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Forum - Thema: Label Bollymax / T-House / Eros

Thema: Label Bollymax / T-House / Eros
Autor Beitrag


Beitrag #1 - erstellt: 30. Mai 2008
I See You (2006)


Nur für dich
Mit Arjun Rampal, Vipasha, Chunky Pandey sowie Shahrukh Khan und Hrithik Roshan in Gastrollen.
erhältlich in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Bollymax / T-House / Eros

Story
Raj Jaiswal (Arjun Rampal) ist ein smarter, attraktiver Fernsehmoderator in London. Die Frauenherzen fliegen ihm nur so zu, binden will er sich nicht. Da steht eines Tages die schöne Shivani (Vipasha) in seiner Wohnung und ist überrascht, dass er sie sehen kann. Denn Shivani ist nicht real - ihr Körper liegt seit einem Unfall komatös im Spital. Die Person in Rajs Wohnung ist Shivanis Geist, den niemand ausser Raj sehen kann. Nach anfänglichen Zweifeln glaubt er ihr und versucht, ihr zu helfen. Da er fortan aus Sicht der Aussenwelt mit sich selbst redet, halten ihn alle, von seinem Kumpel Akshay Kapoor (Chunky Pandey) über Shivanis Mutter (Kiron Kher) bis zum Psychiater (Boman Irani), für verrückt.
Review
Etwas zu stark angelehnt an die Reese-Witherspoon-Romanze "Just Like Heaven" (2005) entwickelt Regiedebütant Vivek Agrawal eine halbwegs gefällige Bollywood-Lovestory. Die Handlung baut er gemütvoll auf, die Akteure liefern solide Arbeit, die Inszenierung gefällt einigermassen - doch der Funken kann nie überspringen, dazu ist "I See You" schlicht zu fad, zu mutlos und zu konstruiert.
Rampal, der hier erstmals mit seiner eigenen Produktionsfirma auch hinter der Kamera in Aktion tritt, agiert durchaus sympathisch und profitiert davon, dass sein Part stets im Zentrum steht. Bloss trägt er den Film nicht richtig auf seinen Schultern, zu oft sackt das Interesse ab. Vipasha sieht nicht minder attraktiv aus als ihr bekannter Co-Star, doch auch ihr fehlt die Energie. An der mangelt es immerhin bei Co-Star Chunky Pandey nicht, der für die Pointen zuständig ist. Enttäuschend dagegen Boman Irani und Kiron Kher, die ihre Parts nicht ausbauen können. Ganz kurz durchs Bild huschen dann noch die grössten Stars des Films: Shahrukh Khan und Hrithik Roshan geben sich während des Eröffnungslieds "Subah Subah" die Ehre.
Ähnlich durchzogen wie die Besetzung ist auch die Story: Die ganze Hintergrundgeschichte um Organhandel ist katastrophal eingefädelt und aufgelöst die zentrale Romanze zwischen Raj und Shivani nicht komplett glaubhaft. Und eben, gestohlen ist sowieso alles. Nicht nur aus "Just Like Heaven": In einer Sequenz bindet sie ihm die Augen zu, nur um die berühmte Szene aus "Amélie" zu kopieren, in der sie einen Blinden mit liebevollen Erklärungen durch Paris führt. Dort ist es ein wunderbarer Moment, hier steht er nutzlos im Raum. Als Geschichtenerzähler hat Vivek Agrawal denn auch noch Nachholbedarf. Visuell dagegen ist er auf der Höhe der Zeit. Nicht verwunderlich, schliesslich produzierte er 2001 mit Arjun in der Hauptrolle den Film Moksha, das Regiedebüt des Kameravirtuosen Ashok Mehta (Kisna) - und der waltet im Gegenzug hier als Kameramann. London ist vor seiner Linse höchst attraktiv, trotz ärgerlichen Jump-Cuts macht die Bildsprache Laune.

Dank diesem ansehnlichen Look, der guten Musik, dem soliden Cast und der im Kern interessanten Story reichts gerade Mal ins Mittelfeld. "I See You" ist nicht wahnsinnig spannend, alles andere als originell und selbst dramaturgisch nicht vom Feinsten - doch er bietet knapp zwei Stunden brauchbares Bollywood-Entertainment.

gekürzte Review, alles hier nachlesen

© Text Marco, molodezhnaja
www.molodezhnaja.ch

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Alle Rechtschreibfehler sind volle Absicht!
Zusammen ergeben sie eine geheime Nachricht
mit der ich versuche, die Weltherrschaft an mich zu reißen…

