot von "12B" basiert auf der "was wäre wenn?"-Handlung des Gwyneth-Paltrow-Films "Sliding Doors", bloss, dass sich hier ein Mann in zwei Charaktere "trennt", anstatt eine Frau. Jeeva behält die Fäden geschickt in der Hand, so dass man nie allzu verwirrt ist, welchen Shakti man nun gerade vor sich hat. Zum Schluss bündelt er alles in eine hübsch moralische Botschaft. Zuvor gibts noch einen Unfall im Alai Payuthey / Saathiya / "Meet Joe Black" - Stil ... mit mässigen Effekten. "12B" ist sicher kein Meisterwerk, aber ausgesprochen gefällige Unterhaltung mit charmanten Akteuren, ein wenig Melancholie und ebensoviel Humor.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #2 - erstellt: 24. Juli 2007
Alag (2006)



Er ist anders, er ist allein
Mit Akshay Kapoor und Dia Mirza sowie Shahrukh Khan in einem Gastauftritt
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation
Vertrieb: KSM

Story
Ein Inspektor (Sharat Saxena) untersucht den Tod von Hemant Rastogi (Yatin Karyekar). Dabei stösst er in dessen Keller auf einen jungen Mann. Er ist Tejas (Akshay Kapoor), Mr. Rastogis Sohn, der seit vielen Jahren eingesperrt ist und Bücher liest. Der Vater hatte Tejas weggeschlossen, da er als Bub einst einem Spielkameraden einen Elektroschock verpasst hat. Tejas, der keine Haare am Körper hat und allergisch auf Sonnenlicht reagiert, ist mit diesen Kräften geboren worden, da seine Mutter vom Blitz getroffen wurde und bei Tejas Geburt verstarb. Der Inspektor übergibt den schüchternen Jungen in die Obhut seiner Nichte Purva Rana (Dia Mirza), die ihn in der Schule ihres Vaters Pushkar Rana (Jayant Kriplani) integrieren will. Doch das ist wegen Tejas' Andersartigkeit gar nicht so einfach.
Review
Mit seiner dritten Regiearbeit nach Deewaanapan und Sheesha inszeniert der Spezialeffekt-Profi Ashu Trinkha ein Remake von Victor Salvas "Powder". Dieses Aussenseiterdrama von 1995 mit "Young Indiana Jones" Sean Patrick Flanery in der Hauptrolle, war nicht der Weisheit letzter Schluss und nutzte zu wenige Chancen, die ihm die interessante Ausgangslage bot. Die Hindi-Fassung tut dasselbe: Chancen verpassen, Fragen offen lassen. Schade um die eigentlich spannende Ausgangslage.
Trinkha hält sich nicht sklavisch an die Vorlage, lässt Tejas etwa bei seinem Vater aufwachsen, nicht bei den Grosseltern, reduziert die Fähigkeit der Hauptfigur, Gefühle zu "lesen", und verstärkte natürlich die Lovestory.Ganz abseits steht der letzte Teil des Films, in dem der böse Wissenschafter Richard Dyer (gespielt von Tom Alter) das Story-Steuer übernimmt und "Alag" beinahe zum B-Sci-Fi-Film avanciert. Da war Victor Salvas Fassung inspirierter. Immerhin hält Trinkha das Interesse meist aufrecht, indem er dem indischen Publikum ein relativ neuartiges Thema zeigt und die Aussenseitergeschichte nie ganz ausblendet.
Auch die Akteure leisten solide Arbeit: Akshay Kapoor, der 2004 im Flop Popcorn Khao debütierte, überzeugt mit Mut zur ungewöhnlichen Rolle und spielt sie nicht schlecht. Die Angewohnheit, ständig seinen trainierten Body zu zeigen, kann man aus marketingtechnischen Gründen ja noch nachvollziehen, doch wie ein junger Mann, der beinahe bewegungslos in einem Keller hauste zu so einer Physis kommen kann, bleibt sein Geheimnis -es ist bei weitem auch nicht die einzige Frage, die einem durch den Kopf geht Wieso informiert Purva die Schule nicht, dass der Neuzugang speziell ist? Wieso sehen die Schul-Rowdies nach seinem ersten telekinetischen Stunt nicht ein, dass sie dem lieber nicht zu nahe treten sollten? Und wieso erkennt kaum jemand das Potential dieses Menschen? Das Drehbuch wirkt hier nicht ausgereift.
Auch Dia Mirzas Rolle taugt zu wenig. Die hübsche Schauspielerin kaschiert das Manko weitgehend mit ihrem mitleidvollen Auftreten, doch ausarbeiten kann sie ihre Figur nie. Die restlichen Akteure bleiben meist blass, Mukesh Tiwari hat immerhin eine starke Szene, in der er der Gewalt abschwört, während Tom Alter etwas zu stark im "mad scientist"-Modus bleibt und dementsprechend stark chargiert. Hier wird auch deutlich,dass Trikha nicht viel Geld zur Verfügung hatte und auf wenig bekannte Gesichter zurückgreifen musste. Das restliche Budget ging schliesslich für die Spezialeffekte drauf, die nicht übel sind, aber auch im B-Bereich bleiben.

(review gekürzt - alles hier nachlesen )

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #3 - erstellt: 24. Juli 2007
Anjaam (1994)


Heute Liebe, morgen Rache
Mit Shahrukh Khan und Madhuri Dixit
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

einzel Disk
Special Edition

STORY
Der steinreiche Geschäftsmann Vijay Agnihotri (Shahrukh Khan) verliebt sich in die Stewardess Shivani (Madhuri Dixit). Er verfolgt sie auf ihren Flügen und flirtet mit ihr, wo er nur kann. Sie zeigt ihm genervt die kalte Schulter. Als er endlich den Mut aufbringt, sie um ihre Hand zu bitten, kommt er gerade rechtzeitig zu ihrer Hochzeit - mit dem Piloten Ashok Chopra (Deepak Tijori). Vijay wird liebeskrank und immer gewalttätiger. Er heuert Ashok als Boss einer neuen Fluglinie an, um Shivani nahe zu sein. Als das auch nicht klappt, prügelt er den Gatten ins Spital und zerstört Shivanis Leben. Sie kann nichts gegen Vijay tun, weil er die korrupte Polizei auf seiner Seite hat. Dann dreht er komplett durch.
REVIEW
Wenn man Shahrukh Khan heute in den wunderschönen Bollywood-Schnulzen seinen Charme ausspielen sieht, kann man schwer glauben, dass seine Kinokarriere mit etlichen negativen Rollen in Schwung kam. Besonders frappant ist sein Hang zum Bösewicht in den Jahren 1993 und 1994, als er mit Baazigar und Darr zwei Hits landete und mit "Anjaam" noch eines draufsetzen wollte. "Anjaam" enttäuschte an den Kinokassen trotz Hit-Soundtrack und Stars, doch der Film ist nichtsdestotrotz beeindruckend, weil er Shahrukh in seiner vielleicht bösesten Rolle zeigt. In Darr war er zwar der Fiesling, aber angetrieben von Liebe. In "Anjaam" schlägt die Liebe in Hass um und Shahrukhs Übeltaten sind wirklich absolut böse. Nicht minder deftig ist jedoch Madhuris Rachefeldzug.
Damit ist auch angeschnitten, dass "Anjaam" kein Familienfilm ist. Die Gewalt ist exzessiv und nimmt sadistische Ausmasse an. In so einen toughen Film wollte Regisseur Rahul Rawail Bollywood-konforme Auflockerung bringen. Ein Versuch, der nur halbwegs gelingt. Er misslingt komplett in den Szenen mit Johnny Lever. Wenn Lever in seiner peinlichen Rolle als Transvestit auftaucht, möchte man den Fernseher zertrümmern. Er war selten schlechter und unpassender als in diesem Film. Die Songs passen auch nicht ganz,sind aber wenigstens gut. Der Soundtrack ist gespickt mit Hits. Mir gefiel der amüsante Song "Badi Muskhil Hai", in der Shahrukh auf einem fahrenden Taxi tanzt (etwas, was er heute wohl nicht mehr tun würde). Die Shaadi-Nummer "Atara Baras Ki" ist nett und von Madhuri souverän getanzt. "Tu Samna Jab" ist okay, "Main Kohlapur Se" mässig und "Barson Ke Baad" melodiös mit bewegenden Songtexten von Sameer.
Es sind die Songs und die Stars, die "Anjaam" seine soliden 2½ Sterne ermöglichen. Shahrukh, der einen Filmfare-Award als bester Bösewicht gewann, ist diabolisch gut und Madhuri wird vom geschundenen Fräulein zur mörderischen Rächerfrau im Namen der Göttin. Dass sie dabei mitmacht, finde ich erstaunlich. Immerhin muss sie groteske Gewaltakte vollziehen, wie etwa einem Opfer ein Stück des Arms herausbeissen. Autsch. Ihr Feldzug ist geschwängert mit religiöser Symbolik. Der Regen, der alle Sünden wegwäscht, das Feuer, das sie verbrennt. Der göttliche Dreizack, mit dem Madhuri im Tempel zusticht (etwas, was Rawail aus seinem 87er-Film Dacait übernommen hat). Und ihre letzten Worte, "mein Leben ist weniger wichtig als dein Tod". Wow. Das hat etwa die Power von Shahrukhs Rache in Koyla. Wieso bewerte ich diesen besser? Weil er viel kräftiger inszeniert ist. Weil Deepak Tijori in der wichtigen Rolle von "Anjaam" blass wie ein Brett ist. Weil Johnny Lever hier unausstehlich ist. Und weil "Anjaam" auf ziemlich fragwürdige Art sadistisch daherkommt. Es muss jeder sterben, der Madhuri nahe steht, bevor sie zurückschlagen kann. Ihr ungeborenes Baby wird herausgeprügelt, ihre Schwester und ihre Tochter überfahren, ihr Mann erstickt - das löst keine Emotionen mehr beim Zuschauer aus, sondern nur noch Hass. Nicht auf Shahrukh, sondern auf den Regisseur! Seine inszenatorischen Mittel sind derart plump, dass man nicht mehr von einer Handlung reden kann, sondern von einem Konstrukt. "Anjaam" hat zweifellos Mut und Wucht, doch man fühlt sich unwohl bei dem Film. Das kann ja eigentlich nicht das Ziel sein.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #4 - erstellt: 24. Juli 2007
Army (1996)


Im Auftrag der Liebe
Mit Shahrukh Khan, Sridevi
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / KSM