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Beitrag #2 - erstellt: 30. Mai 2008
Dor (2006)


Liebe deinen Nächsten
Mit Gul Kirat Panang, Ayesha Takia und Shreyas Talpade
erhältlich in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Bollymax / T-House / Eros

Story
Zeenat Fatima (Gul Kirat Panang) lebt in Himachal Pradesh und heiratet ihren Freund Amir Khan (Rushad Rana), trotz Einwänden seiner Eltern. Schon kurz nach der Eheschliessung verlässt Amir Indien, um in Saudi Arabien zu arbeiten. Dasselbe tut Shankar Singh (Anirudh Jathkar) aus Rajastan, der seine junge Frau Meera (Ayesha Takia) in der Heimat zurück lässt. Sowohl Meera als auch Zeenat bekommen bald den Lohn der Gatten zugeschickt, die Zukunft sieht blendend aus - bis beide einen verhängnisvollen Anruf kriegen: Shankar ist tot, aus dem Fenster gestürzt nach einem Streit mit seinem Zimmergenossen Amir. Auf diesen wartet nun die Todesstrafe. Im Wissen, dass Amir unschuldig sein muss, will Zeenat ihm helfen, bevor er exekutiert wird. Nach saudischem Recht gibt es dazu nur eine Möglichkeit: Die Witwe des Opfers muss mit ihrer Unterschrift bezeugen, dass sie Amir vergibt. Ausgestattet mit einem Foto von Shankar reist Zeenat umgehend nach Rajastan, wo sie mit Hilfe des Gauners und Möchtegern-Schauspielers Behroopiya (Shreyas Talpade) nach Meera sucht.
Review
Nagesh Kukunoor hat ein ganz besonders Talent dafür, Kunst und Kommerz zu verbinden, gesellschaftskritische, zum Nachdenken anregende oder satirische Themen unter einem Mainstrem-Mantel zu verpacken. Selbst sein bislang kassentauglichster und auch kommerziellster Film Iqbal blieb diesem Prinzip weitgehend treu. Nicht umsonst also widmet der Filmemacher sein neustes Werk "Dor" dem unlängst verstorbenen Middle-of-the-Road-König Hrishikesh Mukherjee. Dass der grosse Regisseur eine Inspiration für Kukunoor war, ist nicht zu übersehen, doch im Falle von "Dor" war er bei weitem nicht die einzige.

Am meisten Lohn streicht ohne Wenn und Aber Gul Panang (Jurm) in ihrer ersten richtigen Hauptrolle ein. Die junge Frau ist eine Offenbarung als Kashmiri-Girl mit Herz und starkem Willen. Sie verabschiedet sich von ihrem Mann, indem sie ihm die letzte Träne gibt, die sie bis zu seiner Rückkehr weinen werde - und tatsächlich bleibt sie danach den Film hindurch trotz Anspannung und Leid ein Mahnmal für Überzeugung und Liebe. Auf jeden Fall bleibt ihr ausdrucksstarkes Spiel in bleibender Erinnerung. Nicht weit dahinter Ayesha Takia (Socha Na Tha, Yun Hota Toh Kya Hota), die durch Filme wie Shaadi Se Pehle auf die Schiene des Glamour-Girls zu rutschen schien. Hier zeigt sie sich ungeschminkt und unter den prächtigen Saris doch sehr edel. Im Witwen-Kleid hat sie primär traurig und demütig zu wirken, umso eindrücklicher ihre kurzen Momente der Freude wie ein heimliches Tänzchen auf der Strasse. Und ihre Chemie zu Gul Panang ist hervorragend.

Im Falle von Meena sitzt ihr auch die Gesellschaft im Rücken: Als Witwe wird sie regelrecht zur Sklavin zurückgestuft, Freude ist ihr nicht erlaubt. Oben angedeutetes Tänzchen käme bereits einer mutwilligen Ehrverletzung gleich. Kukunoor klagt die Behandlung der Witwen mehrfach an, in geschliffenen Dialogen und mitreissenden Einzelszenen. "Dor" ist vielmehr bewegendes und vorbildlich inszeniertes Kino, das mitreisst bis zum als DDLJ-Hommage gedachten Finale und einem Lächeln kurz vor Schluss, welches einem das Herz bricht.