Story
Die Anwältin Geeta (Sridevi) hat ihren Beruf aufgegeben. Im Gefängnis entdeckt sie fünf Kerle, die einen tyrannischen Magistraten ermordet haben und dafür bald hängen sollen. Sie beschliesst, das Quintett aus dem Knast zu befreien, in dem ihr Bruder Raghbir Singh (Kiran Kumar) als Wärter arbeitet. Die Aktion gelingt, Kishan (Harish), Kevin (Ronit Roy), Karta (Ravi Kissen), Khan (Sudesh Berry) und Kabir (Mohnish Behl) sind frei. Sie verschanzen sich mit Geeta in einem abgelegenen Haus. Erst viel später erklärt sie, warum sie die fünf befreit hat: Sie sollen ihre Armee der Rache sein. Geeta erzählt, dass sie den propperen Major Arjun Singh (Shahrukh Khan) geheiratet hat und von ihm schwanger war. Doch der tyrannische Dorfchef und religiöse Führer Naagraj (Danny Denzongpa), der heimlich der grösste Waffenhändler des Landes ist, misshandelte Arjuns Schwester Gayatri (Neena Sofia), worauf der Major angriff. Naagraj tötete ihn und kam vor Gericht frei, da Gayatri inzwischen den Verstand verloren hatte. Das schreit nach Rache.
Review
"Army" sieht einfach schlecht aus. Über Inhalt und Darstellerleistungen kann man ja noch geteilter Meinung sein, aber der Look des Bollywood-Thrillers ist einfach unsäglich. Die Kamera steht selten am richtigen Ort, die Zooms sind schwach, die Beleuchtung mies, der Einsatz von Nebel und Milchfilter albern. Dass der Stuntman Raam Shetty in seiner einzigen Regiearbeit zwei der grössten Stars Indiens auf diese schmuddelige Art ablichtet, ist fast schon beleidigend.
Aber "Army" ist nicht nur visuell öde. Die Schauspieler können sich kaum entfalten. Shahrukh hat einen ausgedehnten Gastauftritt und darf in der ersten Rückblende ein paar Witze machen sowie einen Song absolvieren, in der zweiten darf er mit lautem Geschrei sterben. Sridevi geht es besser, weil sie länger spielen darf, doch die Rolle beansprucht sie höchstens physisch. Am besten weg kommt Danny Denzongpa, der seinen Charakter derart übertrieben darstellt, dass er als Bösewicht in einem Comic durchgehen würde. Vergessen habe ich die fünf No-Names, die Sridevis "Armee" ausmachen. Aber man kann sie auch leicht vergessen, denn sie spielen kreidenblass und haben keinerlei Wiedererkennungswert.
Damit bleibt noch die letzte Sünde und das wäre das Drehbuch. Der Handlungsteil des Skripts ist schematisch aufgezogen und der Rachefeldzug eigentlich voraussehbar. Die Nebenhandlungen, die Shetty einflicht, sind daneben. Ein Subplot dreht sich um die Mitglieder der "Army", die sich in Mädels vergucken, wobei ein kleines Äffchen nicht nur ein paar Kleider stiehlt, es stiehlt in dieser "Romanze" auch ganz allein die Show. Ein noch unsäglicher Teil des Films beschäftigt sich mit einem Kerl, der seine Tochter verheiraten will. Das hat nichts mit der Geschichte zu tun und langweilt nur.
Der Charakteren-Teil des Skrips ist noch schwächer. Ich sags mal ganz böse: Jede der Figuren ist einfach dumm. Der Bösewicht, die Heldin, die Helden - alle haben sie verminderte Denkfähigkeiten. Sie arrangieren stupide Taktiken, ohne sich auszurechnen, was schief gehen könnte. Sie treten vor ihre Feinde, manchmal unbewaffnet, manchmal um ihre Dialoge zu schreien - und merken danach, dass sie gar keinen Angriffsplan hatten. Geeta hockt monatelang in ihrem Unterschlupf anstatt anzugreifen. Sie klärt die Jungs nicht auf, was ihre Aufgabe ist, sondern lässt sie einen Fluchtversuch durchführen. Alle Aktionen in dem Film machen keinen Sinn und sind nicht zu Ende gedacht. Das Rache-Motiv hält den Stuss zusammen, doch bis es zur Vergeltung kommt, muss man sich durch viele Dummheiten quälen.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #5 - erstellt: 24. Juli 2007
Baadshah (1999)



Baadsha: Der König der Liebe
Mit Shahrukh Khan, Twinkle Khanna und Amrish Puri
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Raj (Shahrukh Khan) nennt sich Baadshah: Der König. In Wahrheit ist er jedoch bloss ein etwas überdrehter Privatdetektiv, der mit seiner Crew die seltsamsten Fälle annimmt. Nun wendet sich der reiche Jhunjhunwala (Avtar Gill) an ihn und bittet ihn, die schöne Seema (Twinkle Khanna) zu verführen und sie dann fallen zu lassen, damit sie in eine Heirat mit seinem Sohn einwilligt. Kein Problem für Raj, doch am Ende, als er Seema weh tun muss, tut sie ihm leid. Er hat sich verliebt. Keine Zeit zum Trauern, denn nun wird die Tochter des Industriellen Mahendra entführt. Raj ermittelt und wird dabei mit dem CGI-Agenten Deepak (Deepak Tijori) verwechselt, dessen Codename "Baadshah" ist. Deepak wird von dem Killerduo Rani (Deepshika) und Moti (Sharat Saxena) umgelegt, die vom reichen Suraj Singh Thapar (Amrish Puri) den Auftrag erhalten haben, ihn zu töten. Thapar plant nämlich, die Chief Ministerin von Goa, die soziale Gayatri Bachchan (Raakhee) zu ermorden. Dabei soll ihm niemand in den Weg kommen. Doch da taucht der falsche Baadshah auf: Raj - im Schlepptau Seema, die ihn verfolgt sowie Rani und Moti, die ihn töten wollen.
Review
"Baadshah" ist die zweite Zusammenarbeit von Abbas-Mastan und Shahrukh Khan nach dem Hit Baazigar. An diesen reicht der turbulente Film zwar nicht heran, aber "Baadshah" ist schamlos unterhaltsam. Die Actionkomödie ist auch einer der wirrsten Filme, die ich jemals gesehen habe. Die Regie-Brüder packen etwa drei Stories in den Film mit Anleihen von Bond bis "Nick of Time". Das Resultat würde jedem westlichen Drehbuchautor die Schamröte ins Gesicht treiben, denn man kommt hie und da schlicht nicht mehr draus. Ja, ein solches Chaos ist "Baadshah". Aber Abbas-Mustans Talent ist es, dies zu kaschieren. Mit Non-Stop-Gags, Action, Spannung, Songs und Shahrukh.
"Baadshah" ist einmal mehr eine King-Khan-Show. Der Entertainer blüht in allen Situationen auf und ist klar die Identifikationsfigur. Twinkle Khanna hat einen Traumkörper und ist okay als weibliche Heldin. Sie kommt aber nicht an die besten Shahrukh-Partnerinnen heran. Amrish Puri ist mal wieder der Fiesling, Johnny Lever hat ein paar gute Jokes. Der Plausibilitätsfaktor des Films ist gleich null, doch in der letzten halben Stunde der 175 Minuten Lauflänge wird das besonders offensichtlich. Da kopieren Abbas-Mustan eindeutig den Johnny-Depp-Echtzeit-Thriller "Nick of Time" im Schnelldurchlauf. Sie erreichen nie die Spannung des Vorbilds, aber es gibt ein paar gute Szenen. So darf Shahrukh in magnetischen Schuhen die Wand hoch laufen ("Why am I doing this? I'm no Akshay Kumar!"), es kommt Spannung auf und der Moment, in dem Raakhee den Brief liest, ist sehr emotional und gut inszeniert. "Baadshah" ist ein Bollywood-Film in Reinkultur. Überlänge, Songs, Shahrukh und ein Ghetto von einem Drehbuch. Oder in einem Wort: Spass.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #6 - erstellt: 24. Juli 2007
Chamatkar (1992)


Der Himmel führt uns zusammen
Mit Shahrukh Khan, Urmila Matondkar, Naseeruddin Shah und Shammi Kapoor
erhältlich in deutscher Synchronisation. Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Der trottelige aber grundehrliche Sunder Srivastava (Shahrukh Khan) ist Lehrer im ländlichen Jawaharpur. Er will in dem Ort dringend eine Schule errichten, doch dazu fehlt ihm das Geld. Da taucht sein ehemaliger Kumpel Prem auf, der ihm erzählt, dass Lehrer in Dubai ein Vermögen verdienen. Sunder lässt sich überreden, nach Dubai zu ziehen. Doch schon in Mumbai wird ihm alles Gepäck und Geld gestohlen. Zudem erfährt er, dass Prem ihn nur reingelegt hat und ihm das Geld für die Überfahrt abgeluchst hat. Der betrogene Sunder muss auf dem Friedhof übernachten. Dort hört er eine Stimme aus einem Grab: Es ist die des Geistes von Amar Kumar (Naseeruddin Shah). Er war einst unter dem Namen Marco ein gefürchteter Gangster. Seine Frau Savitri Kaul (Malvika Tiwari) hat ihn jedoch auf den Pfad der Tugend zurückgeführt, weshalb er von seinem Untergebenen Kunta (Tinnu Anand) ermordet wurde. Gott hat Marco erklärt, wenn einst ein Mann seine Stimme hören könne, sei dieser sein Weg zur Sühne. Sunder hat ihn gehört und fortan sind die beiden ein Team. Marco verhilft Sunder zum Job des Cricket-Trainers am RK College von Savitris Vater Mr. Kaul (Shammi Kapoor). Und er hilft ihm, das Herz seiner Tochter Mala (Urmila Matondkar) zu erobern. Die glaubt, ihr Vater lebe noch und habe mit seinen Taten ihre Mutter ins Grab getrieben! Dabei führt Kunta Marcos Geschäfte in dessen Namen weiter.
Review
Regisseur Rajiv Mehra (Ram Jaane) zeichnet verantwortlich für die Fantasykomödie "Chamatkar", einen der frühsten Filme des späteren Superstars Shahrukh Khan. Wirklich überzeugen kann der Filmemacher mit seinem Werk nicht, aber immerhin setzt er seinen Star bereits souverän ein: Shahrukh überzeugt mit dem ihm eigenen Charme, auch wenn er schauspielerisch noch nicht viel zu bieten hat. Sein "Tölpel vom Lande"-Part fordert von ihm zum Glück auch keine Höchstleistung. Er wirkt jung, frisch und eben liebenswürdig. Mehr braucht er gar nicht zu bringen. Urmila Matondkar im Übrigen auch nicht. In der bisher einzigen Zusammenarbeit der beiden hat die schöne Urmila nicht viel zu tun und macht neben King Khan eine durchaus sympathische Figur.
"Chamatkar" kann auch nicht als Romanze punkten. Eher schon als drolliger Fantasyulk, weshalb das Zusammenspiel von Shahrukh und seinem Main Hoon Na-Papa Naseeruddin Shah viel wichtiger ist als jenes mit Urmila. Die zwei sind ein amüsantes Gespann. Naseeruddin hat sichtlich Spass an seinem übersinnlichen Part. Leider macht Rajiv Mehra viel zu wenig daraus. Bei einem so fantastischen Plot hätte man auch deutlich mehr Fantasie erwarten dürfen. Klar, Mehra war tricktechnisch eingeschränkt und die wenigen Bluescreen-Effekte sind teilweise enorm mies, aber mit etwas Einfallsreichtum hätte hier eine bedeutend inspiriertere Geschichte entstehen können als bloss ein weiterer Abklatsch des populären "Aladin und die Wunderlampe"-Themas.
Ins Mittelmass reiht sich denn auch der Rest des Films ein: Anu Maliks Musik haucht den Song-and-Dance-Nummern (u.a. eine Beinahe-Coverversion von Peggy Marchs "I Will Follow Him") nur wenig Leben ein, die Nebendarsteller agieren akzeptabel, das Erzähltempo ist tolerierbar - auch wenn 164 Minuten für dieses dünne Geschichtchen deutlich zu lang sind. "Chamatkar" kann man trotzdem kaum böse sein, sei es wegen Shahrukhs Charme oder dem in Bollywood zu selten gesehenen Fantasy-Thema. Es ist ein belangloser, harmloser und einfallsloser Familienspass, den man schnell wieder vergessen hat. Es sei denn, man ist Shahrukh-Fan. Dann kann man seinen Liebling nämlich nicht nur in einem frühen, charmanten Part bestaunen, sondern auch mit einer zeitlosen (das will was heissen in Bollywood) Halskette und in ein paar Szenen halbnackt im Bad. Und weil 97.5% aller User eh nur wegen Shahrukh auf meiner Website landen, sei hier auch ein Bildchen davon angehängt. Wohl bekommts.