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© Text Marco, molodezhnaja
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Beitrag #3 - erstellt: 30. Mai 2008
Cheeni Kum (2007)


Zuckersüss und echt scharf
Mit Amitabh Bachchan, Tabu und Paresh Rawal
erhältlich in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation
Vertrieb: Bollymax / T-House / Eros

Story
Der 64-jährige Single Buddhadev Gupta (Amitabh Bachchan) betreibt in London das Restaurant "Spice6". Der Gourmet bezeichnet den Laden als bestes indisches Restaurant der Stadt und ist entsprechend streng mit seinem Personal. Eines Tages gibt ein weiblicher Gast ein Hyderabad Zafarani Pulao zurück mit der Argumentation, es sei zu süss! Mit angeknackstem Ego beleidigt Buddha die Frau (Tabu), die wortlos das Lokal verlässt. Tags darauf bringt sie ihm dasselbe Gericht, nur besser - weil ohne Zucker. Buddha wird klar, dass einer seiner Köche einen Fehler gemacht hat und das Essen tatsächlich zu süss war. Zwar bringt er eine Entschuldigung nicht über die Lippen, doch er beginnt, die Frau zu umgarnen. Sie heisst Neena Verma, kommt aus Delhi und ist 34. Obwohl Buddha ihr Vater sein könnte, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und er sich zu ihr.
Review
Amitabh Bachchan ist kein Neuling auf dem Gebiet ungewöhnlicher Liebschaften mit grossem Altersunterschied - schliesslich spielte er dieses Jahr schon im "Lolita"-inspirierten Nishabd die Hauptrolle. In "Cheeni Kum" beträgt der Altersunterschied "nur" 30 Jahre, der Plot ist daher etwas glaubwürdiger und der Fokus liegt diesmal auf Romantik und Humor, nicht auf Erotik und Verführung. Mit Bachchan und Tabu ist das durch die Altersbarriere getrennte Paar formidabel besetzt. Zusammen tragen die beiden den Film fast im Alleingang. Ihre Annäherung, ihre Wortgefechte - alles hat Raffinesse, alles hat Witz. Dazu gehören der vielleicht trockenste Heiratsantrag der Bollywoodgeschichte und ein unsanftes, aber wirkungsvolles Kennenlernen. Regiedebütant R. Nalki setzt ganz auf die Chemie der beiden Top-Schauspieler, was sich insbesondere in der luftig-leichten und bisweilen spritzigen ersten Filmhälfte auszahlt, die zudem durch recht agilen Schnitt, schöne Bilder und zauberhafte Musik des südindischen Komponisten Ilayaraja auszeichnet, der für den lieblichen Score einige seiner früheren Kompositionen auffrischte.

Eher fragwürdig ist die Einbindung der kleinen "Sexy", einem krebskranken Nachbarsmädchen von Buddha. Es dient auf etwas zu durchsichtige Weise der Generierung zusätzlicher Emotionen und ist daher reichlich überflüssig, ja wegen seiner Manipulation gar mühsam. Und dass die Kleine "Sexy" heissen muss und vor ihrem anstehenden Tod unbedingt Erwachsenenfilme gucken will, wirkt auch ziemlich befremdlich. Das tut sie gegen Ende, wenn die Dramatik gekünstelt und aufgesetzt wirkt. Weg ist die luftig-leichte Atmosphäre der so natürlich erzählten Anfangsphase. Stattdessen kommt der Film beinahe zum Stillstand und selbst die zuvor so schön aufgebaute Chemie zwischen Tabu und Amitabh schwindet. Wären die letzten 30 Minuten besser, "Cheenki Kum" würde eine höhere Bewertung verdienen. Doch auch handelt es sich bei diesem ebenso reifen wie amüsanten Film und eine der besseren Produktionen des bislang eher mittelmässigen Bollywood-Kinojahrs 2007.

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Beitrag #4 - erstellt: 30. Mai 2008
Namastey London (2007)


Jetzt bockt die Braut
Mit Akshay Kumar, Katrina Kaif, Rishi Kapoor und Upen Patel
erhältlich in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Vertrieb: Bollymax / T-House / Eros