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #7 - erstellt: 24. Juli 2007
Deewana (1992)



Im Zeichen der Liebe
Mit Shahrukh Khan, Rishi Kapoor und Divya Bharati
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation
Vertrieb: Caroland
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Die junge Kajal (Divya Bharati) stammt aus armem Hause und schwärmt für den Sänger Ravi (Rishi Kapoor). Als sie von ihm ein Autogramm holt, verliebt er sich in sie und heiratet sie. Doch damit zieht er den Zorn seines Halb-Onkels Dhirendra Pratap (Amrish Puri) auf sich, der es auf das Familienerbe abgesehen hat. Sein Sohn attackiert Kajal, wofür Ravi ihn tötet. Doch auch er kommt dabei um. Um dem Zorn Dhirendras zu entkommen, zieht die trauernde Kajal mit Ravis Mutter in die Stadt. Dort fällt sie dem jungen Raja Sahay (Shahrukh Khan) auf. Der Sohn eines reichen Industriellen (Dalip Tahil) verlässt seine Familie, um die Witwe Kajal zu heiraten. Und da Ravis Mutter die Bindung befürwortet, werden sie ein Paar. Doch auch ihr Glück währt nicht lange.
Review
Frisch von seinen TV-Erfolgen wollte Shahrukh Khan Anfang der 90er ins Kinofach wechseln und fiel mit Dil Aashna Hai gleich mal auf seine markante Nase: Der Film kam erst 1992 ins Kino. Deshalb feierte er seine Leinwandpremiere im besseren "Deewana". Er bekam von Filmfare die Auszeichnung für "sensationelles Debüt" und der Film wurde zum moderaten Hit und zweiterfolgreichsten des schwachen Jahrgangs 1992. Shahrukh war etabliert - und fortan ging es nur noch aufwärts.
Im Regiedebüt von Raj Kanwar (Jeet, Andaaz, Dhaai Akshar Prem Ke) tritt Shahrukh zwar erst nach der Intermission in der 83. Minute zum ersten Mal auf, aber er reisst "Deewana" sofort an sich. Das liegt daran, dass Rishi Kapoor, der eigentliche Star, kein solcher ist. Er ist pummelig, brav und durchschnittlich. Wer jemals auf die Idee kam, ihn zu einem Leading Man zu machen, sollte sich untersuchen lassen. Rishi ist ein netter Kerl, aber kein Kämpfer- oder Liebhaber-Typ. Zudem war er damals auch schon 40 während seine Partnerin Divya Bharati gerade mal 18 war. Die junge Schauspielerin, die mit Shahrukh bereits "Dil Aashna Hai" bestritt, starb übrigens ein Jahr später, als sie betrunken vom sechsten Stock eines Gebäudes fiel. Unfall heisst die offizielle Erklärung, die Medien spekulierten auf Mord.
Aber zurück zum Film. Rishi hat etwas Gutes: Den besten Song. Der erste, "Sochenge Tumhe Pyar" hat eine gefällige Melodie und bleibt im Kopf. "Tumse Pyar Karte" ist eine schwache um-die-Bäume-renn-Ballade, "Payaliya" ist okay, hat wunderbaren klassischen Tanz - und Rishi im Pullover. Schlechte Entscheidung. Bei "Tumse Pyar Kare (II)" und "Teri Isi Ada", den vierten und fünften Songs in den ersten 70 Minuten, hatte ich langsam genug Tanznummern gesehen und wollte mehr Plot. Mit Shahrukhs erstem Song "Koi Na Koi" kam auch die Handlung wieder voran, der rasante Titelsong "Aisi Deewana" und der öde "Tere Dard Se Dil" runden den Soundtrack ab. Alles in allem gelungene Töne, aber auch viel Mittelmass. Gilt ja für den ganzen Film. Die vorher angesprochene Handlung ist erst in den letzten 20 Minuten wirklich spannend, zuvor handelt es sich meistens um Flirtereien und Liebesgesäusel. Bis auf die Auftritte von Amrish Puri, natürlich, der mal wieder richtig böse sein darf. "Deewana" ist kein Klassiker, aber solide inszenierter, gut gespielter und sehr unterhaltsamer Bollywood-Nonsens. Und das Vehikel eben, dass uns den grössten indischen Star der 90er bescherte.

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #8 - erstellt: 24. Juli 2007
Dil Aashna Hai (1992)


Dein Herz kennt die Wahrheit
Mit Shahrukh Khan, Dimple Kapadia, Mithun Chakraborty und Kabir Bedi
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Caroland
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Laila (Divya Bharati) ist im Bordell aufgewachsen und verdient ihr Geld als Tänzerin im Fünfsterne-Hotel von Digvijay Singh (Kabir Bedi). Während einer Performance ruft sie ihre Mutter an: Sie liegt im Sterben und erklärt, Laila sei nicht ihre leibliche Tochter! Die junge Frau fällt aus allen Wolken und sucht mit Hilfe von Singhs Sohn Karan (Shahrukh Khan), der sich in sie verliebt hat, nach ihrer Mama. Laila erfährt, dass sie aus einem Waisenhaus entführt wurde. Und Razia (Farida Jalal) erklärt, dass sie sie dorthin gebracht habe. Entgegen genommen habe sie das Baby damals von drei Frauen: Barkha (Dimple Kapadia), Raaj (Amrita Singh) und Salma (Sonu Walia). Die drei College-Mädchen genossen das Leben und angelten sich Liebhaber. Barkha den Abenteurer Sunil (Mithun Chakraborty), Raaj den Reiter Prinz Arjun Singh (Jeetendra) und Salma den Sohn der College-Leiterin, Akram (Nassar Abdulla). Doch eine von ihnen wurde schwanger! Die drei Freundinnen beschlossen, sich zurückzuziehen, damit niemand merkt, wer von ihnen schwanger sei. Danach gaben sie das Kind ins Waisenhaus und starteten grosse Karrieren. So ist Barkha heute Ministerin, Raaj leitet ein Gestüt und Salma das College. Karan und Laila beschliessen, die drei Frauen wieder zusammen zu bringen, um die Wahrheit herauszufinden.
Review
Um Shahrukh Khans Kinodebüt gibts immer Missverständnisse. Nach seinen TV-Erfolgen, u.a. in der Serie "Fauji", wagte Khan 1990 den Sprung auf die grosse Leinwand. Der Film hiess "Dil Aashna Hai" und entstand als bisher einzige Kino-Regiearbeit der Schauspielerin Hema Malini. Doch aus dem Kinotraum wurde vorerst nichts - der Film startete nämlich erst im Dezember 1992. Und so kam Shahrukh in einem anderen Werk zu Debüt-Ehren: Deewana, der im Juni 92 anlief.
Darüber dürfte Shahrukh mittlerweile sicher nicht unglücklich sein, denn Deewana brachte ihm viele Lorbeeren ein. "Dil Aashna Hai" nicht. Das ist nicht primär die Schuld von King Khan. Er schleicht zwar noch etwas unbeholfen durch die Sets und macht neben dem hünenhaften Kabir Bedi eine etwas liederliche Figur - aber er ist in seiner Naivität ja ganz drollig. Ganz anders die anderen Akteure! Bedi ist noch der Beste und kommt gut weg, Jeetendra dagegen ist ebenso verschwendet wie der talentlose Mithun Chakraborty, die steife Dimple Kapadia und die Miss India 1985, Sonu Walia, die ich gar nicht gerne sehe. Amrita Singh ist blass und Farida Jalal kommt kaum vor. Grösste Fehlbesetzung ist indes die 1993 tödlich verunfallte Divya Bharati, mit der man nicht genug mitleidet.
Hema Malinis Regie kann auch nicht gerade entzücken. Es fehlt zuerst klar an Struktur und die Rückblende zu den Damen ist ziemlich öde. Im Mittelteil, bevor es an die Lösung des Rätsels geht, kommt am ehesten Spannung auf. Gegen Schluss wiederum fällt das Ganze auseinander, wenn Malini in 80er-Jahre-Schemata zurückfällt und absurdeste Wendungen und schreckliche Actionszenen (u.a. mit Shahrukh) verkaufen will. Dadurch bekommt der Film zu allem Übel noch einen Trash-Faktor. Ungemütlich auch eine Sequenz, bei der Shahrukh eine Ohrfeige austeilt. Der Grund ist nachvollziehbar, aber die Szene hinterlässt trotzdem einen schalen Nachgeschmack.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Beitrag #9 - erstellt: 24. Juli 2007
Dil Hi Dil Mein (2000)


Mein Herz kommt per E-Mail
Mit Sonali Bendre, Kunal und Nasser
erhältlich in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / Caroland

Story
Raja (Kunal) kommt vom Land nach Mumbai. Dort will er am Wirtschafts-College des angesehenen Professors Ramchandra (Nasser) studieren. Als armer Schlucker hat er kaum Chancen, doch zum Glück sieht ihn Ramchandra zufällig auf einer Parkbank liegen. Er setzt sich für den engagierten jungen Mann ein und verschafft ihm einen Studienplatz. Der überglückliche Raja freundet sich bald mit anderen Schülern an und wird in die Welt der Computer eingeführt. Er beginnt zu chatten und freundet sich mit einer Roja (Sonali Bendre) aus Amerika an. Sie verstehen sich blendend - da findet Raja heraus, dass sie ihn angelogen hat: Sie studiert im selben College. Bevor die Liebe aufblühen kann, müssen beide ihre Schüchternheit überwinden.
Review
Unter dem Namen "Kadhalar Dinam" war dieser Tamil-Film 1999 ein Hit in Südindien. Produzent A.R. Rathnam realisierte das Potential des Stoffes und liess ihn in Hindi synchronisieren. Als "Dil Hi Dil Mein" floppte er jedoch, obwohl einige Szenen für das nördliche Publikum modifiziert wurden - welche genau, ist mir nicht bekannt, aber es ist anzunehmen, dass die Rahmenhandlung mit Anupam Kher und die Story mit Johnny Lever im Original anders drin waren. Durch diese Nach- und Neudrehs ergaben sich auch etliche Anschlussfehler, unter denen die wechselnde Haarlänge des Hauptdarstellers noch das geringste Übel ist: der Film wirkt zusammengeflickt.
Nicht nur das: Die Story, nicht etwa ein Remake von "You've Got Mail" wie man mancherorts lesen kann, ist sehr dünn und jede Wendung vorhersehbar. Regisseur Kathir ("Kadhal Desam") baut Spannungsszenen sehr schlecht auf, eine wirkliche Dynamik entsteht nicht einmal zum Schluss, wenn die Missverständnisse sich "dramatisch" zuspitzen. Mitschuld hat sicher auch der bubihafte Hauptdarsteller Kunal, der in keiner Szene richtige Emotionen zustande bringt. Sonali Bendre ist etwas besser, hält sich aber meist zurück und spielt mit gedämpftem Charme. Unter den Co-Stars ist nur Tamil-Altmeister Nasser souverän wie immer. Der Rest enttäuscht: vom langweiligen Anupam Kher über die No-Name-Schüler bis hin zum grässlich chargierenden Johnny Lever als Professor.
Immerhin: Kathir und Rathnam konnten für den Soundtrack A.R. Rahman verpflichten. Er legt einige gelungene Stücke vor, welche Kathir auch ansprechend inszenierte. Zwar stimmen wegen dem Tamil/Hindi-Wechsel die Lippenbewegungen nicht immer, doch stattliche Anblicke von Australien (u.a. 12 Apostel) und dem Taj Mahal machen das weitgehend weg. Ein paar CGI-Tricks, welche die Bilder aufpeppen sollten, sind hingegen zuviel des Guten.
Kann man also einen Film allein der Musik wegen empfehlen? Kaum. "Dil Hi Dil Mein" lege ich denn auch niemandem ans Herz. Vielleicht ist die Tamil-Fassung etwas besser, doch der Plot, der klischierte Umgang mit der Chat- und eMail-Technologie sowie die zögerliche Inszenierung kann auch eine andere Sprache nicht retten. Hier handelt ers sich um indisches Mainstream-Kino der lauen Art, wie es jährlich dutzendfach produziert wird. Bis auf hartnäckige Sonali-Bendre-Fans können deshalb alle einen grossen Bogen um das Werk machen.

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Beitrag #10 - erstellt: 24. Juli 2007
Dushman Duniya Ka (1996)


Liebe schmerzt / Enemy of the World
Mit Shahrukh Khan und Salman Khan in Gastrollen
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
*ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Mahesh (Jeetendra) verliebt sich in Reshma (Sumalatha) und heiratet sie. Die beiden bekommen einen Sohn namens Lucky, der seinem Namen gerecht wird: Ein Laster überrollt ihn beinahe, doch der wackere Rikscha-Fahrer Badru (Shahrukh Khan) rettet ihn - unter Einsatz seines Lebens. Als junger Mann ist Lucky (Manzoor Ali) ein beliebter Student, der von seinen Eltern behütet wird. Doch mit seinen Freunden kauft er sich Drogen beim Dealer Baba (Mehmood). Immer mehr verfällt er dem Rausch und wird süchtig. Die Familie verstösst ihn, nur Freundin Lata (Laila) hält zu ihm.
Review
Mehmood (1932-2004) ist der Vater des Sängers und Schauspielers Lucky Ali sowie Schwager von Meena Kumari. Er war einer der beliebtesten Komiker der Goldenen Ära Bollywood. Seinen Ruhm konnte er in die 70er hinüber tragen, was sich etwa in seiner zweiten Regiearbeit "Kunwara Baap" (1974) zeigt, bei dem sich Stars wie Amitabh Bachchan, Dharmendra und Hema Malini für Gastauftritte hergaben. In "Dushman Duniya Ka", Mehmoods letztem Film als Regisseur und Schauspieler, wiederholte sich dies. So sind unter anderem Shahrukh Khan, Salman Khan und Ashok Kumar zu entdecken. Ausserhalb dieses Starspottings hat der Film aber wenig zu bieten.
Es handelt sich um einen inszenatorisch holprigen und moralisch plumpen Anti-Drogenfilm, der so offensichtlich erzählt ist, dass es weh tut. Selbst nach einem einzigen Zug an einem Joint scheinen die Figuren den Verstand zu verlieren. Von da aus gehts spielend zu Pillen und Spritzen, die Jungs zerfallen im Nu zu Wracks. Der grosse moralische Vorschlaghammer ist jedoch das demagogische Ende, das aufgesetzt wirkt. Gut gemeint mag der Propagandafilm ja zweifellos sein, aber mit der Umsetzung hat Mehmood Mühe - und das färbt selbst auf die Schauspieler ab: Hauptdarsteller Manzoor Ali, der auch als Regieassistent waltete und als Erwachsener nur diese eine Schauspielarbeit ablieferte, ist langweilig, Co-Star Laila entwickelt keinen Drive und Altstar Jeetendra stapft uninspiriert durch den Film, ohne gross eine Miene zu verziehen.
Damit die Botschaft nicht ganz trocken daher kommt, setzt Mehmood vor allem zu Beginn auf Humor - eine krude Mischung. Für die Lacher sorgen Johnny Lever als Rektor, Salman Khan als er selbst und Shahrukh in einer ausgedehnten Gastrolle. In den ersten 18 Minuten des Films spielt Shahrukh den Rikscha-Fahrer Badru, der einen Hitler-Schnurrbart und einen Dachschaden hat. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie der Superstar "irr" spielt und sich immer wieder neckisch auf die Zunge beisst. Echte Pointen generiert dies nie, vielmehr bemühten Kalauer. Von dieser Art sind die Scherze im ganzen Film. Deshalb braucht man sich diesen hingesudelten Trash auch kaum anzuschauen. Aus heutiger Sicht ist "Dushman Duniya Ka" wegen seines Staraufgebots und der (passablen) Musik von Anu Malik interessant, doch Enttäuschungen sind allerorts programmiert - denn der Film ist einfach nicht gut.