Story
Jasmeet Singh (Katrina Kaif) lebt mit ihrem Vater Manmohan Singh (Rishi Kapoor) und Mutter Bebo (Nina Waida) in London. Die junge Inderin nennt sich Jazz, hängt gerne an Partys rum - und hat einen weissen Freund namens Charlie Brown (Clive Standen). Das passt dem Papa gar nicht: Er beschliesst, mit der Familie nach Indien zu reisen, um dort einen Gatten für Jazz zu finden. Nach langem Suchen landen sie in Manmohans Heimat, dem Punjab. Dort wiederum fällt Papa der adrette Arjun (Akshay Kumar) auf, der Sohn eines Freundes. Umgehend wird die Heirat arrangiert und Jazz fügt sich. Doch kaum zurück in England lässt Jazz ihren Gatten stehen: Nach englischem Recht sei die Ehe nicht gültig, sie habe nur mitgemacht, um unbeschadet aus Indien herauszukommen. Der tieftraurige Arjun bleibt in London und da er Jazz seit dem ersten Augenkontakt liebt, sorgt er für ihr Wohlbefinden.
Review
Wenn man die Klischees und Stereotypen alle aufführen will, wird es eine lange Liste - vom ständigen Herumstehen an den Baudenkmälern wie der Tower Bridge bis hin zu den plumpen Gegensätzen zwischen Briten und Indern. Gerade Letzteres sorgt für einige etwas bemühte Szenen, eine, bei der Akshay einem rassistischen Briten die Leviten liest (was beim indischen Publikum sicher gut ankommt). Am Störendsten ist jedoch Manmohans Verhalten gegenüber seiner Tochter: Sie hat einen tollen Beruf, einen adretten Freund, der sogar bei Prinz Charles ein und aus geht, und obwohl sie an Partys gerne einen drauf macht, ist sie ein nettes Mädchen. Trotzdem sieht er in ihr das Übel des Westens und will ihr das "blamable" Verhalten austreiben. Das ist nicht nur arg konservativ, das ist schon ziemlich albern angesichts des durchaus geregelten Lebensstils der Tochter.
Doch zu einem gewissen Mass ist man diese Moral-Einprügelei ja gewohnt und es gibt ein paar Momente, die gerade solche Stereotypen wieder demolieren. Wichtiger bleibt, dass die Story nachvollziehbar ist, selbst in den groben Zügen, in denen Waqt-Regisseur Vipul Amrutlal Shah sie erzählt. Shah hält das Tempo stets hoch, sieht man von ein, zwei unnötigen Songs ab, inszeniert technisch kompetent und oft überraschend nüchtern und setzt Humor wohl dosiert ein. So amüsieren Dialogzeilen wie "sie ist rein wie die Themse" genauso wie ein Hochzeitsanwärter mit Filmtick - will heissen, er wiederholt alles zu einem dramatischen, eingebildeten Zoom dreimal.Den grössten Anteil am positiven Eindruck des Films haben aber zweifellos Akshay und Katrina. Er spielt angenehm zurückhaltend, eine richtige Wohltat nach den vielen hysterischen Komödien, die er in letzter Zeit abgekurbelt hat. Und obwohl sein Part ein wandelndes Klischee ist, so birgt er doch Charme, Sympathie und Herz. Katrina, einst gegeisselt als steif und Schauspiel-untauglich, legt hier wieder einen Zacken zu und profiliert sich als ernst zu nehmende Aktrice. Nicht mit grossen Gesten, aber mit einem freundlichen Gesicht und viel Ausstrahlung.
Solide Performances kommen auch vom restlichen Cast, etwa Altstar Rishi Kapoor und Gaststar Ritesh Deshmukh. Am unteren Ende der Skala die beiden Schönlinge im Team: Jungstar-Hoffnung Upen Patel in einer bedeutungslosen Nebenrolle, die von ihm nur verlangt ein paar Mal sein Shirt auszuziehen. Und seine Filmfreundin Tiffany Mulheron, deren Augen zwar betörend leuchten, deren Spiel aber ohne Ausdruck bleibt. Die beiden passen dafür gut zum Soundtrack - Himesh Reshammiya repräsentiert das moderne und sexy Indien, das etwas kalte und urbane Bollywood. Deshalb passt er hier nicht so richtig hin. Überdeutlich wird das bei "Rafta Rafta", einem vermeintlich traditionellen Punjabi-Stück, das in Himeshs Händen nicht annähernd so gut gelingt wie bei jemandem à la Jatin-Lalit. Die Lieder an sich sind nicht übel, teilweise sogar gut, doch Himesh ist eine Fehlbesetzung für den Score zu einem so angenehm altmodischen Film.

Und das ist "Namastey London" allemal: Angenehm altmodisch - vielleicht nur dann unangenehm, wenn er bei der Moral punkten will.