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Beitrag #11 - erstellt: 24. Juli 2007
Ehsaas: The Feeling (2001)


Zeit für Gefühle
Mit Sunil Shetty und Neha
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / Caroland

Story
Eine Kleinstadt in Goa: Der Witwer und ehemalige Rennsportler Ravi Naik (Sunil Shetty) fordert seinem zehnjährigen Sohn Rohan (Mayank Tandon) alles ab. In aller Früh muss der Bub aufstehen und zum Training auf der Rennbahn antreten. Dass er in der Schule deshalb nicht überzeugt, ist Ravi egal. Für ihn zählt nur die Leistung auf der Bahn - und dafür ist er auch bereit, seinen Sohn derart zu fordern, dass er ihn dafür hasst. Mehr Zuneigung findet Rohan Antra Pandit (Neha), die mit ihrer Mutter (Kiron Kher) in der Nachbarschaft lebt. Antra kommt dadurch in ein Dilemma, denn sie liebt Ravi seit Jahren heimlich und möchte dennoch seinem Sohn helfen.
Review
Der vielseitige Mahesh Manjrekar nimmt sich einem konventionellen Vater-Sohn-Drama an und inszeniert es ebenso solide wie kurzweilig. Grosse Überraschungen bleiben genauso aus wie grandiose Momente. Dass der Film trotzdem halbwegs funktioniert, ist auch den Akteuren zu verdanken. So glänzt Kinddarsteller Mayank Tandon und Sunil Shetty gibt den fordernden Vater zurückhaltend, aber überzeugend. Er wirkt zwar immer wieder unsympathisch, da er seinen Sohn zu sehr quält, doch Manjrekar macht später deutlich, was den Vater antreibt, den Sohn so zu geisseln. Dass dieses Thema gar nicht so weit hergeholt ist, zeigte 2006 der vierjährige "Marathon Boy" Budhia Singh, der von seinem Trainer zu immer neuen Höchstleistungen getrieben wurde und weltweit in die News kam.
Was dabei etwas auf der Strecke bleibt, ist ein echter Diskurs. Der Vater hat Recht, der Sohn ja auch. Und zum Schluss haben sich alle lieb. Manjrekar weicht seiner selbst aufgestellten Problematik dadurch zu sehr aus. Aber vielleicht wäre dies auch der Todesstoss für den Feelgood-Film. "Ehsaas" blendet nicht alle Probleme aus und bleibt in manchen Belangen auch überraschend nüchtern - doch das Drama muss, wenn es drauf ankommt, doch dem Mainstream verpflichtet bleiben und die Zuschauer nicht vor den Kopf stossen. Und Mainstream bietet Manjrekar neben den gedämpfteren Szenen in seinem mit 112 Minuten angenehm kurzen Film allemal: flotte Songs, eine zögerliche Romanze, einen unnötigen Comedy-Track mit Sanjay Narvekar, ein Finale in heroischer Zeitlupe.
Gerade dieses sportliche Finale war für mich ein wenig enttäuschend, da es schlecht montiert und zu allem Übel auch etwas unglaubwürdig ist. In diesem Genre ist man als Zuschauer immer gefordert, ein Auge zuzudrücken, wenn es darum geht, dass sich Leute zu sportlichen Leistungen aufrappeln - aber hier trägt Manjrekar gar dick auf. Die mittelmässige Bewertung von 2½ gibt es denn auch ohne Euphorie. "Ehsaas" ist kompetent inszeniert und gespielt, doch dem Film fehlt das Feuer genauso wie die Inspiration: Manjrekar erzählt nach Schema F, weshalb sein Film auch schnell wieder vergessen geht.
PS: Manjrekar selbst tritt in einem Cameo als Michael auf. Auch der Komponist Anand Raj Anand und die Sängerin Sunidhi Chauhan sind kurz zu sehen.

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Beitrag #12 - erstellt: 24. Juli 2007
English Babu Desi Mem (1996)


Der Junge aus England und das indische Mädchen
Mit Shahrukh Khan und Sonali Bendre
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Sein reicher Vater will Hari Mayur (Shahrukh Khan) mit einer hässlichen Frau verheiraten, weshalb der junge Mann aus London nach Indien flieht. Sein Flugzeug stürzt vor der Küste ab und er wird für tot erklärt. Die junge Atariya findet den Gestrandeten jedoch und päppelt ihn gesund. Hari bedankt sich, indem er Atariya heiratet. Doch bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes kommt es zur Tragödie - und beide sterben. Atariyas kleine Schwester Bijuriya schnappt sich das Baby und zieht es alleine gross. Acht Jahre später ist aus Bijuriya (Sonali Bendre) eine attraktive Tänzerin und aus Baby Nandu (Sunny Singh) ein aufgeweckter Bub geworden. Bijuriyas väterlicher Freund Madagar (Saeed Jaffrey) entdeckt, dass Hari in London einen jüngeren Bruder hatte - den nunmehr steinreichen Indien-Hasser Vikram (Shahrukh Khan). Madagar lockt Vikram nach Indien, da er fette Beute wittert. Stattdessen erhebt Vikram aber Anspruch auf Nandu!
Review
Shahrukh Khan war 1996 schon ein ziemlicher Star. Wieso er sich also in die Niederungen einer voraussehbaren Komödie verirrte, mag erstaunen. So schlecht ist "English Babu Desi Mem" allerdings auch nicht - und vor allem Shahrukh glänzt einmal mehr mit spitzbübischem Charme. Und einigen rotzfrechen Sprüchen. Sonali Bendre sieht in den Song-Sequenzen sexy aus, doch ihre Rolle ist etwas blass und klischeereich. Ihr Filmsohn Sunny Singh ist dagegen für einen Kinderdarsteller recht gut. Darstellermässig gibts also nichts auszusetzen und auch die Handlung ist in der ersten Stunde recht nett. Die zweite ist passabel aber bereits durchzogen mit einigen Logiklöchern und sehr forcierten Ereignissen. Die letzte halbe Stunde ist dann schlicht doof, wenn Regiedebütant Praveen Nischol noch verkrampft versucht, Action und Gewalt in den Film reinzudrücken. Das passt irgendwie nicht.
Technisch ist "English Babu Desi Mem" auch nicht besonders ausgereift: die Kamera bewegt sich träge, die Songs klingen groovig, aber uninspiriert. Und die Backgroundmusik ist unspektakulär. Genau dieses Wort passt gut zu "English Babu Desi Mem": Nach einem guten Start ist er schlicht unspektakulär - trotz einem einmal mehr überzeugenden Shahrukh.

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Beitrag #13 - erstellt: 24. Juli 2007
Fauji (1989)



Fauji: Die Militärakademie
Mit Shahrukh Khan
deutsche Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Der junge Abhimanyu Rai geht zusammen mit seinem Bruder Vikram auf eine Militärakademie, wo es neben einer harten Ausbildung auch lauter hübsche Mädchen gibt. Wie es kommen muss, verliebt sich "Abhi", wie er von seinen Kameraden genannt wird, in die Stabsärztin und sein Bruder beginnt, sich für die Tochter des Generals zu interessieren. Doch kaum sind die ersten zarten Bande geknüpft, geschieht das, was sich kein Soldat wünscht: Ein Krieg bricht aus, und die Männer müssen zum Einsatz...
VideoWoche
Im Zuge der kompletten Vermarktung der Marke Shah Rukh Khan war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wirklich der gröbste Bodensatz seiner Filmkarriere auch in Deutschland auf den Markt kommt. Fauji ist so ein Beispiel, denn sowohl schauspielerisch als auch von der Ausstattung her übersteigt das Niveau dieser Serie niemals die einer heimischen Soap und ist somit wohl nur für Komplettisten und absolute Shah-Rukh-Khan-Anhänger geeignet.

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Beitrag #14 - erstellt: 24. Juli 2007
Fight Club - Members Only (2006)



Kämpfe um deine Liebe
Mit Zayed Khan, Dino Morea, Sunil Shetty, Ritesh Deshmukh und Ashmit Patel
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
Vicky Khanna (Zayed Khan) ist der Sohn eines reichen, gefühlskalten Unternehmers. Karan Chopra (Dino Morea) verlor gerade seinen Job in einem Fitnesscenter. Somil (Ritesh Deshmukh) und Diku (Aashish Chowdhry) wurden wegen Dikus Trinksucht gerade aus ihrer Anstellung als Barkeeper gekickt. Die vier Freunde haben in ihrer trostlosen Lage eine Idee, zu Geld und Spass zu kommen: Sie organisieren einen "Fight Club", bei dem sich Männer treffen, um sich organisiert zu prügeln. Der Erfolg stellt sich überraschend schnell ein. Auch privat ist den Jungs das Glück hold: Vicky verliebt sich in Anu (Dia Mirza), die Schwester von Karan. Der wiederum verguckt sich in die Tänzerin Sonali (Amrita Arora). Probleme tauchen erst auf, als Mohit (Yash Tonk) bei einem "Fight Club"-Event mitmacht. Er ist der Bruder des Gangsters Anna (Sunil Shetty), der mit Sandy (Rahul Dev) und Dinesh (Ashmit Patet) zwei brutale Gehilfen hat -die es auch noch auf den Club von Somils Onkel (Kulbhushan Kharbanda) in Delhi abgesehen haben. Die vier Freunde brauchen also jemanden, der sie schützt: Sameer (Sohail Khan).

Review
Gleich vorweg: Diese laue Actionkomädie ist eigentlich gar kein Remake von David Finchers "Fight Club".Regiedebütant Vikram Chopra reduziert das Meisterwerk mit Brad Pitt und Edward Norton lediglich auf das Prügeln, womit er beweist, dass er das Vorbild nicht verstanden hat. Weg sind die Gesellschaftskritik, fort ist der beissende Sarkasmus, fehlen tut die komplexe Handlung. Zurück bleibt ein Plot um ein paar Jungs, die sich Verdreschen.
Und nicht einmal diese Rumpfhandlung ist gut. Chopra inszeniert sie ohne den Hauch von Flair, selbst die Fights wirken passiv: Die Choreographie stockt, der Schnitt ist lahm und die Power abwesend. Um zu zeigen, dass es den Filmemachern auch nicht wirklich um die Härte und das Austragen maskuliner Aggressionen ging, schickt Vikram Chopra in einem der längsten Fights zwei Frauen zum Catfight in die Arena. "Fight Club" (das Original) sprach an, was Männer in der heutigen Zeit definiert oder ihnen eben abhanden gekommen ist. Er suchte nach einer Definition von Männlichkeit. "Fight Club -Members Only" ersetzt Männlichkeit durch Machismo. Das heisst, es gibt endlos lange, heroische Zeitlupen-Shots, Mädels in kurzen Röcken und nervtötende Posen harter Kerle. Das ist eher "The Fast and the Furious" als "Fight Club".
Es gibt nur ganz wenig, was diesen Brei aufwertet. Da ist etwa die Musik, aus der das Stück "Chore Ki Baatein" heraus sticht. Gedreht auf den Malediven und gesungen mit Tempo und Schmiss. Auch einige Darsteller sind nicht übel, so etwa Zayed Khan und Ritesh Deshmukh, wobei letzterer sträflich wenig vorkommt. Sunil Shetty absolviert sein übliches "tough guy"-Programm und Sohail Khan probiert dies ebenso.
Doch er scheitert. Sohail produzierte den Film und schrieb am Drehbuch mit, weshalb Chopra ihn wohl auch so aufdringlich cool inszenieren musste. Die restliche Crew bleibt im Mittelfeld: Dino Morea wechselt fleissig die Haarlänge und war auch schon attraktiver, Dia Mirza macht das Beste aus ihren wenigen Szenen, ebenso Neha Dhupia in ihrem Gastauftritt.
Amrita Arora darf vor allem Tanzen und bleibt dabei sexy. Ashmit Patel nervt mit langsamem Redestil und schrecklich affektiertem Bösewichts-Getue. Er und der hysterische Comedy-Sidekick Aashish Chowdhry sind die beiden Ablöscher im Cast.
Aber sie haben ja auch alle nicht viel zu tun. Sich in Posen werfen, dumme Sprüche reissen und zum Schluss in einen konstruierten, lethargisch inszenierten Showdown rutschen. Dabei kommt nie wirkliche Freude auf. Vielmehr Frust darüber, dass Chopra und Sohail Khan nicht kapiert haben, was "Fight Club" (das Original) zum modernen Klassiker machte.

(review gekürzt - alles hier nachlesen )

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Beitrag #15 - erstellt: 24. Juli 2007
Guddu (1995)


Eine Liebe mit Hindernissen
Mit Shahrukh Khan und Manisha Koirala
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Der Anwalt Vikram (Mukesh Khanna) glaubt nicht an Gott und nervt sich über das spirituelle Verhalten seiner Frau Kavita (Deepti Naval). Sie passt seit der Geburt ihres Sohnes Guddu ganz besonders auf ihn auf, weil ein Prieser erklärte, er werde vorzeitig sterben. Vorläufig sieht aber nichts danach aus und Guddu (Shahrukh Khan) ist als Teenager ein Energiebolzen und der Star seines Technik-Colleges. Als er sich in die attraktive Salina (Manisha Koirala) verliebt, blüht er noch mehr auf. Doch das Glück ist von kurzer Dauer: Bei einer Autofahrt suchen Guddu derart starke Schmerzen im Kopf heim, dass er verunfallt. Salina, die neben ihm sass, verliert ihr Augenlicht, und Guddu erfährt bald, warum sein Kopf so schmerzte: Er hat einen Hirntumor und wird bald sterben. Der von Schuldgefühlen geplagte Guddu will testamentarisch festlegen, dass Salina nach seinem Tod seine Augen bekommt - doch sein Vater bockt.
Review
"Guddu" ist die einzige Regiearbeit von Prem Lalwani, neben Dil Se die einzige Zusammenarbeit von Manisha Koirala und Shahrukh Khan - und einer von Shahrukhs am wenigsten erfolgreichen Filmen. Soweit die ernüchternden Fakten. Shahrukh agiert einmal mehr sehr souverän. Mit seinem Charme macht er die erste Hälfte sehr unterhaltsam. Und Manisha fällt zwar mit fürchterlicher 80's-Mode auf, leistet aber soliden und bisweilen erstaunlich verführerischen Support.
Auch die Songs sind recht schmissig und gut gestreut. Doch ab der Mitte des Films türmt sich Melodrama auf Melodrama, bis der Film darunter regelrecht erstickt. Alle Frische weicht göttlicher Fügung, "Guddu" verkommt zu einem gottesfürchtigen, ewig lang ausgewalzten Rührstück, das durch und durch voraussehbar ist. Dies ruiniert den Schwung aus der ersten Hälfte und macht "Guddu" zu einem der schwächsten Filme in Shahrukhs Schaffen. Er selbst überzeugt, der Film aber nicht.

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Beitrag #16 - erstellt: 24. Juli 2007
Hum Tumhare Hain Sanam (2002)


Ich gehöre Dir, meine Liebe
Mit Shahrukh Khan, Madhuri Dixit, Salman Khan und Aishwarya Rai
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
Die schöne Radha (Madhuri Dixit) liebt zwei Männer: ihren jüngeren Bruder Prashant (Atul Agnihotri) und ihren besten Freund Suraj (Salman Khan). Nun tritt ein dritter Mann in ihr Leben, als sie den Businessmann Gopal (Shahrukh Khan) heiratet und in dessen grosses Haus zieht. Auch der arbeitslose Prashant macht es sich hier gemütlich. Gopal ist nicht besonders entzückt. Noch weniger freuen ihn die täglichen Anrufe, die Radha und Suraj haben. Langsam wächst in Gopal die Eifersucht.
Review
Sechs Jahre lang wurde an "Hum Tumhare Hain Sanam" gedreht - das ist sogar für Bollywood-Verhältnisse eine lange Zeit. Die daraus resultierenden Probleme sind offensichtlich: Continuity-Fehler. Am offensichtlichsten ist Salman Khans Haarverlust. Er wechselt von Szene zu Szene seinen Haarstil und seinen Schauspielstil. Das ist schon sehr anstrengend. Weniger Mühe hat Shahrukh Khan, der wohl beste Schauspieler im Film. Er spielt Salman, der manchmal ziemlich peinlich ist, spielend an die Wand. Es ist eine besondere Freude, neben den beiden Khans auch noch Madhuri Dixit zu sehen, die ebenfalls brilliert und mit den beiden spielend harmoniert (es ist ihr erster gemeinsamer Film - aber unter einander haben die drei x Filme zusammen gedreht). Madhuri macht sogar Salmans Szenen erträglich. Ein Kurzauftritt von Aishwarya Rai machte 2002, als der Film herauskam, auch Appetit auf Devdas, in dem Aish, Madhuri und Shahrukh wieder vereint sind.
Von den Schauspielern her also ein durchzogenes Bild. Beim Rest sieht es genauso aus: Die Songs sind eher mittelmässig, das Erzähltempo variiert gewaltig (insbesondere der Schluss ödet an) und die Handlung ist soso lala. Die erste Stunde mag eigentlich noch gefallen (bis auf die Szenen während den Credits, die ich nicht richtig einordnen konnte), die zweite ist v.a. dank Shahrukhs Eifersuchts-Anfällen gut. Die letzte Stunde fällt massiv ab. Der künstlich versöhnliche Schluss ist dabei besonders ärgerlich. Und Aishwarya blind zu machen, ist ein schlechter Drehbuch-Kniff. So kann sie nur in die Leere staren, anstatt mit ihren schönen Augen zu spielen. Die Rolle wird dadurch emotional leerer und nicht, wie sich Regiedebütant K. S. Adiyaman wohl erhofft hat, tiefgründiger.
Genug genörgelt. Trotz diesem inszenatorischem Durcheinander hatte ich überraschend viel Spass mit "Hum Tumhare Hain Sanam". Woran es liegt, ist schwer zu sagen. Die Schauspieler wohl. Und die Tatsache, dass der Regisseur trotz sechs Jahren Drehzeit (das muss man ja wiederholen) in den ersten zwei Stunden einen erstaunlich guten Fluss in den Film gebracht hat. Nein, kein Meisterwerk. Nein, nicht einmal unbedingt ein "must see"-Film. Aber wer wie ich auf die Stars aus Bollywood abfährt, kommt um dieses beim Start heiss diskutierte Werk nicht herum. Sechs Jahre ... Wahnsinn.

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Beitrag #17 - erstellt: 24. Juli 2007
Jism (2003)


Dunkle Leidenschaft
Mit Bipasha Basu und John Abraham
in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation (keine Untertitel!).
Vertrieb: Poseidon / Caroland

Story
Pondicherry in Südostindien: Der junge Anwalt Kabir Lal (John Abraham) ist ein Säufer und nicht besonders erfolgreich. Da trifft er die bildschöne Sonia (Bipasha Basu) und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Obwohl sie mit dem reichen Unternehmer Rohit Khanna (Gulshan Grover) verheiratet ist, beginnen sie eine leidenschaftliche Affäre. Schon bald hält Kabir den Gedanken nicht mehr aus, dass er Sonia mit einem anderen Mann teilen muss. Er will Rohit töten - und Sonia macht mit. Doch damit begibt sich Kabir in tödliche Gefahr.
Review
"Jism" wurde im Vorfeld heiss diskutiert, weil die Werbung ganz mit den erotischen Reizen Bipasha Basus spielte und die Leute annahmen, bei dem Thriller handle es sich quasi um einen Softporno. Die Box-Office-Zahlen am Startwochenende waren deshalb auch super. Sie fielen jedoch schnell, als die Zuschauer merkten, dass nicht alles so heiss gegessen wird, wie es gekocht wird. Oder einfach gesagt: "Jism" ist zwar ein guter Film, aber von einem "Tits and Ass"-Film weit entfernt. Dennoch: Ich habe selten einen erotischeren indischen Film gesehen. Model John Abraham (in seinem Kinodebüt) und die kurvenreiche Bipasha Basu geben ein extrem knackiges Paar ab - und wenn sie sich küssen, vergsst man, dass man einen Bollywood-Film guckt. Vergessen sind scheue Berührungen: Die beiden verschlingen sich fast. Doch das passt zum Ton des Films, immerhin ist es ein klassischer Film noir mit Femme fatale, tragischem Ende und mörderisch verzwicktem Plot. Die Story gibt zugegebenermassen nicht sooo viel her, da man sie vorausahnen kann und man die Grundzüge aus ähnlichen US-Filmen (z.B. "Body Heat") kennt. Doch das erotische Knistern ist doch eine Abwechslung, die Darsteller sind gut und die Atmosphäre sehr geglückt. Da in der ehemaligen französischen Kolonie Pondicherry gedreht wurde, hat der Film einen internationalen Touch und eine schwül-tropische Atmosphäre. Dies gibt dem Film eine spezielle Note und erlaubt, dass die Darsteller tropisch leicht bekleidet sind ...
Bipasha Basu bringt so das Blut der Männer spielend in Wallung (auch wenn es etwas irritiert, dass ihr linkes Auge schmäler ist, als das rechte) - aber der, der mehr Haut zeigt, als sie, ist John Abraham. Da dies sein Debüt ist, werde ich noch etwas mehr auf ihn eingehen: Er spielt ganz OK, doch besetzt ist er super. Dies weil er einerseits verdammt geil aussehen kann, dann wieder ziemlich abgewrackt. Geil, wenn er seinen gestählten Körper zeigt und die Kamera sein Gesicht aus der richtigen Perspektive erwischt. Nur ein bisschen verschoben, nur ein bisschen anders beleuchtet - und Abraham sieht ausgesprochen abgefuckt aus. Diese Wechsel sind für "Jism" nötig, weshalb seine Besetzung ein Glücksgriff ist. Er wird sicher eine gute Karriere haben. Alleine schon wegen dem Posterboy-Body, der sich unter leichten Pondicherry-Hemden natürlich sehr gut macht. Aber zurück zum Film: Kurz zusammengefasst kann ich sagen, "Jism" hat mich gut unterhalten, aber nicht vom Stuhl gehauen. Atmosphärisch interessant, sehr erotisch und gut besetzt. Routinierte Unterhaltung - und das ist dieser Tage ja auch schon was wert ...

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Beitrag #18 - erstellt: 24. Juli 2007
Josh (2000)


Mein Herz gehört dir
Mit Shahrukh Khan und Aishwarya Rai
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
1961 wechselte das christliche Goa von Portual zu Indien. Auch 20 Jahre später ist in der Stadt Vasco Town deshalb eine Trennung spürbar: Die christliche Jugendbande "Eagles" liegt im Krieg mit der hinduistischen Gang "Bichhu" (Scorpions). In dieses Bandenkriegsklima kommt Rahul (Chandrachur Singh aus Bombay. Der naive Städter ist der Bruder von Bichhu-Chef Prakash (Sharad Kapoor, Lal Salaam). Und er verliebt sich ausgerechnet in die schöne Shirley (Aishwarya Rai), die Zwillingsschwester von "Eagles"-Anführer Max (Shahrukh Khan).
Review
Shahrukh nimmt man den knallharten Bandenführer einfach nicht richtig ab, weshalb "Josh" nie die Power aufbringt, die es bei der klassischen Vorlage entwickeln sollte. "Josh" basiert nämlich auf dem US-Musical "West Side Story", das wiederum stark von Shakespeares "Romeo & Julia" inspiriert ist. Doch Shahrukh ist dennoch keine Fehlbesetzung, da Regisseur Mansoor Khan (Cousin von Aamir Khan und Regisseur von Akele Hum Akele Tum) dem Film eh einen leichtfüssigen Touch gibt. So passt das Ganze eben doch wieder zusammen.
Als Shahrukhs Schwester glänzt Aishwarya Rai. Die Miss World 1994 gibt sich relaxt und ganz unterschiedlich niedlich. Sie ist ein Engel in dem Film und war selten liebenswürdiger. Dagegen gibts an ein paar anderen Punkten etwas zu meckern: Die Songs sind schwach und in der zweiten Hälfte deplaziert. Das gut gemeinte Versöhnungs-Ende ist viel zu kitschig. Die Mode und die Frisuren wollen einfach nicht ins Jahr 1980, in dem der Film spielen soll, passen. Abgesehen davon ist "Josh" aber gute Bollywood-Unterhaltung ohne viel Anspruch, dafür mit Shahrukh und Aishwarya in charmanter Top-Form.