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Beitrag #5 - erstellt: 30. Mai 2008
Deewaar (2004)



Deewaar - Hölle ohne Wiederkehr
Mit Amitabh Bachchan, Sanjay Dutt und Akshaye Khanna.
erhältlich in Hindi sowie mit deutscher Synchronisation.
Geplanter Kauf-Release: 8.5.08?
Vertrieb: Bollymax / T-House / Eros

Story
Im Dezember 1971 brach der Krieg zwischen Indien und Pakistan aus. Tausende von Soldaten kehrten nach dem Waffenstillstand in ihre Heimat zurück. Doch 54 indische Soldaten verblieben in Pakistan. Die Regierungen beider Länder haben sie vergessen. 33 Jahre später kämpft die Ehefrau (Tanuja) von Major Ranvir Kaul (Amitabh Bachchan) noch immer für die Rückkehr ihres Gatten. Tatsächlich sitzt der mit seinen Männern im Knast und schafft es, einen Brief nach Indien schmuggeln zu lassen. Nun weiss Ranvirs Sohn Gaurav (Akshaye Khanna), dass sein Vater noch lebt. Er muss ihn befreien. Also reist er nach Pakistan, mogelt sich durchs Land hin zum Camp, in das Kaul und seine Truppe verlegt wurden. Da gelingt einem von ihnen, dem Grossmaul Khan (Sanjay Dutt), die Flucht. Gaurav rettet ihn und überredet Khan, bei der Flucht der anderen Männer mitzuhelfen ...
Review
Mit dem Amitabh-Bachchan-Hit Deewaar (1975) hat dieses teure Epos nichts zu tun. Der Untertitel macht den Plot deutlicher: "Let's Bring Our Heroes Home". Wackere Inder aus den Gefängnissen der bösen Pakistanis holen. Gähn. Hat da jemand die Zeichen der Zeit verschlafen? Selbst Chuck Norris ist über seine "Missing in Action"-Zeit hinweg, aber nein, Regisseur Milan Luthria (Chori Chori) glaubt, das sei immer noch en vogue. Ist es nicht. Der Plot von "Deewaar" ist abgestanden, seit das Genre mit "The Great Escape" seinen Zenit erreichte. Und die Anti-Pakistan-Faxen sind schon seit Jahren passé.
Am übelsten ist dieses "böses Nachbarland, schönes Mutterland"-Gelaber am Anfang. Da darf Amitabh Bachchan viel zu oft bedeutungsschwanger dreingucken und davon erzählen, wie heldenhaft doch die Männer sind, die an Mutter Indiens Brust gesaugt haben. Man ist vesucht, die Vorspul-Taste zu drücken. Zwischendurch gibts wenige Highlights, der Plot wird langsam entwickelt. Der Stil des Regisseurs ist adrett, so dass "Deewaar" immerhin optisch was hergibt. Auch akustisch. Der Schwall an Hintergrundmusik ist zwar auf Dauer anstrengend, aber die wenigen Songs sind hübsch. "Todenge deewaar hum" ist ein kurzer, mässiger Durchhalte-Song. "Marhaba" ist eine Nummer mit coolen arabischen Rhythmen, wenn auch etwas deplaziert. "Ali ali" ist ein sauberer Montagesong und "Chaliye ve chaliye" bietet einen guten Refrain. Das Highlight ist jedoch "Piya baawari", eine hübsche Ballade, in der Amrita Rao einfach verführerisch ist. Ja sie darf sogar im Regen tanzen. Da schmilzt das Männerherz.
Die niedliche Amrita kennt man spätestens seit Main Hoon Na (übrigens einem politisch ganz gegensätzlichen Werk) und sie hinterlässt auch hier ihre Spuren inmitten dieser Testosteron-Übermacht. Ihr Auftritt ist kurz, ihr Abgang aus dem Film etwas plump, aber selbst so überzeugt sie. Auch Sanjay Dutt ist nicht lange zu sehen und brilliert. Der Film gehört jedoch zwei anderen Mannsbildern: Amitabh Bachchan und Akshaya Khanna. Beides erfahrene Akteure, beide mit guten Leistungen. Bei Amitabh stört der grauer-Bart-dunkle-Haare-Look zwar diesmal mehr denn je, doch er spielt wie immer blendend. Klein aber fein auch die Rolle des Camp-Vorstehers, sadistisch verkörpert durch K.K. Menon.
In der zweiten Hälfte gibts dann endlich auch etwas Spannung und Action. Dass das Ganze auf Pakistan vs. Indien fusst, vergisst man fast, weils vor allem darum geht, wie die Jungs ausbrechen können. Ganz zum Schluss gibt es nochmals etwas Patriotismus und Pathos, aber all dies ist bescheiden im Vergleich zu Ramsch wie L.O.C. "Deewaar" mag inhaltlich nicht der letzte Schrei sein, ja, er gehört sogar ins letzte Jahrzehnt und er mag so manches Logikloch haben - aber von der Machart her vermag er durchaus zu überzeugen. Kein Knüller, aber ansehnlich.

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© Text Marco, molodezhnaja
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