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Beitrag #19 - erstellt: 24. Juli 2007
Kuchh Meetha Ho Jaye (2005)


Warten auf Liebe
Mit Arshad Warsi, Mahima Chaudhary und Shahrukh Khan in einer Gastrolle
erhältlich in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
Der Flug TW 317 nach Neu Delhi steckt auf dem kleinen Flughafen Ganganagar fest. Ein Problem verzögert den Weiterflug, weshalb alle Passagiere in der Wartehalle auf den Abflug warten müssen. Flughafenleiter Saif R. Khan (Arshad Warsi) hat grosse Mühe, die Wartenden zu beruhigen - kein Wunder, denn beinahe jeder ist angespannt! Da ist Gulab (Mahima Chaudhary), die mit dem arroganten Londoner Schriftsteller Gul Khan (Nassar Abdullah) verheiratet ist und einst mit Saif liiert war. Der 19-jährige Rahul (Shravan) und die 18-jährige Farah (Mahima Mehta) sind bis über beide Ohren verliebt - aber Farah muss so schnell wie möglich in Delhi sein, bevor ihr Vater nach Hause kommt. TW-Pilot Vikram Gill (Rohit Roy) erfährt von der Stewardess Rachna Singh (Sandhya Mridul), dass sie schwanger ist - dummerweise sind beide verheiratet. Nicht miteinander. Der in Italien lebende Siddharth (Parvin Dabas) suchte sich in Indien eine Frau, kann sich aber nicht zwischen den Cousinen Manju (Nisha Sareen) und Anita (Deepa Bakshi) entscheiden. Vibha (Iravati Harshe) und Sunil (Sachin Khedekar) wollen sich scheiden lassen, nur das Wohl ihres Kindes Nikita hält sie noch zusammen. Den Einzigen, den der ganze Trubel kalt lässt, ist ein Kerl, der auf der Bank pennt. Derweil spielen sich in der Wartehalle kleine Dramen ab.
Review
Der Filmkritiker Samar Khan gibt mit "Kuchh Meetha Ho Jaye" sein viel beachtetes aber vom Publikum kaum wahrgenommenes Regiedebüt. Vor der Kamera versammelt er ein illustre Schauspielerschar für einen Ensemblefilm der Bollywood-ungewöhnlichen Art. Wahrhaft geglückt ist sein Versuch trotz einigen kleinen Glanzlichtern aber nicht. Es gibt teilweise massive Durchhänger, Charakterisierungsprobleme und vor allem Oberflächlichkeiten. Anders als etwa ein Robert Altman schafft es Khan nicht, in 130 Minuten die Schicksale spannend zu verweben und die Figuren glaubhaft zu zeichnen. Die meisten sind vielmehr in ihren kleinen Selbstbemitleidungs-Problemchen gefangen und der Film suggeriert Dinge wie, ein "ich liebe dich" löse alle Sorgen auf.
Bis es mal soweit ist, gilt es aber viel schwammiges Material durchzustehen. Manche Handlungsstänge wie etwa jene um den Colonel und seinen tuntenhaften Sohn oder den ausgeflippten Abhay Singh Foda sind einfach nur blass. Besser sieht es mit dem Rahul-Farah-Plot aus. Die beiden Newcomer, die das Teenie-Paar verkörpern, sehen sehr adrett aus, vor allem Shravans leuchtend grüne Augen faszinieren. Das Paar bekommt auch beinahe am meisten Screentime. Sie flirten hübsch, bekommen ein paar witzige Pointen, einen attraktiv gefilmten Song - und obwohl das kaum vom Hocker haut, ist es mehr, als man von mancher anderen Handlungsschnur behaupten kann. Aus dem Siddharth-Dilemma hätte man viel mehr als die zwei, drei gelungenen Pointen herausholen können und die Rachna-Schwangerschaft mündet in endloses Palaver. Die Sunil-Vibha-Beziehung überzeugt vor allem, weil Sachin Khedkar (Astitva) ein toller Schauspieler ist.
Und der wichtigste Plot? Jener um Saif und Gulab ? Völlig verschwendet. Zum einen ist die Beziehung zwischen Gul und Gulab von Anfang an unglaubwürdig, zum anderen wirft Samar Khan die Ereignisse völlig aus dem Gleichgewicht, als er Gulab aus ihrer Burkha holt und sie in den kürzesten Minirock steckt, den die Garderobe hergab. Als Akt von Rebellion? Als feministisches Statement? Keiner weiss das so genau, denn Khan legt keinen Wert darauf, es zu erklären. Es passiert einfach. Dramaturgisch machen solche Episoden wenig Sinn - wenngleich kaum jemand den visuellen Reiz von Mahima Chaudhary in einem Minirock bezweifeln würde.
Mahima sieht denn auch den ganzen Film hindurch süss aus und absolviert ein paar ansprechende Song-Nummern, aber sie ist leicht verschwendet. Noch schlimmer erwischt es den begnadeten Komiker Arshad Warsi (Hulchul, Munna Bhai MBBS), der eine traurige Figur macht und nur selten für einen kurzen Spruch auftaucht. Von den nicht bereits angesprochenen Akteuren muss nur noch einer erwähnt werden: Shahrukh Khan. Der Baadshah of Bollywood absolviert in den letzten fünf Minuten einen witzigen Gastauftritt.
(review gekürzt - alles hier nachlesen )

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Beitrag #20 - erstellt: 24. Juli 2007
Mr. and Mrs. Iyer (2002)


Mit Rahul Bose und Konkona Sensharma
erhältlich in Englisch mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
Ein kleiner roter Bus fährt durchs Land auf dem Weg nach Calcutta. An Bord sind ganz verschiedene Reisende - darunter eine Gruppe Teenager, zwei Sikh-Männer, ein altes Muslim-Paar, ein behinderter Bub mit seiner Mutter. Und die konservative brahmanische Tamilin Meenakshi Iyer (Konkona Sensharma) mit ihrem Baby Santahnam sowie der weltoffene muslimische Fotograf Jehangir "Raja" Chaudhary (Rahul Bose). Die zwei setzen sich nebeneinander, verstehen sich gut, doch behalten Distanz - vor allem, als Akshi erkennt, dass ihr Begleiter ein Muslim ist. Da muss der Bus wegen einem Unfall voraus anhalten. Die Polizei fährt vor und erklärt, eine Ausgangssperre wurde ausgerufen, weil extremistische Hindus den Aufstand proben. Tatsächlich betreten kurz darauf ein paar Hindus den Bus und verschleppen das alte Muslim-Paar. Um Raja zu schützen, gibt Akshi ihn als ihren Mann aus. Die beiden bleiben zusammen und werden von einem netten Polizisten in einem Waldhaus untergebracht.
Review
"Mr. and Mrs. Iyer" ist einfach ein wunderschöner Film. Auf den ersten Blick geht es um die Probleme zwischen Muslimen, Hindus und Sikhs, doch im Zentrum steht die ganz intime Annäherung von Akshi und Raja. Und damit eine Gegenbewegung zum politischen Tumult. Die Dualität der Erzählweise erinnert an Mani Rathnam, der auch Gewalt explodieren lässt, um danach wieder auf poetische, private Szenen einzuschwenken. Während Rathnam jedoch eher zum Politischen tendiert, konzentriert sich "Mr. and Mrs. Iyer" eher aufs Herz.
Die Politik ist schon wichtig, doch letztendlich nur der böse Einfluss von aussen in diesem Märchen. Ja, Märchen, denn der Erzähler beginnt den Film ganz im Stil von "Es war einmal ein kleiner rot-weisser Bus ..." und so weiss man sofort, dass man sich trotz allen real wirkenden Szenen auf Fairy-Tale-Parkett bewegt. Inder haben eine gute Ader, wenn es darum geht, das friedliche Zusammenleben der Völker zu propagieren. Das Land ist schliesslich die grösste Demokratie der Welt und obwohl man immer wieder von Unruhen hört (eben auch in diesem Film), so sehnt sich doch ein Grossteil der Bevölkerung nach friedlicher Existenz. Und viele indische Regisseure packen dieses Ansinnen in wunderbare Filme. Selten jedoch in so schöne und subtile wie "Mr. and Mrs. Iyer". Hier wird zwar ganz direkt die Gewalt unter den Religionen angeklagt, doch man weiss, dass sie erst überwunden werden kann, wenn auch "Mr. und Mrs. Iyer" sich näherkommen: Sie die konservative Brahmanin, er der Muslim. Im Bus ist sie schockiert, dass sie aus der selben Flasche getrunken hat wie er, später kommen sie sich näher - und zwar auf herzliche Art.
Der Weg dahin ist mühsam und geprägt von kleinen Vorurteilen. Doch bald überwiegen die Szenen von ganz spezieller Liebe. Wie die beiden etwa von ihren imaginativen Flitterwochen erzählen oder wie sie während der letzten Nacht in der Hütte seine Hand packt, um sich zu beruhigen, ist sowas von schön. Kein Sex, nicht einmal wirkliche Liebe, sondern Verständnis, Freundschaft und die Liebe zum Menschen gegenüber. Dies prägt ihre Beziehung. Keine Minute ist dabei zuviel in der zweiten Hälfte. Jede Geste, jeder kleine Dialog tut das ihre / seine, um die Beziehung der beiden weiterzubringen. Wenn sie am Schluss am Bahnhof von Calcutta stehen und sich verabschieden müssen, zerreisst es einem das Herz. Ich war traurig und doch glücklich. Glücklich, weil die beiden in dieser schweren Zeit eine so schöne Zeit hatten - und weil die Versöhnung im Grossen funktionieren kann, wenn sie im Kleinen funktioniert.
"Mr. and Mrs. Iyer" ist kein klassischer Bollywoodfilm, da er relativ kurz ist (123 Minuten), keine Songs und keine Stars aufbietet und die Gefühle sehr sensibel präsentiert. Dennoch ist er voll und ganz ein indischer Film mit etlichen Dialekten und ach so liebenswerten Akzenten im Englisch. Die Charaktere überzeugen, die Darsteller sind charmant und die Inszenierung poetisch. Wie erwähnt: Wer Mani Rathnam mag, wird wohl auch an diesem Kleinod seine Freude haben. Ich jedenfalls habe mich in das Werk verliebt. Klar hat er Fehler, klar hat er ein paar Klischees, doch wie gesagt, letztendlich ist es ein Märchen. Eines, dass das Gute im Menschen hervorhebt und die Liebe der Menschen untereinander feiert - zweier im Speziellen. Und wir dürfen daran teilhaben. Was für ein bezaubernder Film.

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Beitrag #21 - erstellt: 24. Juli 2007
Phir Bhi Dil Hai Hindustani (2000)


Mein Herz schlägt Indisch
Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Ajay Bakshi (Shahrukh Khan) ist der angesagteste und beste Reporter der Stadt und beschert seinem TV-Sender K-TV Traumquoten. Die Konkurrenz Galaxee TV von Mr. Chowdhary (Dalip Tihil) will das ändern und stellt die forsche, aber sehr attraktive Ria Banerjee (Juhi Chawla) als Frontfrau ein. Schon bald hat sie Ajay den Rang abgelaufen - und ihm das Herz gestohlen. Als Ajay für den Chief Minister Mushran (Govind Namdeo) und Ria für dessen Gegner Dua (Shakti Kapoor) zu arbeiten beginnen, geraten sie in ein politisches Ränkelspiel, das dem armen Mohan Joshi (Paresh Rawal) das Leben kosten soll. Nun spannen Ria und Ajay zusammen um der Korruption ein Ende zu setzen und Mohan zu retten.
Review
Für die erste Produktion ihrer Firma Dreamz Unlimited haben Regisseur Aziz Mirza und die Stars Shahrukh Khan und Juhi Chawla (die zusammen auch "Raju Ban Gaya Gentleman" und Yes Boss drehten) eigentlich keinen Flop erwartet, da alle Zutaten zu stimmen schienen - doch "PBDHH" tauchte an den Kinokassen schnell ab. Das liegt zum einen am ungemütlichen kritischen Patriotismus des Films, an seiner allzu ernsten zweiten Hälfte und der uneinheitlichen Inszenierung.
Die Einzelteile des Films sind tatsächlich lecker: Shahrukh spielt zu Beginn mit seinem typischen Charme, Juhi ist niedlich, die Kameraarbeit von Santosh Sivan ist wie immer spektakulär und Regisseur Mirza hält das Tempo einigermassen aufrecht. Die zweite Hälfte greift Korruption in der Politik und in den Medien an, propagiert ein soziales, gerechtes Indien und lässt Shahrukh zum Schluss mit einer indischen Flagge vor einer Menschenmenge marschieren. Nicht, um Indiens Grösse zu feiern, sondern um zu zeigen, wofür diese Nation stehen sollte. Kritischen Patriotismus nennt man so was - und das seh ich bedeutend lieber, als irgend einen Sunny Deol-Fascho-Patriotismus. Aaaaaaber, diese nun gerade gerühmten Komponenten wollen und wollen nicht zusammenpassen.
So verspielt Shahrukh in der zweiten Hälfte den Charme, die Chemie zwischen ihm und Juhi scheint nicht zu stimmen - eigentlich kein Wunder, denn in der zweiten Hälfte kommt Juhi kaum mehr vor. Die Attacke auf korrupte Politiker und auf Medien, die sogar die Hängung eines vermeintlichen Terroristen werbetechnisch vermarkten und übertragen, ist zwar sehr böse und manchmal überraschend schwarzhumorig, doch dies dann wieder mit Johnny Lever-Kapriolen, lustlosen Shahrukh- und Juhi-Geplänkel zu paaren, das geht und geht nicht auf. In "PBDHH" stecken zwei gute Filme: Eine romantische Komödie im TV-Reporterbusiness und ein sozialkritisches Drama mit politischer Sprengkraft. Beides eigentlich tolle Ideen, aber zusammegewürfelt ein hoffnungslos heterogenes Gebilde. Echt schade!

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Beitrag #22 - erstellt: 24. Juli 2007
Ram Jaane (1996)


Ein Leben für die Liebe [Neuauflage]
Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
erhältlich in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Ein Baby wird im Müll gefunden und von einem weisen alten Mann gross gezogen. Er nennt den Buben Ram Jaane: "weiss Gott". Als Kind (Bhavin Patwa) handelt der Kleine sich reichlich Ärger ein und landet im Heim. Von dort bricht er aus und arbeitet Jahre später als Erwachsener (Shahrukh Khan) für einen mächtigen Gangster. Ram Jaane gerät alsbald in die Hände des brutalen Inspektors Chunte (Puneet Issar) und kommt erst vier Jahre später wieder aus dem Gefängnis frei. Nun findet er bei seinem Jugendfreund Murli (Vivek Mushran) Unterschlupf, der ein Heim für Strassenkinder betreibt. Murli ist inzwischen mit der schönen Bela (Juhi Chawla) zusammen - der Frau, in die auch Ram Jaane verliebt ist. Also sucht er sich eine andere Beschäftigung und taucht wieder in die Welt der Kriminalität ein.
Review
"Ram Jaane" ist einer der mittelmässig erfolgreichen Filme von Shahrukh Khan und spielte rund 80 Millionen Rupien ein. Er entstand noch vor seinen Paukenschlägen als Star von romantischen Komödien wie DDLJ (500 Millionen) und Kuch Kuch Hota Hai (425 Millionen) - das heisst, wir sehen eher den harten Shahrukh aus Karan Arjun, Koyla und der Frühphase seine Karriere. Der Film, inspiriert von Michael Curtiz' Klassiker "Angels with Dirty Faces" (1938) mit James Cagney und Humphrey Bogart, erinnert deshalb eher an die "Angry Young Man"-Filme von Amitabh Bachchan aus den 70ern, als an jene Filme, mit denen wir Shahrukh heute assoziieren. Aber eben: Angry Young Man mit einem Touch Shahrukh. Will heissen, der Film hat Humor und einen gewissen spitzbübischen Charme.
Doch ist er auch gut? Ziemlich. Die überraschend harten Szenen (ein Cop tötet einen 14-Jährigen mit einem Kopfschuss, Shahrukh killt etliche Feinde mit Kopfschüssen), Shahrukhs überzeugendes Spiel sowie die attraktiven Songs sind gelungen. Immerhin noch akzeptabel die Co-Stars und spannend das Thema. Doch "Ram Jaane" hat auch einige Mängel. So wirkt Juhi Chawla massiv unterverwendet und bekommt zu wenig Szenen mit Shahrukh geboten, um die Beziehung wirklich glaubwürdig zu machen. Dann wirkt die Sozialkritik gegen Schluss (vor allem Shahrukhs Anklage an die Macht des Geldes vor Gericht) reichlich aufgesetzt. Von den Filmen, welche Shahrukh Mitte der 90er gemacht hat, ist "Ram Jaane" einer der schwächeren - doch, und das spricht für die Qualität von Shahrukhs Filmen, im Bollywood-Kontext immer noch ein überdurchschnittliches Werk.

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Beitrag #23 - erstellt: 24. Juli 2007
Yeh Lamhe Judaai Ke (2004)


Liebe für die Ewigkeit
Mit Shahrukh Khan, Raveena Tandon
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Pegasus / KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Dushyant stammt aus armem Hause. Der Bub träumt aber davon, Musiker zu werden. Diesen Wunsch will ihm die befreundete Jaya erfüllen. Sie überredet ihren Vater, Dushyants Ausbildung zu finanzieren. Während Jaya ihre Mutter bei einem Flugzeugabsturz verliert, wird aus Dushyant tatsächlich ein Musiker. Zehn Jahre später ist Dushyant (Shahrukh Khan) ein Megastar. Seine Karriere ist ihm wichtiger als die Liebe zu Jaya (Raveena Tandon). Genau diesen Zwist wollen ihre "Freunde" Nisha (Navneet Nishan) und Sujit (Mohnish Behl) ausnutzen: Nishas Vater Kamlesh Dhingra (Avtar Gill) will Dushyant zur Ehe mit seiner Tochter überreden. Doch der Mentor des Musikers, Rajpal (Kiran Kumar), traut der Sache nicht. Und als Dushyant endlich hinter das faule Spiel seiner Freunde kommt und einsieht, wie wichtig ihm Jaya ist, wird sie ermordet. Das ruft den jungen Inspektor Rahul (Amit Kumar) auf den Plan, der sich in Jayas Schwester Sheetal verliebt.
Review
O je, hier ging einfach alles schief. Der Film wurde vor fast 10 Jahren aufgegleist mit den Superstars Shahrukh Khan und Raveena Tandon in den Hauptrollen. Dann blieb er, aus Gründen, die nur die Produzenten kennen, liegen, bevor 2003 neue Szenen gedreht und der Film übereilt zusammengesetzt wurde. Das Resultat ist ein Wirrwarr, ein Langweiler und ein schwarzer Fleck in Shahrukhs sonst ziemlich makelloser Karriere. Dass er selbst nichts mehr mit dem Film zu tun haben wollte, zeigt auch, dass er für Dubbing-Aufnahmen nicht mehr zur Verfügung stand. Nun hat SRK im Film halt eine krächzige Stimme, die sich so gar nicht anhört wie seine eigene.
Dass man Filme auch nach Jahren noch zu einem einigermassen befriedigenden Werk zusammenbasteln kann, zeigte nicht zuletzt Shahrukhs Hum Tumhare Hain Sanam. Doch bei dem wussten die Macher, was sie taten. "Yeh Lamhe Judaai Ke" dagegen erinnert eher an einen der übelsten indischen Filme aller Zeiten - an Khanjar. Bei dem wurde auch abgedrehtes Material nur darum neu zusammengesetzt, weil die Akteure mitlerweile berühmt waren. Ob das Endprodukt überhaupt noch was taugt, ist egal. Ein Shahrukh-Film macht schliesslich Geld.
Und so taucht der Superstar nach 20 Minuten auf, hält ein paar Mal ratlos sein Gesicht in die Kamera, verschwindet in der zweiten Hälfte fast komplett von der Bildfläche und erscheint ganz zum Schluss für eines der enttäuschendsten Finale überhaupt. Es gibt nämlich kein Finale. Täter ohne Motiv oder Widerstand festgenommen, Shahrukh bedankt sich, Film fertig. Huh? hab ich was verpasst? Raveena Tandon gehts nicht besser. Sie sieht aus, wie vor zehn Jahren (logo), weshalb der Film grauenhaft altmodisch wirkt. Raveena kann in den wenigen Szenen kaum glänzen. Und in der zweiten Hälfte übernehmen Randfiguren plötzlich die Hauptrollen - leider werden sie gespielt von komplett untalentierten Akteuren. Manche Szenen sind so peinlich und lahm, dass man vor Scham im Sessel versinken möchte. Der ganze Film ist ohne eine Spur Esprit gedreht, ohne Freude und Talent. Jede Einstellung strahlt Langeweile aus, jeder Darsteller Lustlosigkeit oder Talentmangel, jede Handlungs-Entwicklung Ratlosigkeit. "Yeh Lamhe Judaai Ke" hat Handlungslöcher so gross, man könnte Elefanten hindurchtreiben. Schlussendlich macht der ganze Plot einfach keinen Sinn. Ein frustrierendes Genre-Gemisch am Rande der Debilität.
Damit bleiben noch die Songs. Die sind schnell abgehakt: sie sind ebenso freudlos wie der Film und schwanken qualitativ zwischen schlecht und mässig. Kein Chart-Material hier. Inszeniert sind sie traurig - manche in Form einer Montage, die klar macht, dass die Nummer gar nie fertig choreografiert wurde. "Yeh Lamhe Judaai Ke" sind verschwendete 128 Minuten. Ja, das hört sich sehr kurz an für einen Bollywoodfilm - aber glaubt mir: Zwei Stunden können einem seeeeehr lange vorkommen bei diesem Werk.

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Beitrag #24 - erstellt: 24. Juli 2007
Yes Boss (1997)


Mit Shahrukh Khan und Juhi Chawla
erhältlich in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Rahul Joshi (Shahrukh Khan) träumt von seiner eigenen Werbeagentur. Um an die nötigen Finanzen zu kommen, arbeitet er mit vollem Einsatz für den reichen Sidharth Chaudhary (Aditya Pancholi). Für seinen Boss tut er alles - auch dessen Frau Sheila belügen und ablenken, wenn der Boss mal wieder fremdgeht. Rahul muss gut sein, denn wenn Sheila hinter die Affären ihres Gatten kommt, würde sie sich scheiden lassen und er alles verlieren, da ihr Geld in der Firma steckt. Doch diesmal ist Rahuls Job noch komplizierter: Sein Boss hat nämlich ein Auge auf das Model Seema Bakshi (Juhi Chawla) geworfen, in das sich auch Rahul verliebt hat.
Review
"Yes Boss" ist ein typischer Shahrukh-Film, in dem der Superstar mal wieder mit Charme glänzen kann. Die Story, die recht frei bei Barry Sonnenfelds "For Love or Money" (1993) mit Michael J. Fox abgeguckt ist, gibt nicht allzu viel her und ist vollgestopft mit Bollywood'schen Klischees, aber das hindert den Film nicht daran, ausgesprochen unterhaltsam zu sein. Für Shahrukh und Juhi war es die fünfte Zusammenarbeit und man merkt, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Illustre Nebendarsteller (Kulbhushan Kharbanda, Johnny Lever, Gulshan Grover) sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu einer ein-Mann- und ein-Frau-Sache verkommt. Shahrukh und Juhi sind dennoch das Herz des Films und tragen ihn spielend. Auch in den nett arrangierten Songs, von denen gleich zwei in der Schweiz (Alpen, Fribourg, Luzern) spielen.

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Beitrag #25 - erstellt: 24. Juli 2007
Zamaana Deewana (1995)


Die Liebenden
Mit Shahrukh Khan, Raveena Tandon und Anupam Kher
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM
* ohne Pascal Breuer als Shahrukh Khan

Story
Einst waren Madanlal "Lala" Malhotra (Jeetendra) und Suraj Singh (Shatrughan) die besten Freunde. Doch der durchtriebe Sundar (Tinnu Anand) sähte Hass zwischen ihnen un heute sind die beiden die grössten Feinde. Ihre Fehde sorgt für soviel Blutvergiessen, dass der Unter-Kommissar (Prem Chopra) der Polizei eingreift. Kriminalpsychologe K. D. (Anupam Kher) hat den geeigneten Plan: Er will Lalas Tochter Priya (Raveena Tandon) mit Surajs Sohn Rahul (Shahrukh Khan) verkuppeln und so ihre Väter zum Frieden zwingen.
Review
Siebzigerjahre-Hit-Regisseur Ramesh Sippy (Sholay, Shaan) bedient sich in seinem bisher letzten Film beim "Romeo & Julia"-Motiv, ohne der Thematik wirklich neuen Drive zu geben. Zum Schluss hin wirkt der schwerfällig inszenierte Genre-Mix extrem forciert. Hier geschieht nichts Spontanes, sondern alles ist so orchestriert, dass die Geschichte der beiden Liebenden auf das unausweichliche Ende zuläuft. Das ist zwar in den meisten Bollywood-Filmen so, doch bei "Zamana Deewana" ist nicht die Spur von Leichtigkeit auszumachen.
Der Film als Ganzes ist nicht wirklich schlecht, dazu sind die Darsteller zu gut und der Spannungsbogen durchaus akzeptable, doch als Zuschauer fühlt man sich nicht involviert, da Sippy einem alles vorkaut. Weitere Mankos: Es hat viel zu viele Songs (alleine drei Stück in den ersten 25 Minuten), Anupam Kher ist am Anfang ein so grosser Tölpel, dass man ihn auch später nicht ernst nehmen will, und von den Story-Lücken wollen wir gar nicht reden. "Zamaana Deewana" ist ein drei-Stunden-Entertainer, der seine Momente hat, aber letztendlich plump daherkommt und nichts Neues ins Bollywood-Filmschaffen einbringen kann

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Produktempfehlungen


Beitrag #26 - erstellt: 15. Oktober 2007
Yeh Mohabbat Hai (2002)


Das ist Liebe!
Mit Rahul Bhatt, Akanksha Malhotra, Danny Denzongpa und Gulshan Grover
erhältlich in deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Kurzbeschreibung
Shaheen ist die Tochter eines reichen Geschäftsmann namens Aman Khan. Seit ihrer Kindheit ist sie verliebt in den Sportler Chaand, dessen Vater in der Firma von Shaheens Vater arbeitet. Doch Shaheens Cousin Shaukat ist gegen diese Liebe und zusammen mit dem terroristischen Freund Abdul Jameel arbeitet er einen bösen Plan aus, um das glückliche Paar zu trennen. Als Chaand wegen eines Wettbewerbs in Mumbai ist, schlägt die gemeine Falle zu: Chaand wird für einen terroristischen Akt, den er begangen haben soll, ins Gefängnis geworfen...

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Beitrag #27 - erstellt: 14. April 2008
Sar Ankhon Par (1999)


Die Grosse Liebe / Der Geist von Bollywood
Mit Dilip Joshi, Anuj, Anoushka, Shammi Kapoor, Gulshan Grover und Shahrukh Khan in einer Gastrolle
in Hindi mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
Sunday (Dilip Joshi) ist seit vielen Jahren ein Nebendarsteller in der indischen Filmindustrie. In Bollywood ist er mit den grossen Stars wie Shammi Kapoor und Shahrukh Khan auf du, auch wenn er selbst keine Berühmtheit ist. So gelingt es ihm auch, die junge Babli als Schauspielerin an Regisseur N. Chandra (N. Chandra) für eine Hauptrolle neben Mukul Dev (Mukul Dev) zu vermitteln. Zum Dank will sie Sunday einen Wunsch erfüllen. Nach langem Überlegen findet er etwas, worin Babli ihm helfen könnte: Sie soll seinen Sohn Jai aufheitern. Der junge Mann hasst Bollywood seit seine Mutter, eine Stuntfrau, während einer halsbrecherischen Aktion ums Leben kam und dafür nicht einmal den Respekt des Regisseurs verdiente.
Review
"Sar Ankhon Par" ist ein gut gemeinter, durchaus sympathischer, aber ziemlich plump gemachter Film. Gedacht ist er als Hommage auf Bollywood, seine Stars und seinen Zusammenhalt. Keine Streitereien, keine Intrigen, nur nette Stars zum Anfassen. Da wird wohl etwas gar fest auf heile Welt gemacht. Aber es unterstreicht die Absicht von Produzent Vivek Vasvani und Regisseur Gyan Sahay, der beim Oscar-Hit "Gandhi" als Regieassistent arbeitete: Sie wollen dem Mythos Bollywood und nicht zuletzt auch seinen Fans ein Denkmal setzen.
Dass das nicht ganz gelingt, ist bedauerlich, denn die Sympathiewerte sind hoch. Nicht zuletzt dank dem rundum liebenswerten Dilip Joshi in der Hauptrolle als filmverrückter Gutmensch. Aber auch wegen ein paar flotten Songs und Gastauftritten von Stars wie Shammi Kapoor, Gulshan Grover, Farida Jalal, Naveen Nischol und Shahrukh Khan, der am Anfang und Ende ein paar Worte zum Film sagt. Der grösste Coup dürfte aber der Auftritt von Raj Kapoor sein, der zwar 1988 verstorben ist, hier aber per Archivaufnahmen in den Film geschnitten wurde und als eine Art guter Geist auftaucht.
Nur eben: Sahay hat zwar eine gute Absicht, bloss nicht die richtigen Mittel. Seine Inszenierung ist visuell freudlos, der Plot holprig, die Emotionen am Schluss bemüht. Ausserdem reizt er das Konzept der Bollywood-Hommage nie genug aus, um so etwas wie ein nostalgisches Kinogefühl zu erzeugen. Der belässt es damit, ein paar Bollywood-Ikonen auftreten zu lassen, Filmtitel anzusprechen und im Vorspann Poster zu zeigen. So richtig eintauchen in die Filmwelt tut man nicht und dem ganze Nebenplot um Jai und Babli geht sowieso schnell die Luft aus. Geeignet ist der Film deshalb nur für "erfahrene" Fans, die aus den Anspielungen etwas machen können und die gute Absicht hinter der trüben Fassade erkennen.

Gekürzte Review, alles hier nachlesen.

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Beitrag #28 - erstellt: 12. Mai 2008
Trimurti (1995)


Der ewige Kreis der Liebe
Mit Shahrukh Khan, Anil Kapoor und Jackie Shroff
erhältlich mit deutschen Untertiteln sowie deutscher Synchronisation.
Vertrieb: KSM

Story
Die Polizistin Satyadevi (Priya Tendulkar) lehnt sich gegen den reichen Kooka Singh (Mohan Agashe) auf. Als der Gangster deshalb ihren Mann tötet, killt sie aus Rache seinen Sohn. Nun herrscht Krieg. Kooka lockt Satyadevi in eine Falle und schiebt ihr erfolgreich den Mord an drei Polizisten in die Schuhe. Dafür landet sie für zwanzig Jahre im Knast. Von ihren zwei Söhnen erbittet sie, sie sollen sich um den Jüngsten, den sie gerade erst geboren hat, kümmern. Sie selbst sei tot, lässt sie ausrichten. Doch es dauert nicht lange, da hat der Mittlere, Anand, genug und geht seinen eigenen Weg. Viele Jahre später sorgt sich der Älteste, Shakti (Jackie Shroff), noch immer liebevoll um Romi (Shahrukh Khan). Er will sogar erst eine eigene Familie gründen, wenn Romi mit Radha (Anjali Jathar) verheiratet ist. Doch dazu braucht Romi Geld. Um an dieses zu kommen, wird er zum Gauner und kommt unter die Fittiche von Anand (Anil Kapoor), der als Gangsterboss reicht geworden ist. So wird aber auch Kooka auf Romi aufmerksam ...
Review
"Trimurti" kostete Produzent Subhash Ghai ein Vermögen - und spielte magere 50 Millionen Rupien ein, womit er in der Jahreshitparade 1995 bloss auf Platz 12 kam und zum "Heaven's Gate" Bollywoods erklärt wurde. Der Vergleich hinkt etwas ("Heaven's Gate" spielte nicht einmal 10% seiner Kosten ein) - doch Bollywood mag keine Verlierer und deshalb mag niemand "Trumtri". Selbst Ghai selbst verkündete später, er habe nicht viel mit dem Film zu tun gehabt, alle Schuld gehe an Regisseur Mukul Anand (Hum), der 1997 während dem Dreh des nicht verfolständigten "Dus" starb. Wen auch immer die Schuld trifft - "Triumutri" ist in der Tat kein befriedigender Film.
Die Probleme beginnen schon mit der Exposition. Die Ausgangslage ist derart unglaubwürdig, Satyadevis Schuld-in-die-Schuhe-schieben so albern und das Söhne-Rachemotiv nicht zuletzt in Ghais eigenem Hit Ram Lakhan bereits derart breitgewalzt, dass man sich nicht richtig auf die kommenden drei Stunden freuen mag. Es steckt keine Innovation in der Erzählweise, im Spiel oder der Inszenierung. Stattdessen häuft sich religiöse Symbolik sowie ein übertriebenes Mass an Pathos an, das zum Ende den Film regelrecht erdrückt. Doch mein allergrösster Negativpunkt mit "Trimurti" ist der Bösewicht: Kooka Singh ist derart übertrieben dargestellt, dass er eher in einen Comicfilm, als in ein seriöses Drama gehört. Ich konnte den Kerl niemals ernst nehmen, seine brutalen Taten wurden dadurch negiert und die Rache der Söhne verliert an Power.
Wenn ich gerade beim Enttäuschenden bin: Shahrukh enttäuschte mich. Er war noch relativ frisch damals, aber sein Spiel bleibt farblos. Auch jenes von Anil Kapoor, der erst nach 90 Minuten auftritt, lässt zu wünschen übrig. Bloss Jackie Shroff hat den Stoff wirklich im Griff, hatte ich das Gefühl. Die Songs ... ach, echt kaum der Worte wert. Die meisten sind langweilig und bleiben kaum im Gedächtnis. Am gefälligsten ist vielleicht "Bikta Hai Sona" mit einem sexy Item Girl - bloss Kookas tiefe Gesangsstimme nervt.
Und so bleibt einfach zu wenig übrig, was "Trimurti" wirklich sehenswert macht. Die Starpower, die Kraft, die sich durch die letztendlich vereinte Brüder-Rache ergibt und Priya Tendulkars Spiel. Das reicht bei weitem nicht und "Trimurti" hat damit sein negatives Stigma durchaus verdient. Muss man nicht gesehen haben ...

© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #29 - erstellt: 28. Mai 2009
Die große 20er Shahrukh Khan Bollywood Box (20 Filme)

Spieldauer: 3031 Minuten



Auf dieser 7er DVD-Box sind folgende Streifen aus Shahrukhs Khans reichhaltigem filmischen Schaffen enthalten: „Sar Ankhon Par - Die große Liebe“ (1999), „Guddu - Eine Liebe mit Hindernissen“ (1995), „Ram Jaane - Ein Leben für die Liebe“ (1995), „Baadshah - Der König der Liebe“ (1999), „Yes Boss“ (1997), „Chamatkar - Der Himmel führt uns zusammen“ (1992), „Der Junge aus England und das indische Mädchen“ (1996), „Liebe für die Ewigkeit“ (2004), „Mein Herz schlägt indisch“ (2000), „Josh - Mein Herz gehört dir“ (2000), „Ich gehöre dir, meine Liebe“ (2002), „Zamaana Deewana - Die Liebenden“ (1995), „Alag - Er ist anders, er ist allein“ (2006), „Im Auftrag der Liebe“ (1996), „Kuchh Meetha Ho Jaye - Warten auf die Liebe“ (2005), „Anjaam - Heute Liebe, morgen Rache“ (1994), „Dushman Dunyia Ka - Ein kleines Lächeln“ (1996) und
„Trimurti“ (1995). Zudem gibt es für echte Hardcore-Fans noch zwei Extra-DVD´s: Die Verleihung der Zee Cine Awards 2006, mit einem Auftritt Khans sowie „Shahrukh Khan - Das ist mein Leben“ (2002), eine Talkshow mit dem Kult-Star, die ein Rückblick auf sein Leben mit alten Weggefährten beinhaltet. - Unbedingt zu empfehlen!

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